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Ein glückliches Jahr

Wie wird man glücklich? Ein glückliches Jahr

Ed Diener von der Universität von Illinois und Martin Seligman von der Universität von Pennsylvania befragten Multimillionäre in Amerika und Slumbewohner in Kalkutta, schauten sich unter Obdachlosen in Indien um, und untersuchten, wie glücklich afrikanische Massais sind.

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Quelle: dpa

Thema des Tages. Die Ergebnisse ihrer Studien sind interessant. So fanden sie etwa heraus, dass die 400 reichsten Amerikaner (laut Forbes-Liste) nicht glücklicher waren, als die Inughuit-Eskimos 1000 Kilometer nördlich des Polarkreises oder die Amish-People in Pennsylvania. Selbst die Bewohner indischer Slums waren kaum unglücklicher als Studenten aus 47 verschiedenen Nationen. Nicht nur das: Auf einer Glücksskala von 1 bis 7 ließen die Reichen der Reichen mit durchschnittlich 5,8 Punkten im Jahr 2008 noch reichlich Platz für mehr. „Wenn die Grundbedürfnisse erst einmal abgedeckt sind“, bilanzierten die Glücksforscher, „macht noch mehr Geld nicht noch glücklicher“. Dieses sogenannte „Wohlstandsparadox“ erklären die Psychologen u.a. mit dem Gewöhnungseffekt. Kevin Haroian von der Universität von Minnesota meint: „Ein Lottogewinn kann unser Glücksniveau kurzfristig anheben, und ein Todesfall in der Familie kann es plötzlich dämpfen, doch nur vorübergehend, danach kehren wir immer wieder zu unserem Ausgangswert zurück, den wir vor dem Ereignis erreicht hatten“. Geld macht demnach also nicht unbedingt glücklich.
 Aber was dann? Freiheit, Selbstverwirklichung, einen Sinn im Leben finden, Vernunft, Glaube, Liebe, oder doch etwas ganz anderes? Neurologen verweisen an dieser Stelle gerne auf Endorphin, Oxytocin, Dopamin und Serotonin. Eine pragmatische Antwort hat der Siegener Soziologe und Glücksforscher Alfred Bellebaum gefunden: „Glück ist das, was man dafür hält.“ Glück bedeutet demnach also für jeden etwas anderes. Aber selbst dann fragt sich natürlich: Kann man dem Glück nicht ein bisschen auf die Sprünge helfen? Nur zu einem gewissen Teil, meint zumindest der Neuropsychologe David Thoreson Lykken aus Minneapolis in Minnesota.
 Aufgrund seiner Studien ist er nämlich zu der Ansicht gelangt, dass das Glück zu einem Großteil in den Genen veranlagt ist, also vererbt wird. Lykken und das Minnesotaer Wissenschaftlerteam untersuchten Tausende von Zwillingen über viele Jahre hinweg auf ihre Glücklichkeit hin. Dabei stellten die Forscher fest, dass eineiige Zwillinge, die nach der Geburt getrennt wurden, und bei verschiedenen Adoptiveltern unter ganz unterschiedlichen Bedingungen aufwuchsen, im späteren Leben dennoch ähnlich glücklich waren.
 Lykken kommt aufgrund dieser Langzeitstudien zu dem Schluss, dass das Glück zu ganzen 50 Prozent in den Genen angelegt ist. Aber auch, wenn das so sein sollte, bleibt ja noch reichlich Raum, um dem Glück auf die Sprünge zu helfen. Nur wie? Der britische Psychologe Richard Wiseman hat ein paar verblüffend einfache Tipps auf Lager. „Treffen Sie sich mit einem Freund, den Sie schon lange nicht mehr gesehen haben“, rät Wiseman beispielsweise. Dahinter steckt eine Erkenntnis, die auf jahrelanger psychologischer Forschung fußt, und die andere Experten bestätigen: Echtes Glück erfahren viele Menschen durch den positiven Umgang mit anderen Menschen – oder auch mit Tieren.
 So ist es auch kein Wunder, dass Wisemans nächster Tipp an Tierfreunde geht: „Streicheln Sie einen Hund“. Aber auch ganz allein kann man dem Experten nach so einiges für sein Glück tun. „Machen Sie neue positive Erfahrungen. Besuchen Sie ein Kino, ein Konzert oder ein schönes Restaurant. Sie können vielleicht verreisen oder auch einfach nur einen Spaziergang in der Sonne machen. “Ja, man kann dem Glück sogar noch einfacher auf die Sprünge helfen, hat der britische Psychologe in einer groß angelegten Online-Studie mit über 26 000 Menschen herausgefunden. Nur an ein freudiges Ereignis vom Vortage zu denken, genügt demnach schon, um den Glückspegel ansteigen zu lassen, und zwar um beachtliche 15 Prozent.
 Bewusstes Lächeln über mehrere Sekunden hinweg, bringt immerhin noch 6 Prozent mehr Glücksgefühl. So leicht kann das Glück also zu haben sein. Glückwunsch! Da muss 2015 ja ein glückliches neues Jahr werden. Na dann: Viel Glück!

von Christian Satorius

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