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Fiese Tricks und miese Maschen

Gegen Abzocke wappnen Fiese Tricks und miese Maschen

Enkeltrick-Gauner gaukeln alten Menschen vor, sie seien Verwandte, die dringend Geld brauchen. Ihre Opfer stöbern die Täter oft in Telefonbüchern auf, in denen sie nach altmodischen Vornamen suchen. Der aktuelle Trick, sich am Telefon als Polizist auszugeben und auf diese Weise mit dem Vertrauen der Opfer zu spielen, ist besonders perfide. Die SN zeigt, wie man sich gegen Trickbetrüger wappnet.

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Thema des Tages (kcg). Der Trick mit dem Lotteriegewinn

Das Bundeskriminalamt befasst sich seit Oktober 2013 gezielt mit der Koordinierung der Bekämpfung von Betrügereien gegen Senioren. Nach Angaben des BKA entstand seit 2008 durch angebliche Gewinnversprechen ein Schaden von rund 120 Millionen Euro. Beispielsweise riefen Betrüger fast eine Million Menschen aus Callcentern in der Türkei an, um sie über einen angeblichen Gewinn eines hohen Geld- beziehungsweise Sachpreises zu informieren. Vor der Gewinnübergabe sei allerdings eine im Voraus zu zahlende Gebühr oder Steuer fällig. Trotz Zahlung erfolgte die Gewinnübergabe natürlich nie.

Neuer Trick an Geldautomaten

Eine neue Variante des Trickdiebstahls an Geldautomaten ist in Niedersachsen aufgetaucht. Dabei stellen sich zwei Personen hinter den Geldabheber, spähen die Geheimzahl aus und lassen dann einen Geldschein fallen. Einer der Täter macht den Bankkunden dann darauf aufmerksam, dass er einen Geldschein verloren hätte. Während dieser den Schein aufhebt, entnimmt der andere Täter die ec-Karte aus dem Fach und tauscht sie gegen eine andere aus.

Der Enkeltrick

Der Betrüger beginnt den Anruf gerne mit: „Rate mal, wer am Telefon ist?“ Wenn die Senioren daraufhin einige Namen raten, bestätigt der Täter irgendwann: „Ja, das bin ich.“ Wenn der Klang der Stimme nicht zum Enkel passt, wird das auf die Nutzung von Autotelefonen oder eine Erkältung geschoben. Der Täter braucht noch heute Geld ins Ausland, das ihm die Omi sofort schicken soll oder er braucht Geld für einen Auto- oder Wohnungskauf. Oft versprechen die „Enkel“, die Oma nun wieder öfter zu besuchen, was die Hilfsbereitschaft der Opfer erhöht.
Haben die Opfer nicht genug Bargeld im Haus, werden sie zur Bank geschickt. Dafür wird oft sogar ein bezahltes Taxi vorbeigeschickt. Bankangestellte könnten wegen der außergewöhnlich hohen Bargeldabhebung Verdacht schöpfen und die Polizei informieren. Um unliebsamen Fragen der Bankmitarbeiter vorzubeugen, wird den Angerufenen geraten, keine Auskunft über den Verwendungszweck des Geldes zu geben. Häufig wird darauf gedrungen, dass eine Bargeld-Überweisung über den US-Finanzdienstleister Western Union abgewickelt wird. Die große Gefahr dabei: Das Bargeld ist im Augenblick der Überweisung ein für alle Mal weg.

Falscher Polizist am Telefon

Die Telefon-Betrüger geben sich nicht als Enkel, sondern als als Polizeibeamte aus. Sie erklären ihrem Opfer, dass es in der nächsten Zeit einen Anruf von einem Enkeltrickbetrüger erhalten wird, der Geld von ihm verlangen wird. Der Angerufene solle auf dieses Anliegen eingehen, da sein Haus bereits von Polizeikräften umstellt wäre. Tatsächlich meldet sich kurze Zeit später eine Person und gibt sich als Enkel oder Neffe aus. Der Betrüger gibt an, dass er einen hohen Geldbetrag benötige und nennt die Summe. Die Angerufenen machen sich im guten Glauben, dass die Polizei bereits eingeschaltet ist, auf den Weg zur Bank, um das Geld abzuheben. Danach lässt sich ein „Polizist“ das Geld aushändigen.
Eine andere Variante des Tricks hat sich am Dienstag in Stadthagen ereignet. Ein angeblicher Polizist ruft bei seinem Opfer an, um es über die häufige Zahl von Einbrüchen in der Umgebung zu informieren. Dabei fragt der Ganove explizit nach, ob der Angerufene Wertgegenstände zu Hause aufbewahrt und wie die Wohnung gegen Einbruch gesichert ist. Die Infos nutzt der Betrüger dann selbst für einen geplanten Beutezug.
Die Zahl der Straftaten mit falschen Polizisten ist nach Auskunft des Landeskriminalamtes stark gestiegen. Von Januar bis Mai wurden in Niedersachsen 89 angezeigte Delikte gezählt. Bis Jahresende rechnen die Experten mit mehr als 200 Fällen. 2014 waren es 136 Taten.

Die Bank ruft an

Da der Enkeltrick aus Sicht der Betrüger nicht mehr so erfolgversprechend ist, wie er einmal war, haben sie den Trickbetrug auf perfide Weise weiter verfeinert: Der Anrufer gibt sich beim angerufenen Opfer als Bankmitarbeiter aus. Er gibt vor, Hacker seien in das Computersystem der Bank eingedrungen und zur Rettung des Geldes auf dem Konto sei nun die PIN-Nummer erforderlich. Oft wird im Telefonat noch der Besuch eines Bankkollegen angekündigt, der die dazugehörige Karte abholen werde. Damit schöpfen die Gauner am Geldautomaten zunächst das Tageslimit aus, um den Vorgang nach Mitternacht noch einmal zu wiederholen.

Der Staatsanwalt ruft an

Bei der Masche erhalten Senioren – wie jüngst in Hameln geschehen –  einen dubiosen Anruf eines angeblichen Polizisten und eines angeblichen Staatsanwaltes. Sie erklären dem Opfer, dass es sich strafbar gemacht habe. Sie machen dem Opfer weis, es sei in internationale kriminelle Machenschaften verstrickt. Nur durch eine Zahlung von mehreren Tausend Euro könne man einer Gefängnisstrafe entgehen. Wer darauf nicht eingehen möchte, wird zusätzlich dadurch unter Druck gesetzt, dass ansonsten auch die Nachbarschaft und Zeitungen über das „kriminelle Vorgehen“ informiert würden. Die Unbekannten fordern ihr Opfer schließlich auf, das Geld per Bargeldversand auf die Reise zu schicken.

Schockanrufe

Eine ganz neue Methode von Trickbetrug, die vom Prinzip her dem Enkeltrick ähnelt, ist der sogenannte Schockanruf. Hierbei geben sich die Betrüger als Anwälte aus und gaukeln vor, ein Angehöriger des Angerufenen habe einen schweren Unfall verursacht. Dabei sei ein Kind verunglückt, das sofort operiert werden müsse. Bei sofortiger Zahlung der Kosten werde die Familie des Kindes keine Anzeige erstatten, andernfalls komme der Unfallverursacher ins Gefängnis. Wenig später klingelt ein Komplize des Täters an der Tür, um das Geld abzuholen.

Der Handwerkertrick

Dabei geben sich in Monteurkleidung auftretende Männer als Handwerker aus, die im Auftrag der Wohnungsbaugesellschaft, des Strom- oder Gas-Anbieters oder der Telefongesellschaft eine Überprüfung am Anschluss durchführen sollen. Sind sie einmal in der Wohnung, durchsuchen die Täter in einem unbemerkten Augenblick die Schränke nach Wertsachen oder greifen in die Handtasche. Dazu muss man wissen: Handwerker kommen nie unangemeldet, alle Unternehmen von der Wohnungsgenossenschaft bis zum Stromanbieter melden ihre Mitarbeiter in jedem Fall vorher an. Wer bei einem dubiosen Besuch Zweifel bekommt, sollte die Haustür schließen und den vermeintlichen Handwerker nicht herein lassen. Ein Anruf beim betreffenden Unternehmen bringt anschließend Klarheit.

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