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Schnell hin - schnell weg

Thema des Tages Schnell hin - schnell weg

Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt seit Jahren an. Bezogen auf die Einwohnerzahl liegen die kleinen Kommunen Buchholz und Haste ganz weit vorn im Keisvergleich. Einen Grund für die Häufigkeit dieser Straftaten sieht die Polizei in der für Einbrecher verlockenden Nähe zu wichtigen Verkehrsadern wie etwa der Autobahn.

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Einbrecher haben nach Angaben der Polizei ein Ziel: Schnell ins Haus gelangen. Schaffen sie es nicht in den ersten fünf Minuten, lassen sie oft von ihrem Vorhaben ab, so die Experten.dpa

Landkreis. Bei der Zahl der Wohnungseinbrüche im Verhältnis zur Bevölkerung haben Buchholz und Haste (siehe auch Seite 14) im vergangenen Jahr im Landkreis Schaumburg ganz weit vorne gelegen.

Um diese Positionen zu ermitteln, arbeiten die Kriminalstatistiker mit der sogenannten Häufigkeitszahl. Sie rechnen die bekannt gewordenen Delikte auf je 100000 Einwohner hoch, um damit die Daten vergleichbar zu machen.

 Absolut lässt sich für den Landkreis ein bundesweiter Trend nachvollziehen: Nach einigen ruhigeren Jahren ist die Zahl der Einbrüche speziell seit 2013 von 232 Einbrüchen über 291 Einbrüche im vergangenen Jahr und bis zum Oktober 2015 bereits auf 237 Taten angestiegen.

 Schnell hin und schnell weg – so ist auch für die Sprecherin der Polizeiinspektion Nienburg, Gabriela Mielke, die Einbruchshäufigkeit in unterschiedlichen Orten zu erklären: „Das hat mit guten Verkehrswegen und der Nähe zu Ballungsräumen zu tun“, sagt sie.

 Das dürfte nach ihrer Ansicht besonders für den Spitzenreiter der Statistik, für Buchholz gelten. Mit der A2-Anschlussstelle Bad Eilsen-Ost gibt es dort offenbar eine regelrechte Einflugschneise für Einbrecher. Die statistische Häufigkeitszahl von 532 Einbrüchen pro 100000 Menschen liegt im bundesdeutschen Spitzenbereich. Die Großstadt Bremerhaven mit einem Wert von 562,0.

 Auch für Haste, auf dem zweiten Platz in Schaumburg mit 513 folgend, spräche mit der Bundesstraße 442 und der Bahn eine gute Erreichbarkeit, so Mielke. Auf dem dritten Platz der Kreisstatistik rangiert – allerdings mit Abstand – die Stadt Rodenberg (368) und dann die ebenfalls A2-nahen Orte Heeßen (290) und Luhden (281).

 Die Städte Stadthagen (144) und Rinteln (147) liegen demgegenüber deutlich unter dem A2-geprägten Landkreisschnitt von 164 Punkten. Bückeburg befindet sich mit einer Zahl von 90 gar auf Augenhöhe zum Beispiel mit Lindhorst (92) oder Lüdersfeld (93) aus der Samtgemeinde Lindhorst. Bei beiden anderen Gemeinden derselben Samtgemeinde, Beckedorf (208) und Heuerßen (215,) spiegelt sich jedoch die gute Verkehrsanbindung auch in der höheren Punktzahl wieder.

 Natürlich bilden die Zahlen nur eine Momentaufnahme ab. Einmalige Einbruchsserien können die Statistik verfälschen. Doch Polizeisprecherin Mielke weiß auch: „Es gibt organisierte Banden, die sprechen untereinander darüber, wo etwas zu holen ist.“

 Höchst unterschiedlich stellte sich die Situation im Jahr 2014 auch in der Samtgemeinde Sachsenhagen dar, wo Polizisten des Kommissariats Stadthagen zum Tag des Einbruchschutzes verstärkt in Sachen Prävention unterwegs waren. Anlass ist, dass die Gesamthäufigkeitszahl von 172 für ihren Bereich hoch lag. Dabei nimmt Auhagen mit 234 die Spitzenposition vor Hagenburg – direkt an der B 441 gelegen – mit 222 ein, während Wölpinghausen mit 126 und Sachsenhagen mit 51 Punkten deutlich weniger von Wohnungseinbrechern heimgesucht wurden.

 Einbrecher wählen fast immer den schnellsten und einfachsten Weg. Aber es gibt aus Sicht von Mielke auch gute Nachrichten: „Je besser die Sicherung ist, desto länger wird ein Dieb zum Eindringen brauchen. Nach etwa fünf Minuten gibt der Täter in der Regel auf.“

 Die Anzahl der misslungenen Einbruchversuche, im Jahr 2014 rund 37 Prozent im Landkreis Schaumburg, belege für sie den Erfolg von Präventionsmaßnahmen, wie beispielsweise durch den Einbau geeigneter Sicherungstechnik.

 Das Präventionsteam der Polizei Nienburg/Schaumburg um die Polizeihauptkommissare Dietmar Scholz und Axel Bergmann bieten kostenlose Individualberatungen vor Ort an. Vereine, Gruppen und Institutionen haben die Möglichkeit, sich im Rahmen von Veranstaltungen beraten zu lassen. Das Präventionsteam ist unter (05021) 9778108 erreichbar.
 jpw

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