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Thema des Tages Streich auf Streich

Jetzt geht’s richtig los: Das Jahr 2015 steht im Schaumburger Land ganz im Zeichen von Max und Moritz. Vor 150 Jahren ist die Erstausgabe der Lausbubengeschichte von Wilhelm Busch erschienen. Gefeiert wird das mit einem bunten Veranstaltungsreigen für alle Generationen. Ein Überblick.

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Helene, Max und Co.: Auf der Bühne

Thema des Tages. Morgen fällt der Startschuss zum Jubiläumsjahr. Das renommierte Berliner Ensemble (Foto) macht mit seiner Wilhelm-Busch-Revue „Helene, Max und Co.“ am Sonnabend und Sonntag, 10./11. Januar, den Auftakt, was folgt ist ein facettenreiches Bühnenprogramm zu Buschs Leben und Schaffen, das bis heute nachwirkt. Helene Weigel und Bertolt Brecht sind Gründer des legendären Theaterensembles aus Berlin, das zu den bedeutensten Bühnen Deutschlands zählt. In der Wilhelm-Busch-Revue, das am Sonnabend in Stadthagen und am Sonntag in einer bereits ausverkauften Vorstellung in Bad Nenndorf zu sehen ist, steht Buschs Sprachgewalt im Mittelpunkt. Sie bietet einen amüsanten, nachdenklichen, skurrilen Querschnitt durch Buschs berühmteste Geschichten, seine Aphorismen, Gedichte und Lieder. Eine deutsch-polnische Theatertruppe widmet sich hingegen weniger Wilhelm Buschs Schaffen als seinem Leben. Ein Leben, das bestimmt war vom ständigen Fremd- und Unterwegssein, von Misserfolgen und Selbstzweifeln aber auch von Freundschaften und großen Erfolgen. „Mit Max und Moritz hinterm Busch“ ist in drei Aufführungen vom 2. bis 4. Juni im Stadthäger Ratsgymnasium zu sehen. Einer der vielen Höhepunkte des Jubiläumsjahres ist die Verleihung des Wilhelm-Busch-Preises mit anschließender Ausstellung des Preisträgers am 17. September im Ratskeller in Stadthagen. Improvisationen zu Busch liefern die Darsteller des Impro-Theaters „Spek Spek“ am 29. Oktober im Wilhelm-Busch-Geburtshaus in Wiedensahl. kcg/Monika Ritterhaus

Satire: Fachtagung

Busch selbst lieferte Bildmaterial für Karikaturen, Generationen von Comic-Zeichnern berufen sich auf den Wiedensahler als Vorbild. Karikatur und Comic als Kunstform werden in Deutschland allerdings stiefmütterlich behandelt, während einer Tagung vom 15. bis 17. September im Stift Obernkirchen stehen sie jedoch im Mittelpunkt. Unter dem Titel „Visuelle Satire. Deutschland im Spiegel politisch-satirischer Karikaturen und Bildergeschichten“ diskutieren Experten unter anderem über den „deutschen Humor“ in Ost und West, über das Recht der Karikatur bei religiösen Themen und die Arbeitsmöglichkeiten von Zeichnern. Die Tagung ist öffentlich und für interessierte Zuhörer zugänglich. Das genaue Programm gibt es im Internet auf sn-online.de. kcg

Comic und Co.: Die Ausstellungen

Furios gestartet ist das Jubiläumsjahr bereits 2014 – mit der Ausstellung „Endlich Comic“ im Wiedensahler Wilhelm-Busch-Geburtshaus. Die Träger des Max-und-Moritz-Preises, verliehen vom renommierten Comic-Salon Erlangen, stellen noch bis zum 24. Mai ihre Werke aus. Höhepunkt der Ausstellung im Januar ist der dreitägige Comic-Zeichenworkshop mit der Comic-Künstlerin Barbara Yelin vom 23. bis 25. Januar. Anmeldungen sind noch bis 16. Januar möglich. Noch bis zum 12. April ebenfalls im Geburtshaus zu sehen ist die Ausstellung „Der Herbst, der reiche, zog ins Land“ mit Zeichnungen und Malereien von Wilhelm Busch. Auskunft über die Rezeptionsgeschichte der auf der ganzen Welt bekannten Lausbubengeschichte Max und Moritz gibt die ganzjährige Ausstellung „Aber nein, noch leben sie“ im Alten Pfarrhaus Wiedensahl. Wie sich die Max-und-Moritz-Figuren in der Werbung, in Küche, Kinderzimmer und Design wiederfinden, ist Thema von sieben Ausstellungen mit dem Titel „Sieben Streiche – Mit Max und Moritz durch den Landkreis Schaumburg“. Zu sehen sind die Schauen in zahlreichen Filialen der Sparkasse Schaumburg. Termine sind im Internet unter www.150-jahre-max-und-moritz.de. zu finden. Nachfolger von Max und Moritz gibt es viele in der Literatur – gelungene wie schlechte. Lausbuben wie Struwwelpeter und Konsorten widmet sich die Ausstellung „Böse Kinder“, die vom 8. März bis 10. Mai in der Stadtbücherei Bückeburg zu sehen ist. Im krassen Gegenteil zu den ungezogenen Kindern seiner Bildergeschichten stehen die Kinderportraits Wilhelm Buschs, ausgestellt unter dem Titel „Kleine liebenswürdige Menschenungeziefer“ vom 16. April bis 13. September im Geburtsthaus Wiedensahl. Die künstlerische Entwicklung Buschs als Maler jenseits der Bildergeschichten will die Werkschau „Hier herrschen Schönheit und Geschmack, hier riecht es angenehm nach Lack!“, vom 8. Mai bis 1. November in der Rintelner Eulenburg nachvollziehbar machen. Auch Buschs berühmtestes Werk Max und Moritz ist nicht einfach vom Himmel gefallen, sondern Ergebnis ständigen Ausprobierens. Der Werdegang vom mühsamen Ringen bis zur gedruckten Endversion macht die Ausstellung „Corpus Delicti“ (Bild) vom 7. Juni bis 8. November im Wiedensahler Geburtshaus deutlich. Mit einem Höhepunkt geht der Ausstellungsreigen zum Jubiläum dann zu Ende: In „Max und Moritz in Frauenhand“, vom 22. November bis 29. Mai 2016 im Geburtshaus in Wiedensahl zu sehen, entwickeln vier deutsche Illustratorinnen ihre eigene Interpretation der bitterbösen Lausbubengeschichte. kcg/pr.

Literarisch eintauchen: Lesungen

Martenstein kommt, Margarete von Schwarzkopf, Peter von Sassen und Jenny Erpenbeck auch: Die Lesungen und Vorträge anlässlich des Jubiläums haben es in sich. Bekannte Autoren und Journalisten tauchen tief ein in Buschs Leben und literarisches Schaffen und lesen aus eigenen Werken. „Max und Moritz sprechen Platt“ ist der Titel einer Lesung am 7. Februar in der Curanum-Residenz in Bad Nenndorf aus der Max-und-Moritz-Übersetzung von Karl Damke. Die Biografie Wilhelm Buschs steht am 12. Februar im Fokus eines Vortrags in der Stadthäger Stadtbücherei. Wilhelm Buschs Urgroßneffe Ernst Kampermann gibt dann einen Einblick in Buschs Leben und Überzeugungen. Der Autor F.C. Delius (Foto) liest am 21. März im Wasserschloss Hülsede aus seinen Werken und diskutiert im Anschluss mit Margarete von Schwarzkopf. Einen Tag später widmet Peter von Sasse in Schloss Baum einen audiovisuellen Themenabend dem Wiedensahler Dichter und Denker. Gudrun Schury, die sich mit der Busch-Biografie „Ich wollt ich wär ein Eskimo“ einen Namen gemacht hat, liest am 26. März im Geburtshaus Wiedensahl aus ihrem Werk. Witzig und skurril nähert sich Autorin Jana Thiele in ihren Büchern dem Wandern an. Sie hat mit „Gebrauchsanweisung für den Harz“ einen amüsanten Reiseführer der anderen Art vorgelegt. Am 12. Juni liest sie im Lauenhäger Bauernhaus aus ihren Werken. Ein heiter-melancholischer Wilhelm-Busch-Abend ist am 2. November in der Alten Polizei in Stadthagen geplant. Frank Suchland erzählt aus dem Leben Wilhelm Buschs und liest eine Auswahl seiner schönsten Gedichte. „Aller Tage Abend“ lautet der Titel des aktuellen Buchs von Jenny Erpenbeck. Die Berliner Autorin spielt darin mit den Möglichkeiten einer Biografie und fragt nach dem „was wäre wenn“? Eine Kostpobe gibt sie am 7. November während ihrer Lesung im Schloss Bückeburg. Auf einen Abend mit Harald Martenstein können sich Fans bissiger Kolumnen am 14. November freuen. Der Berliner Autor und Journalist liest im Schloss von Hammerstein in Apelern aus seiner aktuellen Kolumnensammlung und diskutiert im Anschluss mit Margarete von Schwarzkopf.
 kcg/Jürgen Bauer

Mit Busch unterwegs

Zu Fuß und per Bus können Interessierte das Leben und Schaffen von Wilhelm Busch „on Tour“ erleben. Unterwegs im „Wilhelm-Busch-Bus“ führt ein zweitägiger Ausflug im April und August zu wichtigen Stationen Buschs Werdegang. Ziele sind außer dem Wiedensahler Geburtshaus der Ort Lüthorst im Solling und die Stadt Ebergötzen, Heimat von Max und Moritz. Zu Fuß durch Stadthagen spazieren und dabei auf den Spuren Wilhelm Buschs wandeln können Teilnehmer eines szenischen Stadtrundganges, der im April, Juni, August und September angeboten wird. Literarisch wird es während einer Wanderung unter dem Motto „Sehnsuchtslandschaften“, die im Herbst von Kreisforstamtsleiter Lothar Seidel und Schauspielerin Barbara Schnitzler veranstaltet wird. Die Sehnsucht von Autoren nach ihrer Heimatlandschaft steht im Mittelpunkt. kcg

Streiche fabelhaft vertont: Musik und Kabarett

„Schwingende Streiche“: Das „Huub Dutch Duo“ will am 25. Januar in der Alten Polizei in Stadthagen mit seiner musikalischen Version von Max und Moritz unterhalten. Dabei schicken sie ihr Publikum durch viele musikalische Genres mit einem phantastischen Gespür für die erzählerischen Wendungen und den einmaligen Sprachwitz der Bubengeschichten. Kabarettistisch geht es am 26. Februar mit Christian Auers und Karl-Heinz Hummels (Foto) weiter. Die beiden Musiker wollen Max und Moritz im Wiedensahler Geburtshaus unter dem Titel „Böse Buben“ zum Leben erwecken. Auf selbstkomponierte Busch-Vertonungen von den Schweizerinnen Desiree Senn und Ingrid Wettstein können sich Besucher des Musikabends „Ein Tusch auf Busch zum 183. Geburtstag“ am 15. April im Busch-Geburtshaus freuen.
Der 24. April ist Höhepunkt unterschiedlicher Workshops an Schaumburger Schulen zum Thema Rap und Wilhelm Busch. Die Schüler haben angelehnt an Busch eigene Texte entwickelt und rappen an diesem Tag im Stadthäger Ratskeller um die Wette. Max und Moritz als Musical, inszeniert und aufgeführt von der Kreisjugendmusikschule und den Schaumburger Märchensängern, ist am 5., 14., 16. und 20. Juni an unterschiedlichen Orten in Schaumburg zu sehen. Musik aus der Lebenszeit von Wilhelm Busch bringen die „Quintettsolisten“ aus Berlin und Dresden am 20. Juni in Wunstorf und am 21. Juni gemeinsam mit dem Handglockenchor Wiedensahl in der Wiedensahler Kirche zu Gehör. Mit dem Musical „Max und Moritz kommen nach Hause“ wollen 100 Schüler der 3. und 4. Klassen der Grundschule Niedernwöhren am 18./19. Juli auf dem Wiedensahler Marktplatz ganz groß rauskommen. Modern vertont gibt es Buschs Lausbubengeschichten schließlich am 26. November unter dem Titel „Canto d‘Amore: Schaurig-schön, fabelhaft spöttisch und so noch nie gehört“ im Wilhelm-Busch-Geburtshaus. kcg/pr.

Ticket-Verlosung

Schnelle SN-Leser haben die Chance, den Auftakt des Jubiläumsjahres gratis zu erleben. Die SN verlosen für die Wilhelm-Busch-Revue des Berliner Ensembles am morgigen Sonnabend, 19.30 Uhr, im Ratsgymnasium Stadthagen fünf mal zwei Eintrittskarten. Einfach heute bis 15 Uhr die Gewinn-Hotline 01 37–9 79 64 46 anrufen und Namen, Geburtsdatum und Adresse hinterlassen. (50 Cent aus dem deutschen Festnetz, Handykosten können abweichen.) Die Gewinner werden telefonisch benachrichtigt. Viel Glück!
 + Das vollständige Programm zum Jubiläumsjahr gibt es im Netz unter 150-jahre-max-und-moritz.de und sn-online.de

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