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Landkreis / Thema des Tages: Apfelzeit Einfach zum Anbeißen

Herbstzeit ist Apfelzeit. Kein Obst schmeckt den Deutschen so gut wie der Apfel, 17 Kilo isst jeder Bundesbürger im Jahr. Kein Wunder, schließlich sind die Früchte nicht nur besonders lecker, sondern auch richtig gesund. Ein Lobgesang.

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Lecker: Apfelkuchen ist der Klassiker der Apfelgerichte.

Quelle: pr.

Von Katharina Grimpe

„Eines musst du dir gut merken, wenn Du schwach bist: Äpfel stärken.“ „Lob dem Apfel“ heißt das Gedicht, dessen erste Zeilen Dieter Kellermeier, Chef des Stadthäger Gartenbauvereins, gern zitiert, wenn es um den Apfel geht. In der Tat, Äpfel sind nicht nur lecker, sondern gesund.

Ob als Pausensnack, Knabberei für Zwischendurch oder als Dessert liefern Äpfel Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. So verspricht auch die alte Volksweisheit „An apple a day keeps the doctor away“ (Ein Apfel am Tag hält den Arzt fern) nach Auskunft des „aid-Infodienstes“ viel Wahres. Äpfel enthalten leicht verdauliche Kohlehydrate in Form von Fruchtzucker, den verdauungsfördernden Ballaststoff Pektin und sekundäre Pflanzenstoffe, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen, das Immunsystem stärken und das Krebsrisiko mindern können.

Vitamine wie Vitamin C schützen vor Zellschäden und stärken ebenfalls die körpereigenen Abwehrkräfte. Mineralstoffe wie Kalium übernehmen wichtige Aufgaben im Nerven- und Muskelstoffwechsel.
Die meisten Vitamine und sekundären Pflanzeninhaltsstoffe sitzen übrigens direkt in oder unter der Schale. Daher gilt: Die Schale immer mitessen. Das ist laut „aid“ bedenkenlos möglich, da Äpfel kaum mit Schadstoffen belastet sind.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte Äpfel unter warmem Wasser abwaschen und mit einem Tuch gründlich abreiben. Außerdem sollten vorwiegend heimische Früchte während der Saison von September bis März gekauft werden, da Äpfel aus weit entferten Erzeugerländern meist mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden, damit sie während des Transports nicht verderben.

Die Sortenvielfalt nimmt ab

Gelblich-grün bis leuchtend rot, sauer-herb bis süß und knackig: Kaum ein anderes Obst ist in Geschmack und Aussehen so vielfältig wie der Apfel. Mehr als 2000 Apfelsorten sind in Büchern über Obstsorten beschrieben, im Supermarktregal ist die Auswahl jedoch ziemlich mager.

Lediglich sechzig Sorten gelten in Deutschland als wirtschaftlich irgendwie relevant. Gartenhandel und Direktvermarkter einbezogen, sind dreißig bis vierzig Sorten käuflich zu erwerben. In den Auslagen der Supermärkte schrumpft das Angebot auf vier bis fünf Apfelsorten zusammen – zur Sorge des Pomologenvereins. So führe die begrenzte Auswahl dazu, dass ein Standard-Geschmack etabliert werde, befürchtet Apfel-Experte Michael Ruhnau. Äpfel, die im Handel zu haben sind, müssen erst einmal appetitlich aussehen, knackig und saftig sein. Hinzu kommen gute Lager- und Transportfähigkeit.

Der Pomologe fordert, dass die Sortenvielfalt als lebendiges Kulturerbe erhalten bleibt. „Verschwindet eine Sorte, gibt es möglicherweise eine Eigenschaft nicht mehr, die für künftige Züchtungen interessant wäre.“
Wer einen Einblick in die Vielfalt der Apfelsorten haben möchte, hat dazu im Schaugarten des Gartenbauvereins Stadthagen Gelegenheit. Mehr als 40 alte und neue Sorten werden dort geerntet und verkauft. Alle Äpfel sind ungespritzt.
In Deutschland wurden 2012 972 000 Tonnen Äpfel geerntet, in diesem Jahr fiel die Ernte mit 802 000 Tonnen vergleichsweise schlecht aus. Zu den am häufigsten angebauten Apfelsorten gehören Elstar, Jonagold, Gala, Red Prince, Braeburn und Golden Delicious. kcg, epd

Symbol der Liebe

Die Szene ist bekannt: Eva reicht Adam den verbotenen Apfel, Adam greift zu, kann fortan Gut und Böse unterscheiden und beide werden aus dem Paradies vertrieben. Der Apfel ist allerdings nicht nur Symbol für den Sündenfall – vor allem die roten Früchte stehen im Volksmund für Fruchbarkeit und Liebe.

So galt schon in der Antike das Zuwerfen des Apfels als Liebeszeichen. Besonders in Deutschland verbreitet war der Brauch, in der Nacht zum Andreastag (30. November) einen Apfel so zu schälen, dass die Schale ein unzerschnittenes, langes Band bildete. Dieses wurde anschließend nach hinten über die linke Schulter geworfen. Aus der Lage der Apfelschale konnte dann mit etwas Phantasie der Anfangsbuchstabe des Zukünftigen erahnt werden.
Frauen, die schöne Kinder bekommen wollten, riet der Volksmund, während der Schwangerschaft viele Äpfel zu essen.

Eingang in die Popkultur hat das süße Kernobst nicht nur durch die Computerfirma „Apple“ gefunden: Auch die „Beatles“ wussten den Apfel zu schätzen und haben 1968 ihr berühmtes Label nach ihr benannt: Apple Records. Der Apfel auf dem Platten-Logo ist übrigens ein Granny Smith.

Lieber später als früher ernten

Wer das volle Aroma der Äpfel aus dem eigenen Garten genießen will, sollte bei der Ernte den richtigen Zeitpunkt abwarten. Im Zweifelsfall sollten die Früchte lieber etwas länger am Baum bleiben, vor allem wenn die Äpfel länger gelagert werden sollen. Zu früh gepflückt, schmecken sie grasig und welken schneller, weiß Dieter Kellermeier, Vorsitzender des Gartenbauvereins Stadthagen.

Wichtig beim Pflücken: Die Äpfel sollten nicht beschädigt werden. Im Klartext heißt das, dass die Früchte nicht vom Baum gerissen, sondern mit der ganzen Hand leicht gedreht und angehoben werden. Auch bei der Lagerung ist Fingerspitzengefühl gefragt. Äpfel wie Kartoffeln ins Lager fallen zu lassen, ist tabu, sie sollten sorgfältig nebeneinander gelegt werden, so dass sie sich nicht berühren. Regalbretter oder Obstkisten eignen sich gut, um Äpfel zu stapeln. Früchte mit Druckstellen, Fraßspuren, braunen oder schimmligen Stellen müssen aussortiert werden.

Optimale Lagerbedingungen sind bei einer Temperatur zwischen drei und fünf Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 85 bis 90 Prozent. Gibt es keinen kühlen, feuchten Keller, bietet sich ein frostsicheres Gartenhaus oder die Garage an. Gut lagern lassen sich zum Beispiel Boskop, Berlepsch, Gala, Elstar und Gloster.

Von süß bis deftig: Einfach lecker

Einfach reinbeißen – roh und unverarbeitet schmecken Äpfel vielen Menschen am besten. Dabei sind die Früchte echte Tausendsassas in der Küche und können sowohl für Süßspeisen und Kuchen als auch für Deftiges verwendet werden. Der Kreativität am Herd sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Wie vielseitig Äpfel eingesetzt werden können, ist zum Beispiel im neuen Kochbuch „Stadthäger Köstlichkeiten“ nachzulesen, das am Sonnabend, 19. Oktober, während des Apfelmarktes in Stadthagen vorgestellt werden soll.
Apfel-Crumble, Apfel-Kürbis-Salat, Rosenkohl-Apfel-Salat, Apfelstrudel Helmut oder Knusper-Äpfel heißen die Rezeptideen der Schaumburger Hobbyköche, die es bis ins gedruckte Kochbuch geschafft haben.

Marie Martini aus Stadthagen verrät das Rezept von Großmutters Apfelauflauf:

  • Zutaten: ein Kilo Äpfel, ein Esslöffel Zucker, etwas Wasser, ein Esslöffel Rosinen, etwas Zimt, zehn bis zwölf Zwiebacke, ein Viertel Liter Milch, zwei Eigelb, ein Esslöffel Zucker, zwei bis drei Esslöffel Rum, zwei Eiweiß, 100 Gramm Zucker.
  • Zubereitung: Äpfel schälen, Kerngehäuse entfernen und in Stücke schneiden, mit Wasser, einem Esslöffel Zucker, Zimt und Rosinen im Kochtopf garen. Den Zwieback in Stücke brechen und in eine gefettete Auflaufform geben. Die Milch, Eigelb, ein Esslöffel Zucker und Rum gut verrühren und über den Zwieback gießen. Das Apfelkompott auf dem Zwieback verteilen und alles bei 180 Grad 20 Minuten im Ofen backen. Das Eiweiß steif schlagen, dann 100 Gramm Zucker unterheben. Die Baisermasse über den Auflauf verteilen und bei 150 Grad im Ofen hellbraun werden lassen. Dazu schmeckt Vanillesoße.

Das Kochbuch gibt es unter anderem im SN-Mediastore und in der Tourist-Info am Marktplatz in Stadthagen sowie bei der Paul Home Company in Sülbeck. 

Marktgeschehen

  • Beim Bergkirchener Apfeltag am Sonnabend, 19. Oktober, im Bergkirchener Hofladen gibt es nach Auskunft der Veranstalter „Leckeres und Informatives“ rund ums heimische Obst. So werden zwischen 9 und 17 Uhr unter anderem alte Obstsorten und Rezeptideen vorgestellt. Besucher mit eigener Apfelernte können aus den Früchten Saft pressen lassen. Anmeldungen sind unter Telefon (0 50 37) 52 53 möglich.
  • Der Stadthäger Apfelmarkt wird ebenfalls am Sonnabend und Sonntag, 19./20. Oktober, von 10 bis 18 Uhr in der Innenstadt veranstaltet. Der Gartenbauverein Stadthagen bietet erneut die Möglichkeit, die eigene Apfel- und Quitten-Ernte in der Apfelpresse zu Saft verarbeiten zu lassen. Anmeldungen werden unter (0 57 21) 44 94 entgegengenommen.
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