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"Steinzeichen": Was aus dem Expo-Projekt geworden ist

15 Jahre nach der Weltausstellung "Steinzeichen": Was aus dem Expo-Projekt geworden ist

100 000 Besucher sind allein im Expo-Jahr 2000 für das dezentrale Projekt „Steinzeichen Steinbergen“ angekündigt gewesen, es wurden nur 40 000. Und bis heute sind mit 52 000 im Jahr 2011 als Rekord diese Träume der Anfangszeit nicht aufgegangen.

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Der Expo-Beitrag Steinzeichen ist den Rintelnern von der Weltausstellung vor 15 Jahren in Hannover geblieben.

Quelle: rg

Rinteln/Steinbergen. In den vergangenen Jahren waren es wegen schlechten Wetters sogar wieder deutlich weniger Besucher. Trotzdem könne man auf dieses touristische Wahrzeichen Rintelns stolz sein, meinten die meisten der rund 20 Besucher des Erzählcafés des Heimatbunds im Museum Eulenburg. Die Organisatorin Marion Hanke schwärmte gar: „In Paris ist der Eiffelturm von der Weltausstellung geblieben, in Brüssel das Atomium. In unserer Region erinnert wenigstens das Steinzeichen noch an die Expo 2000 in Hannover.“
Josef Wärmer, einst Geschäftsführer des Steinbruchs Steinbergen und bis heute Geschäftsführer der „Erlebniswelt Steinzeichen Steinbergen“, erinnerte an die Anfänge und schlug den Bogen zum Heute. Der Steinbruch sei zwar ein heftiger Eingriff in die Natur, gebe aber auch Einblick in die geologische und Evolutionsgeschichte. Der damalige Ministerpräsident von Niedersachsen, Gerhard Schröder, habe deshalb Mitte der neunziger Jahre zu ihm gesagt: „Macht doch mal was für die Expo.“ Und das Motto „Mensch – Natur – Technik“ habe doch gut zum Gesteinsabbau gepasst.
Besuche bei einem ähnlichen Projekt in den USA und bei der damaligen Expo in Portugal schärften den Blick fürs Mögliche, die hohen Gesteinsverkäufe für den Straßenbau zur Expo sowie Unterstützung vom Arbeitsamt (ABM-Kräfte) und Sponsoren schufen die finanzielle Basis für das Projekt. Die Zustimmung aus Politik und Gesellschaft war groß, doch die zu nehmenden Hürden auch.
„Ein erstes künstlerisches Projekt mit dem Bildhauer Peter Lechelt wurde von der Expo-Gesellschaft abgelehnt, es sollte als Wahrzeichen eher etwas Architektonisches und Handwerkliches sein“, erinnerte Wärmer. So kam man zu dem renommierten Kunstarchitekten Professor Günter Zamp Kelp, der Pläne für den Aussichtsturm mit Glasscheiben aus der Schublade holte. Damit das Projekt nachhaltig Tourismus und Wirtschaft belebt, kam dann die Erlebniswelt hinzu: kultureller Anspruch gepaart mit eigenem Erarbeiten von Wissen, Attraktionen, Spaß und Bewirtung. Damit ging es an den Start.
Das Grundkonzept ist bis heute so geblieben, aber es wird immer mehr auf Familien- und Gruppentauglichkeit geachtet. Jährlich kommt mindestens eine neue Attraktion hinzu. So kann man inzwischen die gemauerte Wand des Jahrtausendblicks hinaufklettern, sich von oben aber auch 13 Meter in die Tiefe stürzen (mit sicherem Auffang). Besucher sollen wiederkommen, Großeltern ihre Enkel mitbringen, die Eltern vielleicht sogar bei einem Betriebsausflug kommen. „Und eine Bergwanderung mit drei Kilometer Länge und 119 Metern Steigung absolviert man gleich mit“, sagte Wärmer.
Mittlerweile müssen auch Mitnahmegeschenke sein: Edelsteine und Falschgold-Klümpchen zum Ausbuddeln oder Waschen, ja sogar mögliche Lottogewinne bis 100 000 Euro sollen locken. Wissenschaft und Anspruch allein, „da wären wir längst verhungert“, wusste Wärmer. Das Haus der Weltreligionen und ein Zen-Garten für buddhistisches Meditieren sprechen andere Kreise an.
„Die Besucher kommen zu 80 Prozent aus bis zu 1000 Kilometer Umkreis, etwa 20 Prozent sind Übernachtungsgäste“, schätzte Wärmer. Und 50 Prozent von ihnen seien Kinder. Ein wichtiger Baustein im touristischen Angebot des Landkreises Schaumburg also.
Elke Reineking von der Aktionsgemeinschaft Weserbergland erinnerte daran, dass Steinbruch und Steinzeichen nicht unumstritten waren und sind, aber: „Durch das Steinzeichen ist wenigstens der Erhalt des westlichen Teils des Bergkamms gesichert.“ Und schon entspann sich eine Diskussion über das Abrutschen der Steilwand im Steinbruch. dil

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