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Kaufen, schenken, tauschen

Thema des Tages Kaufen, schenken, tauschen

Jedes Jahr landen an Weihnachten ungeliebte Geschenke unter dem Weihnachtsbaum. Doch was tun damit? Wer die Präsente nicht einfach behalten will, kann sie zurückbringen.
Aber Vorsicht: Ein Recht auf Umtausch gibt es nicht.

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Mit dem Präsent danebengelegen? Verbraucherschützer haben Tipps:

  • Kann es umgetauscht werden? Weil der Handel zufriedene Kunden will, zeigt er sich oft kulant. Aber anders als vielfach angenommen steht Käufern kein Umtauschrecht zu, wenn das Präsent einwandfrei ist. Das heißt: Falsche Farbe und falsche Größe sind rechtlich gesehen kein Umtauschargument, wie Stefan Hertel vom Handelsverband Deutschland (HDE) erläutert. Ein Tipp: Beim Kauf auf den Zusatz „Umtausch gegen Vorlage des Kassenbons“ achten. Das wirkt wie ein Vertrag und nimmt den Händler in die Pflicht, sagt Lovis Wambach von der Verbraucherzentrale.
  • Bekomme ich beim Umtausch mein Geld zurück? Normalerweise gilt: Ware gegen Ware. Manche Händler erstatten jedoch das Geld oder stellen einen Gutschein aus. Am besten erkundigen sich Verbraucher schon beim Kauf der Weihnachtsgeschenke nach solchen Möglichkeiten. Wirbt ein Händler mit einer „Geld-zurück-Garantie“ ist er daran gebunden.
  • Was ist vom Umtausch ausgeschlossen? Generell zum Beispiel Dessous, Zahnbürsten, Bademoden oder Erotikartikel. Hier sprechen hygienische Gründe gegen eine Rückgabe. Außerdem können DVDs und CDs betroffen sein. Häufig tragen  „Umtausch ausgeschlossen“-Artikel ein Siegel. Das muss bei online georderten Produkten deutlich sichtbar auf der Ware kleben. „Wird das Siegel zerstört, erlischt das Widerrufsrecht“, sagt Hertel.
  • Welche Besonderheiten gelten im Internet? Für Online- und Haustürgeschäfte gilt ein allgemeines Widerrufsrecht von 14 Tagen. Innerhalb dieser Frist können Sachen, die bei professionellen Anbietern erstanden wurden, retour geschickt werden. Dazu widerruft der Kunde den Kauf. Dem Gesetz nach zahlt der Käufer die Rücksendung. Häufig übernehmen Online-Shops aber die Kosten.
  • Welche Kunden-Rechte gelten im grenzüberschreitenden Internethandel? Das Widerrufsrecht von 14 Tagen greift innerhalb der EU. Gerechnet wird vom Tag des Erhalts an, wie André Schulze-Wethmar vom Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ) erläutert. Die Zeit kann bei Geschenken eng werden. Deshalb bietet sich das Internet eher für Last-Minute-Ideen an. Verschmähte Präsente sollte der Käufer zurückgeben. In der Praxis akzeptieren die Online-Shops aber auch Retouren von Beschenkten. Wer im Inland oder im EU-Ausland getätigte Online-Käufe rückgängig machen will, muss laut EU-Vorschrift den Händler kontaktieren. Schulze-Wethmar zufolge genügt eine Mail.
  • Was tun, wenn ein Geschenk kaputtgeht? Oma hatte sie sich so schön vorgestellt, die strahlenden Augen ihres Enkels beim Anblick des Tablets unterm Tannenbaum. Dann blieb das Display aber dunkel. Das Präsent war ein Fall für die Reklamation: Fehlerhafte Ware gehört umgehend zurück ins Geschäft, das sie ersetzen oder reparieren muss. Darauf haben Kunden – im Unterschied zum freiwilligen Umtausch – einen gesetzlich verankerten Gewährleistungsanspruch. Der greift EU-weit maximal zwei Jahre. Bei gebrauchten Dingen kann die Frist auf ein Jahr verkürzt sein, sofern es im Kaufvertrag steht. Tritt der Schaden in den ersten sechs Monaten auf, nimmt das Gesetz zugunsten des Verbrauchers an, dass der reklamierte Artikel von vornherein eine Macke hatte. Nach der Sechsmonatsfrist muss der Kunde nachweisen, dass der Mangel schon beim Kauf bestand
  • Worauf kommt es bei der Gewährleistung an? Zuständig für die Reklamation und damit für die Gewährleistung ist das Geschäft, in dem der beanstandete Artikel gekauft wurde. Nicht der Hersteller. Der Kunde kann zwischen Reparatur und neuer Ware wählen. Neues darf der Händler nur verweigern, wenn ihm daraus ein unverhältnismäßiger wirtschaftlicher Aufwand entstünde. Mit dem Einverständnis des Kunden hat der Laden zwei Versuche der Nacherfüllung. Danach kann der unzufriedene Verbraucher die Rückabwicklung des Geschenkkaufs verlangen. Das gilt auch, wenn drei Mängel oder mehr den Spaß verderben. Natürlich ergebe sich ein „Vertrauensverlust in Laden oder Ware“, sagt Lovis Wambach.
  • Was kosten Reklamation und Gewährleistung? Das Geschäft darf dem Kunden für die Leistungen nichts abknöpfen. Weder für Anfahrt, noch Transport zum Hersteller oder zur Reparaturwerkstatt, noch die Reparatur an sich oder Arbeitskosten. Das ist gesetzlich geregelt (Paragraf 439 BGB).
  • Wann greift die Garantie? Viele Hersteller und Händler geben eine freiwillige Garantie auf ihre Produkte ab. Sie darf gesetzliche Regelungen, etwa zur Gewährleistungspflicht, nicht beeinträchtigen. Je nach Formulierung bringt die Garantie Vorteile: Steht ein Hersteller drei Jahre ohne Einschränkungen für sein Produkt gerade, bekommt der Kunde automatisch drei Jahre gesetzlich verankerte Gewährleistung. Als zusätzliches Plus entfällt die Beweislastumkehr nach sechs Monaten.

Von Monika Hillemacher

Tausch den Baum

Sie heißen Waldemar, Tanneliese und Baumgard und stehen geschmückt in einem Wohnzimmer – wie die meisten der rund 25 Millionen Weihnachtsbäume, die alle Jahre wieder in Deutschland gekauft und einige Wochen später von der Müllabfuhr abgeholt werden. „Die achtlos weggeworfenen Bäume haben uns jedes Jahr ein schlechtes Gefühl bereitet“, sagt Sebastian Schönfeld, einer der beiden Geschäftsführer des im April gegründeten Start-ups Happy Tree. „Diese Bäume wachsen Jahre lang, um nach zehn Tagen tot auf dem Müll zu landen: Das ist sinnlos.“

Waldemar und Co. sollen es besser haben. Denn: Das kleine Düsseldorfer Unternehmen liefert sie samt Wurzeln im Topf. Und sie werden auch nicht verkauft, sondern vermietet – „es will sie ja nach Weihnachten keiner behalten“. Deshalb werden auch die Happy Trees im Januar abgeholt. Statt in den Häcksler kommen sie zurück in die Erde und erholen sich in einer Baumschule im rheinländischen Hahn für die nächste Weihnacht.

Happy Tree ist Sharing Economy (auf deutsch: Wirtschaft des Teilens) in Reinform: Hier wird genutzt statt besessen. „Ob alle Bäume den Ausflug ins warme Wohnzimmer überstehen, können wir natürlich nicht garantieren“, sagt Schönfeld. In einem Versuch hätten es immerhin 90 Prozent geschafft.
Die geliehenen Bäume sind nicht ganz billig: So kosten die weiterlebenden Sharing-Nordmanntannen mit Fair-Trade-Siegel je nach Größe zwischen 65 und 78 Euro. Zum Vergleich: Ein Meter gefällte Nordmanntanne kostet zwischen 16 und 22 Euro.

250 Bestellungen hatten die Jungunternehmer. In diesem ersten Jahr belieferten sie den Großraum Düsseldorf und Köln mit Waldemars, Tannelieses und Baumgards. Im nächsten Jahr wollen die Düsseldorfer mit ihren Bäumen weiterwachsen und sie bundesweit anbieten. „Dann würden wir mit Baumschulen vor Ort kooperieren, damit die Transportwege kurz bleiben“, sagt Schönfeld, der hauptberuflich in einem Medienunternehmen arbeitet. „Die Rückmeldungen zeigen uns, dass sich die Leute in ganz Deutschland fürs Bäume-Teilen interessieren.“  epd

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