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Rauchmelder sind ab Januar Pflicht

Jetzt aber schnell Rauchmelder sind ab Januar Pflicht

Sie sind klein, meistens weiß, hängen an der Decke und holen mit ihrem schrillen Piepton jeden aus dem Schlaf: Rauchmelder. Für Neu- und Umbauten sind sie bereits seit dem 1. November 2012 in Niedersachsen Pflicht.

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Landkreis. Für bestehende Wohnungen verstreicht die Frist Ende des Jahres. Niedersachsen ist damit das letzte norddeutsche Bundesland, das die Rauchmelderpflicht umsetzt. Ab dem 1. Januar 2016 müssen in allen Wohnungen Rauchmelder installiert sein. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

- Warum ist die Rauchmelderpflicht eingeführt worden? Es geht darum, im Fall eines Brandes Menschenleben zu retten. In Deutschland sterben jährlich etwa 400 Menschen durch Brände. Aber nicht die Flammen, sondern die giftigen Rauchgase sind meist die Todesursache bei Bränden. Da nachts der menschliche Geruchssinn inaktiv ist, werden die meisten Opfer im Schlaf von den giftigen Rauchgasen getötet.
Schon wenige Atemzüge mit Brandrauch reichen, um bewusstlos zu werden. Insbesondere im Schlaf kann der giftige Rauch daher tödlich sein. „Rauchmelder erkennen Rauchentwicklungen sehr früh und warnen die Menschen – auch nachts. So können sie sich im Ernstfall selbst retten“, sagt die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD).

- Ab wann und für wen gilt die Pflicht? „Die Einbaupflicht für Rauchmelder gilt ab dem 1. Januar“, erklärt die Hamelner Bauaufsicht. Alle Wohnungen, Ein- und Mehrfamilienhäuser, in denen Menschen schlafen und wohnen, sind betroffen.

- Welche Räume müssen mit einem Rauchmelder ausgestattet sein? Claudia Groetschel von der Brandrauchprävention erklärt, dass alle Schlafräume, Kinderzimmer und Flure einer Wohnung mit jeweils mindestens einem Rauchwarnmelder ausgestattet werden müssen.

- Wer ist für den Einbau der Rauchmelder verantwortlich? Der Eigentümer – also bei Mietwohnungen der Vermieter. Die Mieter oder Bewohner sind allerdings dafür verantwortlich, dass die Geräte funktionieren. Das heißt, sie müssen die Batterien austauschen und einmal im Jahr per Knopfdruck testen, ob der Alarm funktioniert. Auf Wunsch kann der Vermieter die Wartung und Prüfung aber auch in die eigene Hand nehmen.

- Wer bezahlt die Geräte? Erst mal muss der Eigentümer die Kosten tragen. Er darf sie aber auf die Miete umlegen, und zwar elf Prozent der Einbaukosten im Jahr. Werden die Geräte von einer Fachfirma gemietet, können die Kosten über die Betriebskosten abgerechnet werden. Mieter müssen also je nach Zimmeranzahl mit wenigen Euro Mehrkosten im Monat rechnen. Klaus Neumann, Geschäftsführer von Haus & Grund Hameln und Umgebung, macht eine Beispielrechnung auf: „Der Vermieter kann die Miete um 11 Prozent der Kosten pro Jahr erhöhen. Beispiel: Kauf und Einbau kosten zusammen 30 Euro. Fünf Geräte werden eingebaut, Gesamtkosten 150 Euro. Elf Prozent hiervon sind 16,50 Euro pro Jahr, geteilt durch zwölf bedeutet eine monatliche Mieterhöhung von 1,38 Euro.“

- Was passiert, wenn sich der Vermieter nicht an die Einbaupflicht hält?

„Baut der Gebäudeeigentümer keine Rauchwarnmelder ein, verstößt er gegen die Landesbauordnung. Außerdem verletzt er den Vertrag über die Gebäudeversicherung, was im Schadensfall zu Einschränkungen im Versicherungsschutz führen kann und er steht bei Personenschäden nach einem Brand möglicherweise in straf- und zivilrechtlicher Haftung“, so Neumann von Haus & Grund Hameln.

- Darf die Versicherung im Brandfall die Zahlung verweigern, wenn man gegen die Pflicht verstößt?

Einige Versicherungen haben bereits angekündigt, dass in einem solchen Fall eine Zahlung zumindest teilweise entfallen kann. Andere Versicherungen gewährleisten ihren Kunden dennoch vollen Versicherungsschutz. „Unsere Kunden müssen auch bei fehlenden Rauchmeldern keinen Leistungswegfall befürchten, denn das Ziel von Rauchwarnmeldern ist es ausschließlich, Menschenleben zu schützen, nicht Sachschäden zu verhindern“, sagt Thomas Greve von der Versicherung VGH Hameln.

- Wer ist für die Wartung der Geräte verantwortlich?

Klaus Neumann von Haus & Grund sagt, dass es die Nutzer der Wohngebäude seien, die für die Wartung und Sicherstellung der Funktionsbereitschaft der Warnmelder zuständig sind. Wer die Wartung nicht selbst durchführt, könne sich an einen Elektriker oder an den zuständigen Hausmeister wenden, der die Wartung durchführt. Rauchmelder müssen jährlich gewartet und auf ihre Funktion überprüft werden.

- Gibt es bestimmte Richtlinien und Empfehlungen für Rauchmelder, die man als Käufer beachten muss?

„Rauchmelder müssen mit einem CE-Zeichen inklusive Prüfnummer sowie mit der DIN EN 14604 gekennzeichnet sein. Wer Wert auf einen zuverlässigen und langlebigen Rauchmelder legt, kann sich am Qualitätszeichen Q orientieren. Rauchmelder mit dem Q sind auf Langlebigkeit, die Reduktion von Fehlalarmen sowie erhöhte Stabilität geprüft und verfügen über eine Batterie mit zehn Jahren Lebensdauer“, empfiehlt Claudia Groetschel von der Brandrauchprävention, die für die Aufklärungskampagne „Rauchmelder retten Leben“ zuständig ist.

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