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Es ist eine „Wonne“ in Nordsehl

Nordsehl / Badewonne Es ist eine „Wonne“ in Nordsehl

In Sachen Komfort lässt das 1968 erbaute Hallenband in Nordsehl zu wünschen übrig, dennoch halten die Besucher dem Schwimmbad die Treue. Ob und wann die längst überfällige Sanierung erfolgt, ist ungewiss, doch die hohen Besucherzahlen sprechen für sich.

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Vom Geben und Nehmen

Jede Menge Spaß im Wasser der „Badewonne“ haben nicht nur die jüngsten Besucher des Bades. Die Aquagymnastik macht müde Muskeln munter.

Quelle: tbh

Von Tina Bonfert und Martina Koch. Zwei kleine Umkleideräume, lediglich vier Duschen, hellgelb geflieste Wände sowie ein gerade mal 16 Meter langes Schwimmbecken – Was macht die „Badewonne“ in Nordsehl für so viele Menschen attraktiv? Vielleicht ist es der Charme der siebziger Jahre, denn verändert hat sich, seitdem das als Lehrschwimmbecken gebaute Hallenbad vor mehr als 40 Jahren eröffnet wurde, eigentlich nichts. Und dennoch kommen mehr als 1000 Badegäste in der Woche in die „Badewonne“, um zu schwimmen oder zu klönen.

 Viele derjenigen, die wie Doris Nerge aus Auhagen hier selbst die ersten Schwimmzüge gemacht haben, bringen mittlerweile ihre Kinder zum Babyschwimmen im „Bambini-Club“ oder zum Schwimmenlernen in den „Delfin-“ und „Seepferdchenkursen“.

 Das familiäre Klima, die freundlichen Mitarbeiter und Kursleiter dürften einen großen Anteil an dem Besucherandrang haben. Man kennt sich untereinander. Auf die Wünsche der Besucher wird gerne eingegangen. Es darf nicht zu kalt sein, die Musik wird für die einen lauter, für die anderen leiser gedreht. Im Sommer treffen sich die Frühschwimmer sogar zum Frühstücken in den im Garten des Hallenbades aufgestellten Pavillons. Ob im Wasser oder am Beckenrand, Geselligkeit steht in der „Badewonne“ im Fokus. Man unterhält sich, tauscht Neuigkeiten aus und tut gleichzeitig auch noch etwas für die Gesundheit.

 „Wir sind auf die Toleranz der Gäste angewiesen, die die beengte Situation in Kauf nehmen und trotzdem ihren Spaß haben“, sagt die Schwimmbadleiterin Monika Wahlmann. Und dass die Schwimmer ihren Spaß haben, sieht man. Gemeinsam machen die Badegäste gut gelaunt den „Hampelmann“ im Wasser und bringen den Körper in Schwung. „Es könnte nicht besser sein. Früher war ich in Bad Nenndorf, das kann man aber vergessen. Es wäre wirklich schade, wenn die ,Badewonne‘ schließen müsste“, findet Bridget Lendeckel, die aus Riepen zur Rheumatherapie nach Nordsehl kommt.

 Der Komfort hingegen ist wahrlich dürftig – als Ruhezone dienen lediglich Steinbänke am Beckenrand und zwei kleine Bistrotische und ein Kaffeeautomat, – es ist sauber und gut gepflegt, das Becken und die Räumlichkeiten sind jedoch alt und dringend sanierungsbedürftig. Und dennoch ist Tag für Tag, von morgens um 6 Uhr bis in den späten Abend um 22 Uhr, Bewegung im Wasser.

 „Die privaten Besucher sind weniger geworden“, bedauert Wahlmann, die der Meinung ist, dass das vor allem mit den längeren Schulzeiten zusammenhänge. Der Großteil der Schwimmer gehört Therapiegruppen oder Sportvereinen an, die sich in der „Badewonne“ regelmäßig zur Wassergymnastik treffen. Die Kursprogramme sind so ausgelastet, dass sogar weitere Zeiten in dem ohnehin schon eng gestrickten Plan für Schwimmgruppen freigeräumt werden müssen. Der Wechsel zwischen den jeweiligen Schwimmern muss gut organisiert sein, damit im Umkleideraum und den direkt im Durchgangsbereich liegenden Duschen kein Stau entsteht.

 Morgens kommen Schüler aus Niedernwöhren, Meerbeck, Lauenhangen und Nienstädt zum Schwimmunterricht. Kindergartenkinder aus Meerbeck, Nordsehl, Stadthagen und sogar aus Lahde planschen in dem mit konstant 30 Grad angenehm warmem, leicht salzigem Wasser. Schwimm- und Wassergymnastikgruppen aus Bad Nenndorf, Bückeburg, Stadthagen und Bierde treffen sich regelmäßig im kleinen, aber gemütlichen Hallenbad.

 Die „Badewonne“ ist ein Ort, an dem Jung und Alt sich seit Generationen begegnen, wohlfühlen und etwas für ihre Gesundheit tun. Trotz schwieriger Umstände haben viele Badegäste das kleine, marode Schwimmbad zu ihrer „Wohlfühloase“ erklärt und halten ihm die Treue.

 Zukunft der „Badewonne“ ungewiss – zum Bedauern der Gäste

Seit mehr als vier Jahrzehnten ist die „Badewonne“ in Nordsehl verankert. 1968 als reines Lehrschwimmbecken für Kinder entstanden, ist das Hallenbad heute als Wohlfühlzentrum für Menschen jeden Alters bekannt. Das Bad ist jedoch sanierungsbedürftig – soll der Schwimmbetrieb weiterlaufen, muss die Samtgemeinde, die seit 1974 Eigentümer der Einrichtung ist, gut eine Million Euro in die Dämmung, Heizungsanlage, Duschen und Becken stecken.

Die Samtgemeinde Niedernwöhren verweigerte kurz vor Weihnachten 2012 jedoch die Kosten zu tragen, sodass sich die Gemeinde Nordsehl dazu entschloss, die „Badewonne“ zu übernehmen. „Die Samtgemeinde Niedernwöhren möchte das Hallenbad abgeben, trotzdem ist es ihr wichtig, dass das Schulschwimmen in der Gemeinde weiter stattfinden kann“, sagt Hanna Mensching-Buhr, die zweite Vorsitzende des Fördervereins, auf Anfrage der SN. Die Samtgemeinde Niedernwöhren sieht sich nach Angaben des Verwaltungschefs Marc Busse aufgrund der Sanierungskosten schlichtweg nicht mehr in der Lage den Betrieb weiterhin aus eigener Kraft aufrecht zu erhalten (wir berichteten). Hinsichtlich der Forderungen der Samtgemeinde bezüglich einer Übergabe an Nordsehl muss nun ein Vertrag entstehen, dem beide Gemeinden zustimmen können, so Mensching-Buhr. „Da sind wir noch in der Findungsphase“,sagt Mensching-Buhr und betont: „Die Gemeinde Nordsehl ist bemüht, die Badewonne zu erhalten“.

Mit ihren vielseitigen Angeboten erfreut sich die „Badewonne“ großer Beliebtheit (siehe Facebook-Kasten). Das zeigen auch die Besucherzahlen: Pro Woche verzeichnet das Hallenbad etwa 1000 Besucher. Auch heute lernen viele Kinder noch immer die ersten Schwimmzüge in Nordsehl, aber auch Schwimmkurse für Erwachsene und andere Angebote wie Aqua-Fitness für Schwangere und Wassergymnastik sind mittlerweile in das Programm aufgenommen worden.

Bade-Fans

Die „Badewonne“ in Nordsehl ist ein Besuchermagnet. Viele Gäste verbinden besondere Erinnerungen wie den ersten Schwimmunterricht mit dem Hallenbad und würden es sehr bedauern, wenn die „Badewonne“ schließen müsste:
Ana Hesse schreibt: „Mein Sohn geht einmal die Woche mit der Grundschule Nienstädt (3. Klasse) Schwimmen. Und wir zusammen einmal die Woche. Er hat bei Birgit im vergangenen Herbst sein Seepferdchen gemacht und wir lieben das kleine warme Becken. Erst am Sonntag waren wir wieder da! Es wäre sehr, sehr schade, wenn das Bad geschlossen werden würde!!!“
Henn-ing Ha kommentiert: „Wenn möglich sind wir so oft es geht Sonntags mit Kind da. Ich bin selbst schon als Schulkind da gewesen, herrliche Zeit“.
Andreas Gnas würde es total schade finden, wenn die Badewonne schließen würde: „Mein Sohn hat dort auch sein Seepferdchen gemacht“.

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