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Ein Sport, der zusammenschweißt

Voltigieren: Akrobatik auf dem Pferd Ein Sport, der zusammenschweißt

Während die einen mit ihren Pferden über Sprünge fliegen und die anderen im Viereck auf den richtigen Takt und Körperhaltung achten, bringen die Mädchen der Voltigierabteilung des Reit-, Zucht- und Fahrvereins Stadthagen Zuschauer zum Staunen. Die SN haben beim Voltigier-Training vorbeigeschaut.

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Beim Voltigieren gehören das Zusammensein und die gegenseitige Unterstützung immer mit dazu.

Quelle: vr

STADTHAGEN. Beim Voltigieren werden akrobatische Meisterleistungen auf dem Rücken des Pferdes präsentiert. Vom Handstand über Hebefiguren bis hin zum Salto – für die Akrobaten gibt es keine Grenzen.

Wenn Miriam Barnert (14), Mina Schledorn (10) und Pauline van Straelen (11) in den Stall kommen, dann gehört nicht nur ein Aufwärmtraining aus Warmlaufen und Stretching zum Programm. Bevor es auf den Rücken von Wasko geht, werden erst die Hände an den Wallach angelegt. „Gemeinsam wird Wasko vorher geputzt und Longiergurt und Trense werden aufgelegt“, erklärt Katrin Barnert. Die Leiterin und Trainerin der Voltigierer longiert das Pferd und sorgt somit dafür, dass sich Tier und Mensch im Einklang befinden. Beim Longieren auf einem großen Zirkel gibt Barnert die gleichmäßige Geschwindigkeit vor, in der sich Wasko bewegen soll. Barnert hat aber nicht nur den Wallach immer im Blick, sondern auch was außen, am und auf dem Pferd passiert.

Bevor es auf den 1,80 Meter großen Wallach geht, wird Wasko von Barnert aufgewärmt. Auch die Mädchen drehen zu Beginn ein paar Runden in der Halle, um warm zu werden. Im Anschluss werden Muskeln und Sehnen gedehnt. Die Leitung der Übungen übernehmen die Voltigierinnen selber. „Die Mädchen unterstützen sich gegenseitig und übernehmen so auch eine gewisse Verantwortung“, sagt Barnert, deren Tochter Miriam mit zehn Jahren in den Voltigiersport aktiv eingestiegen ist.

Basisübungen für die Anfänger

Die Basis für alle Lektionen ist der Aufsprung. Im Rhythmus des Pferdes läuft der Voltigierer neben dem tierischen Teammitglied her und ergreift dann die Griffe am Longiergurt. Mit beiden Beinen springt der Sportler vom Boden ab und schwingt dann ein Bein über den Pferderücken. Für Anfänger stehen zunächst die Basisübungen auf dem Programm. Dazu zählen neben dem Aufsprung das rhythmische Sitzen, knien und schließlich auch stehen auf dem Pferd. Die weiteren Übungen bauen alle aufeinander auf, sodass bei jedem Training etwas mehr dazu kommt und die Pferdefreunde schließlich auch freihändig Figuren präsentieren können.

Der Voltibock zählt zu einer der wichtigsten Trainingsgeräte beim Voltigieren: Überschläge, Handstand, Saltos und viele weitere Übungen werden zunächst auf dem Holzgerät trainiert, bevor diese auf dem Pferderücken vollzogen werden, um die Mädchen sicher an den Sport heranzuführen. „Auf dem stehenden Gerät ist es für die Mädchen am Anfang einfacher, die Übungen korrekt zu erlernen“, erklärt Barnert.

Gegenseitige Unterstützung gehört auch hier dazu. „Stell deinen Fuß ein Stück weiter nach vorne“, „Die Beine etwas weiter strecken“, „Mach den Rücken gerade“ –  diese und viele weitere Tipps geben sich die Mädchen während ihres Trainings gegenseitig. „Voltigieren ist ein Teamsport“, erklärt Miriam und Mina fügt hinzu: „Es macht nicht nur jede Menge Spaß, sondern man findet auch viele neue Freunde.“ Das nicht nur die Trainerin und die Mädchen zum Team gehören betont Paulina: „Wasco ist unser Hauptmitglied und gehört fest dazu.“

Das Einstiegsalter variiert

Das beste Alter, um anzufangen, liegt für Trainerin Barnert zwischen acht und neun Jahren. Das Einstiegsalter variiert und ist kein Indiz dafür, wie gut die Sportler am Ende sind. „Einige Weltmeister im Voltigieren haben mit zehn und elf Jahren angefangen“, weiß Barnert. Bei der Stadthäger Voltigierabteilung können Kinder ab sechs Jahren anfangen – nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Wer ein Akrobat auf dem Pferderücken werden möchte, der sollte vor allem Motivation, sportlichen Ehrgeiz und die Liebe zum Pferd mitbringen. „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“, weiß Barnert. Die zukünftigen Voltigierer werden langsam an den Sport auf dem Pferderücken herangeführt. Außerdem finden „60 Prozent der Übungen auf dem Boden und 40 Prozent auf dem Pferd statt“.

Um sicher die Übungen im Rhythmus des Pferdes zu erlernen und die Angst vor dem Galopp zu nehmen, fahren die Sportler regelmäßig in die Fachschule für Voltigieren nach Hohenhameln. Dort steht ein elektronisches Tonnenpferd, welches die Gangarten des Pferdes simuliert und so die Mädchen auch schwierige Figuren sicher üben können, ohne einen Sturz vom Pferd befürchten zu müssen.

Sprungtechnik kann mit einem Seil trainiert werden

Auch Hausaufgaben bekommen die Pferdefreunde im Training mit. „Die Sprungtechnik können die Mädchen gut zuhause mit einem Springseil trainieren“, weiß Barnert. Die Sprungtechnik ist ein wichtiges Element beim Voltigieren und wird von Anfang an trainiert. Barnert achtet in ihrem Training besonders darauf, dass alle Sportler gleich behandelt werden. „Ich hole sie zwar da ab, wo sie sind, dennoch gelten für alle die gleichen Regeln – es wird bei uns nichts verschenkt.“ Wenn in der Übungshalle in Krebshagen alles funktioniert, geht es für die jungen Sportler auf die Turniere.

Große Freude herrschte bei den Voltigiererinnen und Trainerin Barnert über die diesjährige Platzierung in Barsinghausen: Pferd Wasco erhielt den Titel „Bestes Pferd der A16-Gruppe“. In der Klasse A16 dürfen alle Voltigierer, die 16 Jahre oder jünger sind, starten. Besonders freuen sich die Pferdefreunde auf das Heimturnier in Stadthagen, welches am 16. und 17. September im Heiner-Schoof-Stadion stattfindet. vr

Ein Video ist ab Sonnabend, 22. Juli, um 16 Uhr auf sn-online.de zu sehen.

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