Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 9 ° heiter

Navigation:
SN-Aktion Sicherer Schulweg

Thema des Tages SN-Aktion Sicherer Schulweg

Wie sicher sind Schaumburgs Schulwege? Diese Frage hat jüngst ein tragischer Verkehrsunfall in Stadthagen aufgeworfen, bei dem ein siebenjähriges Mädchen auf dem Weg zur Schule sein Leben verlor. Die SN haben daraufhin Brennpunkte gesammelt, auf die Leser – nach einem entsprechenden Aufruf der Redaktion – aufmerksam gemacht haben.

Voriger Artikel
Klappbett statt Hotelzimmer
Nächster Artikel
Einfach magisch: Von gutem und bösem Zauber
Quelle: dpa

Landkreis. Nur schlecht einsehbar
Wenn Tim Weiß aus Echtorf mit dem Fahrrad zur Schule nach Bückeburg fährt, muss er eine sehr gefährliche Stelle passieren, wie sein Vater Stefan Weiß den SN schildert. „Hierbei muss er die Echtorferhöhe überqueren, um auf die Achumer Straße in Richtung Bückeburg zu kommen.“ An dieser Stelle ist die Fahrbahn in Richtung Tallensen nach Angaben von Stefan Weiß schlecht einzusehen. Die Fahrzeuge kommen aus einem Kurvenbereich auf die Anhöhe gefahren, „beziehungsweise angeflogen“. Gleiches gilt für Autos von Warber kommend. „Vor einigen Jahren ist genau in diesem Bereich ein Junge im Alter von zehn Jahren überfahren worden“, erinnert sich Weiß.

Gefahr auf dem Schulweg
Mehrmals täglich fährt an der Sülbecker Straße in Nienstädt ein Linienbus entlang. Um seinen Zeitplan einzuhalten, fahre der Bus mit großer Geschwindigkeit, sagt Karl-Heinz Wildhagen . Das stellt in seinen Augen eine große Gefahr für Kinder dar, deren Schulweg an der Sülbecker Straße entlangführt.
Catrin Tomhave koordiniert die Verkehrslotsen an der B65 in Nienstädt. Auch dort sei die Verkehrssituation gefährlich für Kinder, wie sie mitteilt. Für heikle Situationen sorgten zum einen die Fahrzeuge aus Bückeburg kommend und zum anderen die Rechtsabbieger aus der Bahnhofstraße, die in Richtung Bückeburg fahren möchten. „Hier wäre eine völlige Trennung der Grünphase zwingend.“

Problem Berufsverkehr
Im Rintelner Ortsteil Deckbergen wird die Osterburgstraße bei Stau auf der A2 zur Gefahr für Fußgänger. Diese wird dann gerne als Umleitung genutzt, berichtet Michaela Müller Lindemann. Die Überquerung dieser Straße gehöre zum direkten Schulweg für viele Kinder.
Doch trotz des Tempolimits von 50 Kilometern in der Stunde fahren die Autofahrer oft schneller, wie Müller Lindemann beobachtet hat. „Schon oft blieb mir fast der Atem stehen, wenn mehrere Kinder im Pulk über die Straße rennen, weil sie seit mehr als zehn Minuten dort warten und es im Berufsverkehr einfach nicht schaffen, die Straße gefahrlos zu überqueren, schildert die Mutter eines jungen Mädchens.

Markierungen reichen nicht aus
Der Schulweg für Kin der in Lindhorst ist durch die Gemeinde mit gelben Fußabdrücken auf dem Fußweg markiert. Doch das reicht nicht, um die Sicherheit der Kinder zu garantieren, findet Klaus-Detlev Feige . Der Grund: An den Überquerungsstellen der Straßen gibt es keinen einzigen Zebrastreifen, der die Autofahrer auf diese Stellen hinweist.
Besonders betroffen sei in diesem Fall unter anderem die Lüdersfelder Straße, Höhe Parkstraße, moniert Feige. Die Stelle befindet sich seiner Beschreibung zufolge direkt hinter einer unübersichtlichen Kurve.
Abhilfe könnten Feiges Meinung nach mehrere Bedarfsampeln schaffen, damit kein Auto in die unübersichtliche Straßenführung im Bereich des Überweges einfahren kann.
Die Berliner Straße und die Lüdersfelder Straße sollten zusätzlich einen Zebrastreifen erhalten. Gleiches wünscht sich Feige auch für den Kreuzungsbereich an der Lüdersfelder Straße und der Bahnhofstraße.

Zu kurze Ampelphasen
Enorm kurze Ampelphasen können für Fußgänger, vor allem für unsichere Kinder, gefährlich werden. Das trifft auf die Ampel an der Kreuzung Nordring/Bahnhofstraße in Stadthagen zu. „Als Fußgänger schafft man es gerade bis zur Straßenmitte und dann ist bereits Rot“, beschwert sich Ramona Lauterbach. Als Mutter einer sechsjährigen Tochter macht sie sich da besondere Sorgen.
Rücksichtsloses Verhalten von Verkehrsteilnehmern nimmt in ihren Augen immer mehr zu. Schaffe man es nicht bei Grün komplett über die Ampel, „stehen da auch schon die abbiegenden Fahrzeuge und drängeln“. Die Folge: Kinder und auch ältere Menschen würden verunsichert.
„Aufgrund des Unfalls, der Beobachtungen und unschönen Erlebnisse haben wir als Eltern beschlossen, dass unsere Tochter nicht allein zur Grundschule gehen wird“, sagt die besorgte Mutter.

Initiative für mehr Sicherheit
Vor allem morgens zu Schulbeginn wird es für Schüler an der Schachtstraße in Stadthagen gefährlich: „Viele Autofahrer erkennen nicht wirklich die Tempo-30-Zone auf dieser Straße“, sagt Ratsherr Thomas Pawlik . Ein Mitbürger habe sich diesbezüglich besorgt an ihn gewandt, so Pawlik weiter, denn er mache sich große Sorgen, dass irgendwann etwas passiert.
Ein weiterer Gefahrenpunkt, den Pawlik nennt, ist die Brücke Lauenhäger Straße. Auch da machen sich Bürger große Sorgen, dass dort bald Menschen zu Schaden kommen.
Pawlik würde sich eine Initiative von Schulen, der Stadt, der Polizei und anderen Organisationen wünschen. Diese sollte dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche auf gefährliche Situationen auf ihrem Schulweg hinweisen können – und auf diese Weise auch an allen Planungen beteiligt werden, die etwas mit ihrem Schulweg zu tun haben.
„Vielleicht könnte so eine Stadtkarte entstehen, die auf Gefahrenstellen hinweist und [...] als Agenda für schnelle Veränderungen dienen könnte“, so Pawlik.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Der Media Store ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg in die digitale Welt. Das Angebot reicht von mobilen Endgeräten und Zubehör bis zur passenden Schulung für iPad und Co. mehr

Die SN-Apps gibt es für iPhone, iPad und Android-Geräte. Hier erfahren Sie, was sie bieten und wie Sie sich die Apps installieren können. mehr

Sport, Jugendthemen oder aktuelle Schlagzeilen? Mit acht Facebook-Kanälen bedienen die SN die unterschiedlichen Interessen der Nutzer und treten mit den Lesern direkt in den Kontakt. mehr