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Mehr als die gute alte Eiche

Thema des Tages Mehr als die gute alte Eiche

Holz ist das neue Lieblingsmaterial der Deutschen: Es wird nicht mehr nur im Hausbau und für die Anfertigung von Möbeln verwendet, sondern auch für Küchenutensilien und Schmuck. Doch jede Holzart bietet unterschiedliche Vorteile. Ein ABC von Ahorn bis Zeder.

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Was es nicht alles aus Holz gibt: Waschbecken „Thalia“ aus Lärche oder Teak von Franco Ceccotti.

Ahorn: In Deutschland wird hauptsächlich amerikanisches Ahornholz verwendet, erklärt Michael Deppe, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger des Tischlerhandwerks und Geschäftsführer der Tischlerei Deppe in Hameln. Hellgelb bis fast weiß ist junges Ahornholz. Ab einem Stammdurchmesser von etwa 30 Zentimetern ist der Kern hellrötlich bis goldbraun, erklärt der Gesamtverband Deutscher Holzhandel. Das eher harte und robuste Ahornholz wird normalerweise nur im Innenbereich eingesetzt, da es eine geringe Witterungsbeständigkeit hat. Es hat ein sehr gleichmäßiges Erscheinungsbild. Ein Nachteil des Materials ist, dass man Kratzer leichter sieht.

Bangkirai:   Das asiatische Holz wird gern für die Terrasse genommen. Frisch ist es zwar gelblich, dunkelt aber olivbraun nach. Es ist resistent gegen Pilzbefall und Insekten. Daher eignet es sich gut für Holzbauten im Freien, aber auch für Terrassenmöbel. Draußen verfärbt es sich mit der Zeit graugelb. Wer das nicht mag, muss das Holz mit Schutzmitteln bearbeiten.

Birke: Das elastische Holz ist weißgelb bis rotgelb, manchmal auch nahezu weiß. Es hat oft eine seidig-schimmernde Oberfläche. Die Bäume sind anfällig für Insekten und Pilze. Der Befall kann aber einen hübschen optischen Reiz zur Folge haben: rotbraune Flecken. Die Birke ist ein Weichholz und eignet sich daher nicht optimal für den Möbelbau, sondern wird häufig als Kaminholz genutzt, sagt Deppe.

Buche:   Das harte, schwere Holz empfiehlt der Verband der Deutschen Parkettindustrie etwa für Fußböden in oft genutzten Räumen. Nicht gut macht es sich im Badezimmer, denn es quillt bei Nässe zu stark auf. Buchenholz eignet sich besonders gut für den Holzbau, da es eine schlichte Oberfläche hat, sagt Eike Jürgens, Obermeister der Tischler-Innung Hameln-Pyrmont. Wurde der Stamm diagonal geschnitten, zeigt das Holz breite Strahlen, die ein wenig wie Zungen aussehen. Das Holz ist gelblich bis rötlich. Der rote Ton kann durch Dämpfen verstärkt werden, erklärt die Initiative Pro Massivholz. Extratipp: Wer ein abwechslungsreiches Holz sucht, findet es im Kernholz der Buche, auch als Kernbuche angeboten. Die Natur sorgt durch chemische Prozesse für helle, tiefrote und braune Schattierungen. Ungeschützt ist das Holz im Garten nicht gegen Insekten und Pilze geschützt. Buche ist laut dem Gesamtverband Deutscher Holzhandel eine preiswerte Alternative zum Beispiel für das teurere Holz des Nussbaums.

Eiche:   „Das Holz schlechthin, der Schlager momentan“, sagt Deppe. Eiche eignet sich sowohl für den Innen- als auch für den Außenbereich, erklärt er. Das mittelharte Holz ist beliebt für den Möbelbau. Es ist stark strukturiert, die Jahresringe sind deutlich zu sehen. Die amerikanische Eiche ist rotbraun, während die deutsche Eiche einen tiefen Braunton hat. Tipp: Wer dem aktuellen Trend folgen will und Holz mit deutlich sichtbaren Astlöchern möchte, findet das meist bei der Wildeiche. Der Verband der Deutschen Parkettindustrie empfiehlt das robuste Eichenholz für Holzböden in oft genutzten Räumen wie Küche und Flur. Es hält Möbelrücken, spielende Kinder und Stöckelschuhe aus. Im Badezimmer kommt die Eiche mit Feuchtigkeit klar. Da das Holz von Weißeichen als witterungsbeständig und resistent gilt, eignet es sich sogar unbehandelt für den Außenbereich. Jedoch wird Eichenholz trotzdem oft bearbeitet – und zwar aus optischen Gründen. Das Holz grau zu färben sei momentan sehr beliebt, sagt Deppe. Nachteil des Eichenholzes: Ist es feucht, kann es sich laut Gesamtverband Deutscher Holzhandel bei Kontakt mit Eisen verfärben und Befestigungsmittel korrodieren. Außerdem spaltet es sich leicht, daher sollte der Heimwerker das Holz für Nägel und Schrauben vorbohren.

Esche:   Dieses weißliche bis braune Holz hat eine markante Struktur. Beliebt sind die vereinzelt auftretenden olivgrünen Kerne. Die Jahresringe sind gut zu erkennen, was das Holz dekorativ macht. Wer Nägel oder Schrauben verwenden möchte, sollte auch hier vorbohren. Denn das Holz ist sehr hart, erklärt der Gesamtverband Deutscher Holzhandel. Ein UV-Lack schützt es vor dem Vergilben. Es hält sich schlecht im Freien und wird daher vor allem im Innenausbau und für Möbel verwendet. Seine Härte macht es zum Beispiel zu einem guten Fußboden für den stark beanspruchten Flur. Fichte:

 Die Europäische Fichte ist eine der wichtigsten Wirtschaftsbaumarten in Deutschland. Das recht günstige, helle Holz kann gelbliche oder rötliche Nuancen haben. Es ist stark strukturiert, teils mit zungenförmigen Maserungen oder sichtbaren Astlöchern. Fichte eignet sich als Bauholz für den Außenbau. Fenster, Türen, Zäune und Fußböden werden daraus beispielsweise hergestellt. Aber auch günstige Möbel werden aus Fichtenholz gebaut.

Kirschbaum:   Möbel der Biedermeierzeit waren oft aus diesem Holz. Kirschbaumholz lässt sich sehr gut für den Möbelbau verwenden, sagt Jürgens. Das Holz des europäischen Kirschbaums ist hellrot, während das des amerikanischen Kirschbaums einen dunkelroten Ton hat. Im Möbelbau wird es gerne mit fast weißen Hölzern kombiniert, was zu schönen Farbkontrasten führt. Wichtig zu wissen: Ist das Holz Sonneneinstrahlung ausgesetzt, kann es nachdunkeln, erklärt der Holzhandel. Bei Kontakt mit Eisenmetallen kann sich feuchtes Holz verfärben. Grundsätzlich verträgt es Feuchtigkeit nicht gut.

Nussbaum: „Das Holz des Nussbaums ist ein sehr edles Holz“, sagt Deppe. Es gilt laut der Initiative Pro Massivholz als eine der wertvollsten heimischen Arten. Das Holz ist dunkelbraun mit teilweise weißen Einläufen. Es ist schwer und fest, ergibt zum Beispiel ein schönes Furnier für Möbel. Es eignet sich auch gut zum Schnitzen. Für Nägel und Schrauben werden am besten Löcher vorgebohrt.

Robinie:   Das harte Holz gilt als besonders widerstandsfähig sowie überdurchschnittlich belastbar. Robinie wurde daher in die erste von fünf Resistenzklassen eingeteilt, erklärt der Verband Privater Bauherren. Heimwerker sollten auf diese Klassen achten, wenn sie zum Beispiel ein Holzhaus, eine Terrasse oder einen Sandkasten bauen, die im Freien lange Schädlingen und Feuchtigkeit standhalten müssen. Dank seiner Härte kommt das Holz auch als Parkettboden im Flur in Betracht, wo die Schuhe Schmutz und Steinchen hereintragen, die wie Schmirgelpapier wirken. Und auch Wasser hält es gut aus, daher kann es laut Parkettverband selbst im Badezimmer verbaut werden. Die Farbe variiert, durch Dämpfen erhält es einen dunkelbraunen Ton.

Teak: Das bekannte Tropenholz ist oft mittel- bis goldbraun und hat deutliche Muster. Unbehandelt bekommt es mit der Zeit eine silberne Patina. Teak ist resistent gegenüber Pilzen und Insekten, weshalb es für den Außenbereich beliebt ist. Auch für das Badezimmer wird diese Holzart empfohlen. Käufer sollten aber darauf achten, dass es aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Orientierungshilfen bieten etwa die Labels des FSC und des PEFC. Grundsätzlich gilt seine Umweltbilanz aber als schlecht, da das Holz lange Transportwege aus Asien zurücklegt. Wer das nicht möchte, dem empfiehlt der Parkettverband als Alternative etwa die Räuchereiche.

Zeder:  Was im Handel als Zedernholz angeboten wird, ist gar keine Zeder. Meist handelt es sich dabei um den Riesen-Lebensbaum, eine Zypressenart. In den USA ist das Holz aber als „Red Cedar“ bekannt. Es ist blass-gelblich bis braun mit Jahresringen. Und es riecht frisch stark, weshalb es zum Beispiel für Mottenkugeln verwendet wird. Unbehandeltes Holz verfärbt sich im Freien mit der Zeit silbrig. Wer das nicht mag, sollte es behandeln. Zeder wird häufig im Außenbereich verwendet, da es witterungsbeständig ist. So werden daraus Fensterläden und Pergolas gebaut. Im Haus wird es gerne zur Verkleidung der Wand und Decke genutzt.

 

Von Simone Andrea Mayer

 und Sophie Sommer Ahorn

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