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Lecker!

Gesundes Kinderessen Lecker!

Kinder sollen viel Obst und Gemüse essen. In der Praxis ist es leider nicht so einfach, Gummibären-Fans für Möhren und Paprika zu begeistern. Dabei ist es meist gar nicht so schwer, Vitamine kindgerecht zu verpacken. Die Grundschule Lauenau macht es vor. Zu Besuch bei den „Schlemmi“-Kindern.

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Die Kinder der 2 b freuen sich aufs „Schlemmi“-Frühstück.

Quelle: kcg

Von Katharina Grimpe

Das ist ein ganzes Stück Arbeit gewesen: Insgesamt 25 Kilo Zwetschgen haben die Kinder der Klasse 2 b entsteint, damit alle 260 Schüler der Grundschule in Lauenau frisch gebackenen Kuchen essen konnten. Umso stolzer waren Lucy, Clemens, Titus, Laura und Co., als sie kurz vor der ersten großen Pause mit Backblechen voll duftendem Zwetschgen-Krümel-Gebäck von Klasse zu Klasse zogen.
Mittwochs ist „Schlemmi“-Tag in der Albert-Schweitzer-Schule. Dann steht die Schulküche im Mittelpunkt des Geschehens, dann werkeln Mädchen und Jungen an Ofen und Herd, mahlen Vollkornmehl, schnippeln Äpfel und Möhren, reiben Kartoffeln und verarbeiten Hafer zu lecker-süßem Knuspermüsli. Viel ist bio, das meiste regional. Und fast immer schmecken die kulinarischen Kreationen wie Reibekuchen, Maiskolben oder Brotgesichter den Schülern hervorragend. Bei „Schlemmi“ ist der Name Programm.
Seit zwei Jahren gibt es das Projekt als Nachfolger des gesunden Frühstücks, das Eltern ehrenamtlich organisiert haben. „Jede Woche ist eine andere Klasse an der Reihe, eine gesunde Pausenmahlzeit für alle Schüler zuzubereiten“, erklärt Christina Konerding, die das Programm als pädagogische Mitarbeiterin der Schule federführend auf die Beine stellt. Dabei lernen die Kinder nicht nur, wie man Lebensmittel zubereitet, sondern auch, welche Früchte wann Saison haben und welche hygienischen Grundregeln beim Kochen eingehalten werden sollten. Und vor allem lernen sie, dass Obst und Gemüse richtig lecker schmecken kann.
„Wir wollen den Kindern nicht mit erhobenem Zeigefinder vermitteln, was sie essen sollen und was nicht“, betont die 46-Jährige. Viel wichtiger sei es, dass die Schüler Spaß am Zubereiten haben und neugierig werden auf Zutaten, die zu Hause vielleicht nicht so häufig auf dem Speiseplan landen. „Toll wäre, wenn sich daraus eine Selbstverständlichkeit entwickelt“, sagt Konerding. Das Ziel: Die Ernährungsgewohnheiten der Kinder nachhaltig positiv zu beeinflussen. Schließlich gebe es zahlreiche Jungen und Mädchen, die mit Nutellatoast und Schokoriegel in die Schule kommen – oder ganz ohne Frühstück.
Seit einem Jahr profitiert die Schule bei ihrem Bemühen, den Schülern ein Bewusstsein für eine ausgewogene Ernährung zu vermitteln, von der Teilnahme Niedersachsens am EU-Schulobst-Programm. Dreimal in der Woche gibt es für jedes Grundschulkind in Lauenau die Extra-Portion Vitamine in Form von saisonalem Gemüse und Obst. Geliefert wird vom Obsthof Brüggenwirth in Ohndorf. Das Waschen, Schneiden und Verteilen der Früchte übernehmen die Schüler selbst. Und sie greifen gerne zu.
Klappt das auch zu Hause? Es ist gar nicht so schwer, kleine Vitaminverweigerer für Tomate, Paprika und Möhre zu begeistern, meint Konerding. Wichtig ist, die Kinder selbst mitanpacken zu lassen, sagt auch ihre Team-Kollegin Ewa Knappik. „Beim Schnippeln und Kochen probieren die Kinder. Und wenn das Gericht fertig ist, sind sie so stolz auf ihr Werk, dass sie gar nicht auf den Gedanken kommen, es könnte nicht schmecken.“ Dabei komme es darauf an, Kindern ausreichend Gelegenheit zum gemeinsamen Kochen oder zum Probieren zu geben. „Es reicht ja schon, ein Glas mit Gemüse-Sticks oder ein Schälchen mit geschnittenem Obst auf den Tisch zu stellen, während man das Mittagessen zubereitet.“
Vor allem eines könne dabei helfen, das Kind zum Gemüse-Fan zu machen: Vitamine kindgerecht zu verpacken. „Das Auge ist mit“, sagt Konerding. Ein Käsebrot mit Gemüse komme eben viel besser an, wenn Tomaten, Gurke und Paprika als Gesicht aufs Brot gelegt werden. Möhren und Gurken können blitzschnell zu Lollies oder Autos dekoriert, gewürfeltes Brot, Käse und Gemüse zu leckeren Piratenspießen aufgereiht werden. Und wenn das immer noch nicht zum Zugreifen einlädt, kann der Pürierstab das Libelingsgericht Nudeln mit Tomatensoße aufpeppen. „Einfach etwas Lauch oder Möhren andünsten und in der Soße pürieren.“ Das schmeckt selbst den größten Gemüsemuffeln.

Da wollen auch Gemüsemuffel zugreifen: Clevere Tipps zum Nachmachen

Lachend am Frühstückstisch – Brotgesichter
Die Werbung macht’s vor: Essen macht Spaß, wenn man es mit Gefühlen verbindet. Nicht umsonst ein cleverer Fleischer die Bärchenwurst erfunden. Das klappt aber auch mit Paprika, Gurke, Radieschen und Co. Einfach eine Scheibe Vollkornbrot mit Käse, Wurst oder Aufstrich belegen und dazu ein lustiges Gesicht aus dem geschnittenen Gemüse dekorieren: Gurke werden zu Haaren, Tomaten zu Augen, Mais zur Nase und Paprika zum Mund.

Schnell zum Boxenstopp – das Möhrenauto
Kleine Rennfahrer sind begeistert vom sportlichen Gemüsespaß auf dem Abendbrottisch. Eine geschälte Möhre wird zur Karosserie, dicke Gurkenscheiben zu Reifen, ein Radieschen oder eine kleine Tomate zum Fahrer. Zusammengehalten wird alles mit Zahnstochern.

Zum Anbeißen – Gurkenlollies
Einfacher geht’s nicht: Die Lollies aus Gurke und Karotte sind nicht nur schnell hergezaubert, sondern sehen auch super aus. Was man dazu benötigt? Außer dem Gemüse noch Zahnstocher, ein Messer und einen Apfelgehäuse-Ausstecher. Die Gurke schneidet man in etwa fünf Zentimeter große Stücke und entfernt die Kerne mit dem Apfelausstecher. Eine Karotte wird auf die richtige Dicke geschält und in die Gurke gesteckt. Jetzt wird die Gurke in dicke Scheiben geschnitten und auf die Zahnstocher gepiekst. Fertig.

Alle Farben des Regenbogens – Obstspieße
Das schmeckt nicht nur Kindern: Buntes Obst der Saison wird in mundgerechte Stückchen geschnitten und farblich abgestimmt auf Schaschlik-Spieße gesteckt. Süße Vitaminbomben, bei denen jeder gerne zugreift.

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