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Klinik XXL

Die SN erklären das Gesamtklinikum Schaumburger Land Klinik XXL

Das Gesamtklinikum Schaumburger Land nimmt Gestalt an. In den Schaumburger Nachrichten stellen der Sprecher der Geschäftsführung der Krankenhausprojektgesellschaft, Achim Rogge, und der Technische Leiter, Dirk Hahne, das Großprojekt vor.

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Das Baugrundstück hat eine Fläche von rund 80 000 Quadratmetern, das entspricht einer Größe von fast zwölf Fußballfeldern. Rund 24 000 Quadratmetern – also mehr als drei Fußballfelder – werden bebaut. Die restlichen circa 56 000 Quadratmeter bleiben als Freifläche, die zu einem parkähnlichen Außenbereich gestaltet wird. Als sogenannte Ausgleichsmaßnahme für die Versiegelung von Flächen werden rund 500 Bäume gepflanzt.

Der Nordkubus ist nicht nur der größte der drei Quader, er ist auch der techniklastigste. Dort sind insgesamt neun Operationssäle untergebracht, auch der neue Hybrid-OP. Dort können sowohl Eingriffe im Schlüsselloch-Verfahren als auch nach traditioneller Methode vorgenommen werden. Die Operationssäle befinden sich in der ersten Etage, direkt über der Zentrale Notaufnahme und dem Medizinischen Versorgungszentrum. Auch die Zentrale Sterilgutversorgungsanlage für die OPs, dort wird das medizinische Besteck nach Operationen wieder sterilisiert und steril verpackt, findet auf der Etage Platz. In dem darüber liegenden Stockwerk sind die Gynäkologie und die Geburtshilfe untergebracht. Auch das Brustzentrum wird dort zu finden sein.

Die Cafeteria und die Räume für die Seelsorgerin des Gesamtklinikums belegen das Erdgeschoss im Westkubus, ebenso wie die für die Geschäftsführung und die Verwaltung. Nebenan gehen Physiotherapeuten ihrer Arbeit nach. „Wir wollen unseren Patienten auch nach der Entlassung die Möglichkeit einer ambulanten Weiterversorgung geben“, erklärt Rogge. In der ersten Etage befindet sich die Intensivstation mit insgesamt 50 Betten. Die Geschosse darüber sind weiteren normalen Stationen vorbehalten. „Alle Patientenzimmer liegen außen und haben Tageslicht“, hebt Rogge hervor.

In der ersten Etage des Ostkubus sind die Behandlungsräume der jeweiligen Fachdisziplinen wie Kardiologie, der Gastroenterologie und der Neurologie, damit es möglichst kurze Wege im Diagnostik-Bereich gibt, wie Rogge als Sprecher der Geschäftsführung der Krankenhausprojektgesellschaft, betont. In der zweiten Etage des West- und Ostkubus befinden sich pro Stockwerk zwei Stationen.

Auf dem Parkplatz vor der Zentralen Notaufnahme haben bis zu acht Rettungswagen Platz, angeordnet im sogenannten Fischgrätenmuster, wie Hahne und Rogge erklären. Die Patienten können liegend angeliefert werden. Die Zufahrt zur Zentralen Notaufnahme erfolgt getrennt von den Besuchern, damit die Rettungswagen keine Zeit verlieren.

Die medicale Versorgung des Klinikums, also mit Pflastern, Verbänden, Medikamenten und anderem medizinischen Material geschehe „just in time“, wie Rogge betont. Vier Tage könne der Betrieb ohne Nachschub aufrecht erhalten werden. „Bei der Entsorgung halten wir es jedoch nur zwei Tage aus“, sagt der Technische Leiter Hahne. Dies hänge auch mit den speziellen Anforderungen an einen medizinischen Betrieb zusammen. „Wir haben zum Beispiel allein etwa 30 verschiedene Abfallarten.“

Die Betreiber des Gesamtklinikums Schaumburger Land, der Landkreis, die Stiftung Bethel und der Gesundheitskonzern Agaplesion, setzen auf neueste Technik, deshalb gibt es in dem Krankenhaus auch eine elektronisch gesteuerte Rohrpost mit modernster Technik. „Während andere Unternehmen dieses System vor Jahren abgeschafft haben, haben wir uns dafür entschieden“, sagt Rogge: „Die sogenannten Bomben sind mit RFID-Chips versehen. Durch die ausgeklügelte Computersteuerung weiß so jede Bombe, wohin sie muss – und in welcher Geschwindigkeit. Wir werden damit nicht Schriftstücke versenden, sondern zum Beispiel Blut- und Gewebeproben. Das gesamte Rohrpostsystem wird mithilfe von Druckluft betrieben.“ Ohnehin werde es im Gesamtklinikum weitestgehend papierlos zugehen. „So werden zum Beispiel Patientenakten, Röntgenbilder und weitere Befunde mit einem Klick auf den Bildschirm des behandelnden Arztes gebracht“, ergänzt der Sprecher der Geschäftsführung.

Einige Mitarbeiter des Klinikums werden sich nebenamtlich in der Werkfeuerwehr engagieren. Käme es zu einem Brand, würde diese die ersten Maßnahmen einleiten, bis sie von Kräften der örtlichen Feuerwehr unterstützt werden. Achim Rogge von der Krankenhausprojektgesellschaft zufolge ist geplant, dass auch ein Löschfahrzeug am Gesamtklinikum stationiert wird. „Über eine Rufbereitschaft während der Nachtstunden werden wir noch reden müssen“, führt Rogge weiter aus.

Für Patienten und deren Angehörige wird es in der Nähe des Eingangsbereichs einen „Raum der Stille“ geben. Dieser werde mit Obernkirchener Sandstein ausgekleidet, wie Achim Rogge ausführt. Diese Gestaltung stelle einen Bezug zur direkten Umgebung dar. Patienten und Angehörige sollen sich dorthin zurückziehen können. „Da wir kirchliche Träger haben, legen wir Wert auf einen ,Raum der Stille‘, auch wenn dort keine Trauerfeiern stattfinden werden“, betont Rogge. Damit sich die Besucher nicht beobachtet fühlen und auch eine ruhige Atmosphäre gewährleistet ist, ist der Raum durch den Einzug einer Wand nicht direkt einsehbar. „Es wird allerdings keine Türen geben, damit er jederzeit aufgesucht werden kann“, ergänzt Rogge. bes

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