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Spinnen im Anmarsch

Thema des Tages Spinnen im Anmarsch

Sinkende Temperaturen locken haarige Besucher ins Haus – was tun bei unerwünschten achtbeinigen Untermietern?

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Die kleine oft an Hauswänden zu beobachtende schwarz-weiß gestreifte Zebraspringspinne verirrt sich eher in unsere Häuser, als dass sie diese gezielt aufsucht.

Quelle: NABU/HELGE MAY

von Helge May. Die Uhrzeit wurde erst kürzlich von der Sommer- auf die Winterzeit umgestellt. Ein Zeichen, dass nun definitiv die kalte Jahreszeit angebrochen ist. Sinkende Temperaturen und steigende Luftfeuchtigkeit bringen nicht nur die Menschen dazu, sich wieder mehr in ihre vier Wände zurückzuziehen. Das traute Heim wird nun auch vermehrt von Mitbewohnern besiedelt, die nicht immer herzlich willkommen sind. Zu teilweise heftigen Reaktionen führt der achtbeinige Einmarsch von Spinnen, die darauf hoffen, in einer stillen Zimmerecke mit fetter Beute den Winter zu überstehen. Die NABU-Regionalgeschäftsstelle Weserbergland bittet daher, die ungeliebten Nützlinge nicht zu töten, sondern lebendig wieder vor die Tür zu setzen.

„Jetzt beginnt für viele Menschen wieder eine ,gruselige’ Zeit“, so Britta Raabe: „Vor allem abends kommt es mitunter zu unerfreulichen Zusammentreffen zwischen Mensch und Spinne, weil die Spinnen sich an kalten Abenden gerne in wärmere Wohnungen zurückziehen.“ Die Furcht ist aber unbegründet, da die heimischen Spinnen für den Menschen völlig ungefährlich sind. Spinnen sind den Menschen unter Umständen sogar nützlich, da sie Insekten vertilgen: „Mücken, Motten oder geflügelte Blattläuse sind die bevorzugte Nahrung der Spinnen.“ Die Bedeutung der Spinnen bei der Regulierung der Insektenfauna ist daher nicht zu unterschätzen. „Wer einen kleinen Holzstapel, einen Steinhaufen oder einige abgeblühte Stauden im Garten stehen lässt, kann Spinnen leicht einen Lebensraum schaffen und reguliert so auf natürliche Weise die Insektenfauna“, weiß die Leiterin der Geschäftsstelle zu berichten.

Auf Beutejagd mit unterschiedlichen Methoden

Um ihre Beute zu fangen, haben die Spinnen unterschiedliche Methoden entwickelt: Die Radnetzspinnen bauen typische Spiralnetze, in deren Mitte sie auf Beute lauern. Sie haben Sinnesorgane an den Beinen, mit denen sie feinste Erschütterungen wahrnehmen können. Wenn sich ein Opfer auf ihr Netz verirrt hat, erfasst und frisst es die Spinne. Manchmal wird auch ein Vorrat angelegt. Dann umwickelt die Spinne ihr Opfer mit ihrem Faden. Springspinnen lauern in Blättern und auf Mauern auf Insekten und springen diese mit einem großen Satz an. Krabbelspinnen sitzen auf Blüten, wo sie auf ihre Opfer warten. Zur Tarnung haben sie oft dieselbe Farbe wie die Blüte. Wenn eine Fliege oder Biene auf der Blüte landet, nimmt die Spinne die Erschütterungen mit ihren Tastorganen an den Beinen wahr und erbeutet das Insekt.

In unseren Häusern fühlt sich unter anderem die Winkelspinne recht wohl und befreit uns von lästigen Insekten wie Stechmücken und Stubenfliegen. Die Winkelspinne gehört zum klassischen „Ekel-Tier“, da sie groß, dunkelbraun und dicht behaart ist. Schaut man sich das Tier genauer an, wird man schnell feststellen, dass diese Spinne fast nur aus Beinen besteht. Der eigentliche Körper ist nur etwa zwei Zentimeter groß. Also eigentlich kein Grund, sich zu ängstigen. Wer diesen Mitbewohner trotzdem nicht dulden will, den bittet Raabe eindringlich, die nützlichen Tiere nicht mit Pantoffeln, Staubsaugern oder Zeitungen zu traktieren, sondern in einem Glas einzufangen und „nach draußen“ zu bringen. Man kann neuerdings sogar spezielle „Insektengreifer“ kaufen, die ängstlichen Menschen einen Sicherheitsabstand dank eines langen Griffes und einer Schnappvorrichtung des Fangbehältnisses garantieren.

Nicht alle Spinnen überleben im Haus

Spinnen verirren sich eher in unsere Häuser, als dass sie diese gezielt aufsuchen. Hierzu zählen beispielsweise die Kreuzspinne, deren kunstvoll gesponnene Netze man jetzt allerorten auch in Gärten und in Blumenkübeln auf Terrassen und Balkons beobachten kann, und die kleine oft an Hauswänden zu beobachtende schwarz-weiß gestreifte Zebraspringspinne. Sie sind nicht ans Leben in Häusern angepasst und sterben spätestens, wenn man zu heizen beginnt; dann sinkt die Luftfeuchtigkeit, und die Spinnen vertrocknen. Alle Spinnenarten, von denen es allein in Deutschland rund 1000 gibt, leben räuberisch von der Jagd auf andere Insekten. Sie haben damit eine bedeutende Funktion in der Natur als Regulator der Insektenfauna.

Eine Ahnung davon, wie wichtig Spinnen im Naturhaushalt sind, bekommt man, wenn man frühmorgens die von Tautropfen schweren, unzähligen Spinnennetze auf einer Wiese betrachtet – ein wunderschöner Anblick für jeden Naturfreund.

- Informationen zur Biologie, Ökologie und Geschichte der Spinnen gibt es in der Nabu-Spinnenbroschüre. Sie ist gegen zwei Briefmarken zu 1,45 Euro in der Regionalgeschäftsstelle Weserbergland, Kerschensteiner Weg 3, 31737 Rinteln, (0 57 51) 52 37, erhältlich.

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