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Und welcher Feierabendtyp sind Sie?

Thema des Tages Und welcher Feierabendtyp sind Sie?

Die einen hängen auf dem Sofa ab, die anderen müssen unbedingt unter Menschen sein und Dritte verbringen die freie Zeit einzig mit ihrem besten Freund, dem PC – Feierabend. Wir fragten Menschen rund um Hameln, Rinteln und Bückeburg aus und wollten wissen, wer wie und wo die abendlichen Stunden nach getaner Berufsarbeit verbringt. Sechs unterschiedliche Feierabend-Persönlichkeiten kristallisierten sich dabei heraus. Unsere Autorin Cornelia Kurth hat sie mal auf den Punkt gebracht.

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Quelle: dpa

Erkennen Sie sich selbst und ihre Freunde darin wieder?

Shoppen und Zappen

dpa

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Zwischen der Arbeit im Büro und dem Sofa im Wohnzimmer liegt der Nachhauseweg durch die Stadt, liegen die Schuh- und Modeläden, die kleinen Kunsthandwerkgeschäfte und der Lebensmittelmarkt, der kommt zum Schluss dran, wenn sie ihre anderen Einkäufe bereits ins Auto geladen hat. Sie arbeitet nicht gerne, nein, und deshalb muss jeder tapfer im Büro absolvierte Tag noch eine gute Wendung bekommen: Ein Paar Schuhe, ein neues Oberteil, ein Kerzenleuchter, ach egal, irgendetwas Nettes, das sie mit dem Arbeitstag versöhnt. Die Shoppingrunde läutet den Feierabend ein. Meistens kauft sie noch einen Imbiss, beim Chinesen oder an der Supermarkt-Frischetheke, und dann ist sie bereit für den gemütlichen Teil des Abends, die Feierabendstunden auf der Couch, vor dem Fernseher. Wenn das Glück es will, läuft „Deutschland sucht den Superstar“, oder „The Voice“, „Germanys next Topmodel“ oder, Highlight, „Das Dschungelcamp“. Sie will nichts Anspruchsvolles, sie will einfach nur abhängen. Natürlich geht sie öfter auch mal aus, aber so richtig Feierabend ist dann, wenn einfach niemand etwas von ihr will.

 

Man lernt ja nie aus

Britt-knee/cc

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Erst hat sie das Abitur in Abendkursen nachgeholt, dann im Fernstudium Psychologie studiert, nicht bis zum Examen, aber wenn es um Weiterbildung geht, dann ist der Weg das Ziel. Sie ist ja eigentlich auch zufrieden in ihrem Beruf, nur fordert er ihren Intellekt nicht heraus, das muss sie schon selbst tun. Sie liebt ihren Schreibtisch und das Bücherbord mit der Fachliteratur, die Hefte mit den Notizen, das Durchstöbern des Internets nach Informationsmaterial. Schade, dass ihr Freund so gar nicht an dem, was sie täglich studiert, interessiert ist, auch die Freundinnen eher weniger. Doch das ist gar nicht mehr so schlimm, seit sie Online-Foren entdeckt hat, wo sie mit Menschen aus ganz Deutschland diskutieren kann. Vielleicht schreibt sie demnächst einen historischen Roman. Über eine Hexe aus dem Schaumburger Land oder eine verliebte Benediktiner-Nonne. Sie hat schon mal ein paar Volkshochschulkurse belegt und bei ihrer Lieblingsbuchhändlerin jede Menge Bücher geordert. Mach doch mal Feierabend, diese Aufforderung hört sie immer wieder. Aber sie macht ja Feierabend. Das ist ihr Feierabend.

 

Laufen, radeln, duschen

Fotolia

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Er ist ein leidenschaftlicher Feierabend-Sportler. Dass er keine nahen Freunde und erst recht keine Freundin hat, ist ihm die Sache wert. Nur die Harten kommen in den Garten, so ist das nun mal. Kaum nach der Arbeit zu Hause angelangt, ist er schon von Kopf bis Fuß ins funktionale Sport-Outfit geschlüpft. Wenn er sich aufs Montainbike schwingt, in gelgepolsteter Radlerhose, mit Helm, Handschuhen und Spezialschuhen, dann lässt er für Stunden und mindestens 70 Kilometer die Zivilisation hinter sich, um bergauf, bergab auf Feldwegen die Weserbergkämme in Angriff zu nehmen. Ist das Laufen angesagt – der nächste Marathon kommt bestimmt –, dann umrundet er gleich die ganze Stadt. Er führt Statistiken über seine Leistungen, und es macht ihm nichts aus, dass niemand sich dafür interessiert. Er kämpft gegen sich selbst, unerbittlich, süchtig, jeden Tag. Kommt ihm was dazwischen, dann ist er unruhig und betrübt, so, wie andere, denen irgendein Chef das Date mit der Freundin verdorben hat. Nach vollbrachten Taten, frisch geduscht sein selbstgebratenes Steak verspeisend, ist er einfach glücklich. Wer braucht da noch Sex und so.

 

Feierabend? Was ist Feierabend?

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Montags der Tanzkurs. Der beginnt um 19 Uhr und jedes Mal heißt es, hoffen und beten, dass nichts dazwischenkommt. Das gemeinsame Tanzen muss sein, sonst bekommt er ernsthaft Ärger mit seiner Frau. Der Montagabend gehört nur ihnen beiden, einzig der Montag. Dienstags nämlich geht er mit den Kollegen essen, eigentlich ist es ein Arbeitsessen, Termine zuteilen, Kontakte erörtern, Marketing planen und so, wird immer lang. Mittwoch dann die Rotarier, da führt kein Weg dran vorbei, ebensowenig wie am Kegeln immer donnerstags, wer nicht zum Kegeln kommt, muss eine Strafe zahlen. Freitagabend Doppelkopf, mal bei ihnen, mal bei den Schnakenbergs. Damit kann man nicht einfach aufhören, das hat schon elf Jahre Tradition. Und das Wochenende? Haben Selbständige überhaupt ein richtiges Wochenende? Meistens ist er samstags und sonntags doch immer noch ein paar Stündchen in der Firma. Samstagabend Stammtisch in der Marktschenke, schließlich darf man seine Freunde nicht ganz vergessen, also, na ja, Freunde, Geschäftsfreunde eben. Sonntags guckt er mit seiner Frau den Tatort. Oft nicht bis zu Ende, weil er vorher einschläft.

 

Das Spielkind

dpa

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Er ist noch ein Neuling im Berufsleben. Acht Stunden Arbeit jeden Tag, in den ersten Wochen hatte das etwas wirklich Schockierendes. Er macht seine Sache gut, ist fleißig, zuverlässig, scherzt mit den Kollegen, um die Stimmung für alle aufzubessern in diesem Knochenjob. Das Arbeiten hat nicht nur den finanziellen Gewinn für ihn, es hat ihm erstmals in seinem Leben sowas wie den „Feierabend“ beschert. Wer acht Stunden geschuftet hat, darf danach mit gutem Gewissen machen, was er will. Bei ihm ist es das Spielen. Er zockt am PC, ein Strategiespiel, bei dem er immer besser und besser wird. Sicher, während der Schulzeit, und danach, in den vielen Monaten, wo er hin und her überlegte, was er jetzt tun soll, da saß er ebenfalls Stunden und Stunden am PC. Und Stunde für Stunde schauten seine Eltern rein und mahnten die Bewerbungsschreiben an. Jetzt ist es echter, wohlverdienter Feierabend, das Spielen. Oft hocken seine arbeitslosen Kumpels um ihn herum, rauchen, trinken Bier, quatschen und irgendwie beneiden sie ihn. Feierabend – das ist glatt die Arbeit wert.

 

Serien, immer diese Serien

dpa

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Zum Glück lieben sie beide Serien, zum Glück sind sie alle beide Serien-Junkies, und nicht nur er oder nur sie. Sonst wäre ihre Beziehung wohl schon verendet. So aber gibt es keinen Abend, an dem sie nicht das glückliche Gefühl haben, zusammen etwas Wunderbares, Sinnvolles, Verbindendes zu tun. Das Internet macht es möglich, jede nur denkbare Serie anzusehen, und zwar nicht nur eine einzelne Folge, sondern, solange man es nur durchhalten kann, auch gleich eine ganze Staffel. Das Fantasy-Epos „Game of Thrones“ dauert schon jetzt 40 Stunden, die Kultserie „Breaking Bad“ hat sieben Staffel mit über 60 Folgen, „Homeland“, „Dexter“, das Politdrama „House of Cards“ oder auch die Gefängnisserie „Orange is the new Black“, das alles ist durchaus hohe Filmkunst.Viele frühere Leseratten, auch Paare, die sich gerne gegenseitig etwas vorlasen, sind zum gemeinsamen Seriengucken übergegangen. Sollten die Geschmäcker doch mal nicht übereinstimmen, nun, jeder besitzt ja seinen eigenen PC. Für den Notfall.

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