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Der ASB-Landesverband hat mit 400 Einsatzkräften den Ernstfall in Bad Nenndorf und Barsinghausen geprobt. Nach einem Erdbeben waren nicht nur zwei Touristengruppen im Besucherbergwerk der Deisterstadt verschüttet, in Bad Nenndorf ist es in diesem Katastrophenszenario auch zu einem Unfall mit einem voll besetzten Bus gekommen.

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Zum Glück nur eine Übung: Bei einem schweren Unfall nach einem Erdbeben müssen sie zahlreiche schwer verletzte bergen und versorgen. Geplant hatte das Horrorszenario der ASB-Kreisverband Hannover-Land/Schaumburg.

Quelle: bes

Schreie dringen aus dem Inneren des Bus-Wracks, eine junge Frau irrt barfuß über die Umgehungsstraße, ruft nach ihrer Freundin und fasst sich immer wieder an die Stirn, die von einer klaffenden Wunde gezeichnet ist. Ein leises Stöhnen ist ganz in der Nähe zu hören, als sich zwei Feuerwehrmänner einer anderen jungen Frau nähern, die blutüberströmt vor dem umgekippten Bus neben einem leblosen Körper liegt und nach Atem ringt. Mit schmerzverzerrtem Gesicht lässt sie die Erste-Hilfe-Maßnahmen über sich ergehen, während zeitgleich weitere Rettungskräfte der Freiwilligen Feuerwehr und des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) am Unfallort eintreffen.
Was die Einsatzkräfte beim Ausrücken noch ein Horrorszenario vermuten ließ, entpuppte sich schnell als – wenn auch sehr realistische – Katastrophenübung. Der ASB-Kreisverband Hannover-Land/Schaumburg hatte dazu gleich an zwei Schauplätzen Unglücke inszeniert: Während ein Erdbeben in Barsinghausen zwei Touristengruppen im dortigen Besucherbergwerk überraschte, kam es an der Umgehungsstraße des Neubaugebietes in der Nähe des Bahnhofes zu einem schweren Verkehrsunfall. Ein Auto war dort mit einem voll besetzten Bus kollidiert und hatte diesen auf die Seite kippen lassen.
Den Einsatzkräften bot sich dabei an der Unglücksstelle ein Bild des Grauens: Während traumatisierte Unfallopfer umherirrten und die Helfer immer wieder bei ihrer Arbeit behinderten, waren noch viele der Bus-Insassen noch in dem Wrack eingeklemmt. Mit schwerem Gerät mussten die Feuerwehrmänner sich und den Einsatzkräften des ASB einen Weg zu den Verletzten bahnen.
„Einige der Unfallopfer waren so schwer traumatisiert, dass sie in der Feldmark umherirrten und mit Mantrailer-Hunden und Flächensuchhunden aufgespürt werden mussten“, beschreibt Jörg Brockhoff eine weitere Schwierigkeit für die Helfer bei dem Übungsszenario. Der Bückeburger, der stellvertretender Vorsitzender des ASB-Kreisverbandes Hannover-Land/Schaumburg ist, hatte in den vergangenen zwei Wochen die Katastrophenübung entworfen. Zudem waren mehr als fünf Dutzend Mitglieder der Arbeiter-Samariter-Jugend, der Freiwilligen Feuerwehr und andere Helfer auf ihren Einsatz als Opfer vorbereitet worden. „Wir haben dazu speziell einen Workshop in Barsinghausen und ein Seminar in Holzminden organisiert“, ergänzt Annegret Droba, Pressesprecherin des ASB-Landesverbandes.
Doch nicht nur die Bergung und Erstversorgung der Unfallopfer sowie die Zusammenarbeit mit der Rettungshundestaffel sollte von den Einsatzkräften geprobt werden. Auch der Umgang mit dem neuen Digitalfunk und die Zusammenarbeit der einzelnen ASB-Gliederungen standen im Fokus. „Wir hatten ein sogenanntes Kriseninterventionsteam vor Ort, das die psychologische Betreuung der Opfer übernommen hat“, führt Brockhoff weiter aus. Der Bückeburger koordinierte von der Leitstelle im ASB-Bahnhof in Barsinghausen mit seinen Kollegen mehr als 300 Einsatzkräfte und sorgte dafür, dass alle Opfer schließlich wohlbehalten am imaginären Krankenhaus in der Deisterstadt ankamen.
Am Ende zeigten sich die Verantwortlichen mit dem Ergebnis der Großübung sehr zufrieden – auch wenn für einige der Verunglückten in Barsinghausen und Bad Nenndorf jede Hilfe zu spät kam. „Die Feuerwehr hat bei ihrem Part hervorragend funktioniert“, freute sich Paul Dylla, der als Zugführer der Freiwilligen Feuerwehr Bad Nenndorf die Einsatzleitung inne hatte. „Auch die Zusammenarbeit mit dem ASB und der Örtlichen Einsatzleitung des Landkreises Schaumburg hat war tadellos“, zeigte sich Dylla zufrieden, zumal auch die Abläufe in genau diese Schnittstellen getestet werden sollten. Auch Brockhoff und seine Mitstreiter stuften die Übung als gelungen ein, auch wenn sie aufgrund der ungewöhnlich hohen Temperaturen etwas früher als

Schreie dringen aus dem Inneren des Bus-Wracks, eine junge Frau irrt barfuß über die Umgehungsstraße, ruft nach ihrer Freundin und fasst sich immer wieder an die Stirn, die von einer klaffenden Wunde gezeichnet ist. Ein leises Stöhnen ist ganz in der Nähe zu hören, als sich zwei Feuerwehrmänner einer anderen jungen Frau nähern, die blutüberströmt vor dem umgekippten Bus neben einem leblosen Körper liegt und nach Atem ringt. Mit schmerzverzerrtem Gesicht lässt sie die Erste-Hilfe-Maßnahmen über sich ergehen, während zeitgleich weitere Rettungskräfte der Freiwilligen Feuerwehr und des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) am Unfallort eintreffen.

Was die Einsatzkräfte beim Ausrückennoch ein Horrorszenario vermuten ließ, entpuppte sich schnell als – wenn auch sehr realistische – Katastrophenübung. Der ASB-Kreisverband Hannover-Land/Schaumburg hatte dazu gleich an zwei Schauplätzen Unglücke inszeniert: Während ein Erdbeben in Barsinghausen zwei Touristengruppen im dortigen Besucherbergwerk überraschte, kam es an der Umgehungsstraße des Neubaugebietes in der Nähe des Bahnhofes zu einem schweren Verkehrsunfall. Ein Auto war dort mit einem voll besetzten Bus kollidiert und hatte diesen auf die Seite kippen lassen.

Den Einsatzkräften bot sich dabei an der Unglücksstelle ein Bild des Grauens: Während traumatisierte Unfallopfer umherirrten und die Helfer immer wieder bei ihrer Arbeit behinderten, waren noch viele der Bus-Insassen noch in dem Wrack eingeklemmt. Mit schwerem Gerät mussten die Feuerwehrmänner sich und den Einsatzkräften des ASB einen Weg zu den Verletzten bahnen.

„Einige der Unfallopfer waren so schwer traumatisiert, dass sie in der Feldmark umherirrten und mit Mantrailer-Hunden und Flächensuchhunden aufgespürt werden mussten“, beschreibt Jörg Brockhoff eine weitere Schwierigkeit für die Helfer bei dem Übungsszenario. Der Bückeburger, der stellvertretender Vorsitzender des ASB-Kreisverbandes Hannover-Land/Schaumburg ist, hatte in den vergangenen zwei Wochen die Katastrophenübung entworfen.Zudem waren mehr als fünf Dutzend Mitglieder der Arbeiter-Samariter-Jugend, der Freiwilligen Feuerwehr und andere Helfer auf ihren Einsatz als Opfer vorbereitet worden. „Wir haben dazu  speziell einen Workshop in Barsinghausen und ein Seminar in Holzminden organisiert“, ergänzt Annegret Droba, Pressesprecherin des ASB-Landesverbandes.

Doch nicht nur die Bergung und Erstversorgung der Unfallopfer sowie die Zusammenarbeit mit der Rettungshundestaffel sollte von den Einsatzkräften geprobt werden. Auch der Umgang mit dem neuen Digitalfunk und die Zusammenarbeit der einzelnen ASB-Gliederungen standen im Fokus. „Wir hatten ein sogenanntes Kriseninterventionsteam vor Ort, das die psychologische Betreuung der Opfer übernommen hat“, führt Brockhoff weiter aus. Als zusätzliche Herausforderung seien zudem immer wieder Situationen in das Szenario eingebaut worden, die weiteren Stress für die Einsatzkräfte bedeuten, so Droba. Dazu gehörte etwa ein Vater, der seinen eingeklemmten Sohn selbst aus dem Buswrack befreien wollte. „Diese äußeren Faktoren tauchen für die Einsatzkräfte spontan auf und müssen dementsprechend schnell beherrscht werden“, so die Sprecherin des ASB-Landesverbandes. Von diesen unerwarteten Details hätten Brockhoff und sein Team einige ins die Übung eingebaut. Der BückeburgerBrockhoffkoordinierte von der Leitstelle im ASB-Bahnhof in Barsinghausen mit seinen Kollegen fast 400 Einsatzkräfte der einzelnen Institutionen und sorgte dafür, dass alle Opfer schließlich wohlbehalten am imaginären Krankenhaus in der Deisterstadt ankamen.

Am Ende zeigten sich die Verantwortlichen mit dem Ergebnis der Großübung sehr zufrieden – auch wenn für  einige der Verunglückten in Barsinghausen und Bad Nenndorf jede Hilfe zu spät kam. „Die Feuerwehr hat bei ihrem Part hervorragend funktioniert“, freute sich Paul Dylla, der als Zugführer der Freiwilligen Feuerwehr Bad Nenndorf die Einsatzleitung inne hatte. „Auch die Zusammenarbeit mit dem ASB und der Örtlichen Einsatzleitung des Landkreises Schaumburg hat war tadellos“, zeigte sich Dylla zufrieden, zumalauch die Abläufe in genau diese Schnittstellen getestet werden sollten. Auch Brockhoff und seine Mitstreiter stuften die Übung als gelungen ein, auch wenn sie aufgrund der ungewöhnlich hohen Temperaturen etwas früher als geplant beendet wurde. Schließlich solle eine Übung nicht zu einem realen Notfall werden, so der stellvertretende ASB-Kreisvorsitzende.

geplant beendet wurde. Schließlich solle eine Übung nicht zu einem realen Notfall werden, so der stellvertretende ASB-Kreisvorsitzende.

Wenn die Unfallopfer noch dazu lernen

ür den 13-jährigen Cedric aus Bückeburg war seine Rolle als Unfallopfer bei der Katastrophenübung des ASB-Landesverbandes bei Bad Nenndorf Routine. „Es ist bereits mein drittes Mal bei einem Großeinsatz“, erzählt er, nachdem er von den Rettern der Freiwilligen Feuerwehr der Samtgemeinde Nenndorf und des Helfern des ASB geborgen und medizinisch versorgt worden ist. „Es war sehr interessant für mich, da ich selbst Mitglied der Jugendfeuerwehr in Bückeburg bin.“ Er habe sich auch deshalb als Freiwilliger gemeldet, weil er den erfahrenen Kameraden bei ihren Handgriffen quasi hautnah zuschauen wollte „Es hat für mich großen Spaß gemacht“, so Cedric weiter. Wie viele andere Unfallopfer war er bei einem Workshop auf seine Rolle vorbereitet worden.
„Ich habe auch bereits mehrfach als Unglücksopfer bei Übungen mitgemacht“, ergänzt der 24-jährige André Wehking aus Minden. Er ist einer von fünf Statisten von der Löschgruppe Dankersen, die sich den Einsatzkräften aus Schaumburg als potenzielle Verletzte zur Verfügung stellen. „Für mich gehört auch so etwas zum Ehrenamt dazu, zumal wir mit dem ASB schon mehrmals zusammengearbeitet haben und es einen guten Zusammenhalt zwischen den Organisationen gibt“, erzählt der 24-Jährige, der einen Insassen des Unfallautos mit einem Schädelhirntrauma dritten Grades mimt.
„Wir wollen mit solchen Großübungen nicht nur unsere Einsatzfähigkeit so hoch wie möglich halten und die Abläufe optimieren, wir wollen auch ein Stück Nachwuchswerbung betreiben“, erklärt Annegret Droba, Presssprecherin des ASB-Landesverbandes. Doch nicht nur die Jugendlichen stehen dabei im Fokus, der Arbeiter-Samariter-Bund will zugleich auch Ältere für ein ehrenamtliches Engagement mit dieser Form der Mitgliederwerbung gewinnen, wie Droba verdeutlicht.

Zwischen analog und digital
Interview mit Harald Kreft, Leiter des Landesfachdienstes Katastrophenschutz beim Arbeiter-Samariter-Bund

Herr Kreft, was wollen sie mit dieser Übung mit zwei sehr unterschiedlichen Szenarien und mehr als 400 Beteiligten testen?
Wir führen diese Übung durch, damit die einzelnen ASB-Gliederungen aus ganz Niedersachsen zusammenarbeiten können. Wir wollen auch die Zusammenarbeit und die Verzahnung zu anderen Organisationen wie den Freiwilligen Feuerwehren testen und verbessern. Wir haben dabei festgestellt, dass dies sehr gut funktioniert. Zudem sind einige Verbände schon mit Digitalfunk unterwegs, andere haben noch analoge Geräte.
Es sollte also auch der Umgang mit der Technik trainiert werden?
Beim Digitalfunk ist das Signal klarer und sicherer, aber es ist auch wichtig, dass die Einsatzkräfte wissen, dass ich bis drei zählen muss und erst dann sprechen darf, wenn der Empfänger die ganze Nachricht erhalten soll. Auch das sollte von den Helfern, die noch nicht digital funken, geübt werden. Von daher hat auch diese Perspektive gezählt.
Sind alle Ziele bei der Katastrophenübung erreicht worden?
Ich denke, dass alle Ziele erreicht worden sind. Aber wir werden bei der Auswertung auch schauen, in welchen Bereichen wir noch besser werden können. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse werden wir dann unsere Abläufe noch weiter optimieren. bes

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