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Ein Engel für Hollywood

Modelkarriere: Romy Adler aus Nettelrede Ein Engel für Hollywood

Viele junge Mädchen träumen von einem Leben als Model. Romy Adler aus Nettelrede hat sich diesen Traum erfüllt. Nach dem Abitur in Springe und einem einjährigen Studium der Wirtschaftswissenschaften in Hannover hat die 25-Jährige nun eine Modellaufbahn eingeschlagen.

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Thema des Tages. Romy, wie sind Sie nach dem Abbruch ihres Studiums ins Model-Geschäft eingestiegen?
Das kam alles fließend. Ich würde sagen, ich bin da so reingerutscht. Ich hatte vorher schon viele Hostessenjobs auf Messen und so gemacht, und bin dabei mehrfach angesprochen worden, ob ich modeln will. Dann kamen einige Jobs als Modelhostess hinzu und ich habe viele Fotoshootings gemacht, um meine Sedcard aufzubauen mit einer Bandbreite an guten Fotos. Dafür habe ich am Anfang kein Geld bekommen. Mit diesen Bildern habe ich mich dann bei Modelagenturen beworben. Jetzt habe ich in den großen deutschen Städten jeweils Agenturen, die mich vertreten und dazu auch einige im Ausland. Die meisten Buchungen kommen über Kontakte und Empfehlungen zustande.

Wie haben Sie es geschafft, den Mädchentraum vom Modelberuf zu realisieren? Was braucht man dazu? Was raten Sie Nachahmerinnen?
Man muss ganz sicherlich Durchhaltevermögen haben und immer dran bleiben. Dann braucht man immer neue Bilder, um sein Portfolio aktuell zu halten und man muss regelmäßig zu Castings gehen sowie mit den Kunden und Agenturen Kontakt halten. Wer ins Modelgeschäft einsteigen will, sollte nur mit Agenturen zusammenarbeiten, die mit der Erstellung einer Sedcard in Vorkasse gehen oder nichts dafür verlangen. Keinesfalls sollte man selbst Geld dafür bezahlen. Das wäre unseriös. Denn wenn eine Agentur Interesse hat, ein Model ernsthaft zu vermitteln, dann ist sie auch bereit, zu investieren.

Was sind die physischen Voraussetzungen?
Grundsätzlich braucht man als Model eine gute, schlanke Figur, sollte eine gewisse Größe mitbringen, ein hübsches Gesicht und eine gute Haut haben. Dafür sollte man aber nicht hungern, sondern sich gesund ernähren, viel Wasser trinken, Sport treiben und ausreichend schlafen. Ich bin sicher, dass das das A und O ist. Hier muss aber jeder seinen eigenen Weg finden. Ich selbst beispielsweise verzichte auf Fleisch und weitgehend auf Milchprodukte. Ebenso esse ich keine verarbeiteten Weizenprodukte wie Weißbrot oder Nudeln und auch keinen Industriezucker. Dafür stehen bei mir viel Obst, Gemüse, Fisch und Nüsse auf dem Speiseplan. Außerdem muss man die richtige Nische für sich finden. Nobody is perfect. Bei mir ist es die Größe, denn mit 1,74 Meter bin ich eigentlich zu klein als Laufstegmodel. Ich weiß, dass ich nicht auf einer Fashion Week in Paris oder Mailand laufen kann. Dafür kann ich kleinere Modenschauen und Fotoaufnahmen machen. Es gibt auch Agenturen, die nicht nur 1,80-Models mit Größe 34 nehmen, sondern Lifestyle-, Plussize-, Bestager-, Sportmodelagenturen und und und...

Sie haben nebenbei auch eine Karriere in den Medien gestartet?
Ja, ich habe in den vergangenen zwei Jahren ein journalistisches Volontariat in Hamburg als Redakteurin absolviert, da ich mich nicht nur auf die Tätigkeit als Model und Hostess beschränken will. Ich habe außerdem durch verschiedene Werbefilme und TV-Drehs als Model einige Erfahrungen im Bewegungsbildbereich sammeln können und gemerkt, dass mir das wahnsinnig viel Spaß macht.

Sie haben in recht jungen Jahren von Nettelrede aus den Weg in die Metropolen wie München, Paris oder Los Angeles gefunden. Was haben Sie da für Erfahrungen gemacht? Wie kommt man da als Kind aus Nettelrede zurecht?
Ich bin sehr dankbar, dass ich beispielsweise im Sommer vier Wochen in L. A. vor der Kamera stehe durfte. Das war wirklich eine großartige Erfahrung. Auch meine Jobs in anderen Ländern und Orten, die Möglichkeit, die Welt kennenzulernen und wahnsinnig viele Eindrücke zu sammeln, ist einfach toll. Ich reise sehr gerne und Heimweh als Kind aus Nettelrede habe ich nicht. Ich habe zwar viele gute Freunde um mich herum, aber ich kann auch sehr gut mit mir alleine klar kommen. Ich bin auch gerne mal allein unterwegs und erkunde andere Städte.

Wie sehen Sie dabei die „Heimat“ von außen?
Ich betrachte das Reisen als großes Privileg. Dabei weiß ich natürlich die Heimat sehr zu schätzen. Nach meinem Auszug aus Hamburg war ich lange Zeit ohne feste Wohnung, und vor meinem Umzug nach München hatte ich so viele Jobs, dass ich ohnehin kaum zu Hause war. Daher freue ich mich immer wieder, meine Heimat zu besuchen: die Stille, die Natur – hier ist die Welt noch in Ordnung. Und mir ist klar geworden, dass die Menschen hier in der Kleinstadt keinesfalls unglücklicher sind als in der großen, weiten Welt. Ganz im Gegenteil. Ich hoffe, sie wissen das zu schätzen, was sie hier an ihrer Heimat haben. Man muss ja immer erst das Gegenteil sehen, um zu wissen, was man an seiner Heimat hat. Ich bin jedenfalls sehr glücklich, in einem 800-Seelen-Dorf aufgewachsen zu sein.

Was sind Ihre weiteren Pläne?
Ich will vor und hinter der Kamera arbeiten. Für das kommende Jahr plane ich, meine Fähigkeiten in Sachen Moderation mit einer privaten Ausbildung weiter auszubauen. Außerdem stehen einige Projekte wie eine Dokumentation fürs Fernsehen an. Darüber hinaus möchte ich mich in München, wo ich jetzt wohne, weiter als Model etablieren. Besonders freue ich mich darauf, dass ich in Kürze noch mal nach L. A. reise und dort Gespräche über weitere Projekte führen kann.

 Interview: Christoph Huppert

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