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Schaumburg Im Burgenland

Das Schaumburger Land ist reich an Burgen. Zwischen Wesertal und Steinhuder Meer hat der vor Jahren verstorbene Experte Hans-Wilhelm Heine 35 Objekte aufgelistet. Sieben davon liegen allein im Bereich der Samtgemeinde Rodenberg. Dazu kommen die Rittergüter in Apelern und Lauenau. Eine Rundreise.

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Ein Bauwerk von europäischem Rang

Vom einst stolzen Schloss Rodenberg ist nach dem großen Stadtbrand im Jahr 1859 nur das so genannte „Ständehaus“ übriggeblieben, das heute als Heimatmuseum dient. Grabungen in den vergangenen Jahren aber haben Erstaunliches zutage gebracht, was fast europaweit eine Besonderheit ist. Vor allem die inzwischen freigelegte und in Teilen rekonstruierte Bastei mit ihrem Grabenwehr gilt als weithin einmalig. Schloss Rodenberg dürfte um 1300 entstanden sein. nah

Ein Herrenhaus in elfter Generation

Einen schlossähnlichen Charakter besitzt das Herrenhaus der Familie von Hammerstein. Von 1586 bis 1590 ließ Schaumburgs Kanzler Anton von Wietersheim das Anwesen im Weserrenaissancestil errichten. Nachhaltig geprägt aber haben es die inzwischen elf Generationen der Familie von Hammerstein, die 1673 das Gut erwarb. Neben dem Erhalt der Haupt- und Nebengebäude ist in jüngster Vergangenheit die Parkanlage nach historischen Vorlagen neu entstanden – einschließlich Wasserspielen und Gartenlabyrinth. nah

Ein Juwel der Weserrenaissance

Zwischen 1520 und 1589 ist das Hülseder Wasserschloss entstanden und hat nur wenig von seinem ursprünglichen Aussehen verloren. Noch immer umgibt ein breiter Graben die dreiflügelige Anlage, die nach vorn durch ein Torhaus abgeschlossen wird. Der von Claus von Rottorp veranlasste Bau im Stil der Weserrenaissance fiel 1584 in den Besitz der Adelsfamilie von Mengersen, deren Nachfahren bis heute das bauliche Juwel pflegen und Besuchern jederzeit den Zutritt in den Vorhof erlauben. nah

Rätselhafte Wälle im Wald

Etwa so alt wie die Heisterburg wird die in der Nähe befindliche Wirkesburg bei Feggendorf geschätzt. Der ursprüngliche Verlauf der wallartigen Befestigungen und der kreisförmige Ringwall in deren Mitte sind wegen der später querenden Wege nur noch in Teilen auszumachen. Bei verschiedenen Untersuchungen ergaben sich keine Hinweise auf Steinbauten oder andere Einrichtungen. Eine Tafel informiert Wanderer unter anderem mit einer Skizze. nah

Ein Schloss für den Drost

Nur einen guten Steinwurf entfernt von der Wasserburg in Lauenau liegt Schloss Schwedesdorf. Der damals als Drost bezeichnete Verwalter des Amtes Lauenau, Otto von Münchhausen, ließ es von 1594 bis 1600 ebenfalls im Stil der Weserrenaissance errichten. Der zweiflügelige Bau wird beherrscht von einem schlanken Treppenturm. Das Obergeschoss des Seitenflügels fällt durch sein dekoratives Fachwerk auf. nah

Keramikfunde auf der „Slottwiese“

Der Beharrlichkeit eines Landwirts ist es zu verdanken, dass 580 Jahre nach ihrem Untergang die „Posteburg“ bei Schmarrie wiederentdeckt und einschließlich etlicher Funde rekonstruiert werden konnte. Dabei kursierte in der Bevölkerung seit jeher die Vermutung, dass auf der „Slottwiese“ (Schlosswiese) doch einst ein herrschaftliches Anwesen gestanden haben muss. 1992 wurden Fundamente von Hauptgebäude und Einfriedigungen freigelegt, jedoch bald wieder dem konservierenden Erdreich überlassen. Ein Findling sowie neuerdings eine Informationstafel (Bild) verraten den Standort, der wahrscheinlich nur von 1384 bis etwa 1411 bestehenden Burg. nah

Münchhausen baut auch in Apelern

Ottos Bruder Claus übernahm den Familienbesitz im benachbarten Apelern. Dort hatte Vater Börries von Münchhausen 1561 das Herrenhaus errichten lassen – mit Wassergraben als Schutz und mit Stilelementen der Weserrenaissance. Claus setzte die Investitionen fort und sorgte unter anderem für das malerische Torhaus des Anwesens. Weitere An- und Umbauten folgten im 19. und 20. Jahrhundert. Heute ist der Innenhof in jedem Sommer Ziel vieler Besucher: Die Hausherrin pflegt eine üppige Blumenpracht. nah

Eine „Motte“ an der Aue

Lange glaubten die Einwohner von Messenkamp, der so genannte „Tannenkamp“ in der Niederung der Rodenberger Aue sei nur ein sagenumwobener Fleck Erde. Inzwischen ist sicher: Der inmitten von Weiden und heute baumbestandene Hügel mit den Maßen 18 mal 28 Meter trug einen Turm oder ein festes Haus aus Holz oder Stein. Den Rand des Hügelplateaus sicherte ein Palisadenzaun oder eine Mauer. Um den Hügel deutet sich noch ein breiter Graben an, dessen Wasser aus der direkt benachbarten Aue gespeist wurde. Weitere Spuren ließen sich bislang nicht finden. In der etwa um 1200 entstandenen Motte soll später auch Gericht gehalten worden sein. nah

Ein Schloss als Verwaltungssitz

Noch bis Mitte des 17. Jahrhunderts erhob sich weithin in der Landschaft sichtbar das aus klobigen Sandsteinen errichtete Lauenauer Wasserschloss. Heute ist es von der umliegenden Bebauung fast völlig verdeckt und nur über einen Seiteneingang erreichbar. Von hier aus wurden bis 1859 das 19 Ortschaften und Weiler umfassende Amt Lauenau verwaltet. Es wurde Gerichtsurteile auch über Hexen gefällt, 1647 der Vertrag über die Teilung Schaumburgs besiegelt und für ein halbes Jahr die hannoversche Kurprinzessin Sophie-Dorothea gefangen gehalten. Die erste Burg stand schon um 1300 an dieser Stelle, sie wurde 1519 in der Hildesheimer Stiftsfehde zerstört. Ein Neubau folgte zwischen 1568 und 1572. Verschiedene Veränderungen sorgten für den heutigen Zustand. nah

Ein Schloss mit 45 Zimmern

Schloss Meysenbug in Lauenau duckt sich hinter bäuerlichem Fachwerk in einer stillen Ecke der Ortsmitte. Dabei überrascht es mit seinem dem englischen Tudor-Stil im 19. Jahrhundert nachgeahmtem Äußeren. Bis dahin trug es auch Stilelemente der Weserrenaissance, wie es sie Wulf von Zerssen in der Bauphase zwischen 1604 und 1610 in Auftrag gegeben hatte. 1828 erwarb es Carl Rivalier von Meysenbug, dessen Tochter Malwida als erste Frauenrechtlerin gilt. Sein heutiges Aussehen erhielt das auch als „Rittergut I“ bezeichnete Anwesen 1867 nach fast völligem Abriss: Wiederholt hatte Hochwasser das Haupthaus heimgesucht. In ihm und seinem Seitentrakt könnte man sich glatt verlaufen: Es zähle, heißt es, 45 Zimmer. nah

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