Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Unser Bückeberg

Thema des Tages Unser Bückeberg

Schaumburg ohne den Bückeberg? Undenkbar! Nichts prägt das Landschaftsbild des Landkreises so sehr wie der 367 Meter hohe und 20 Kilometer lange Höhenzug. Die SN nehmen den „Welttag des Berges“ am Donnerstag zum Anlass, die letzte Erhebung vor der Norddeutschen Tiefebene unter die Lupe zu nehmen.

Voriger Artikel
Zeigt her eure Füße!
Nächster Artikel
„Wir hoffen auf Hilfe“

Auszug aus den Geobasisdaten der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung

Quelle: LGLN/Bearbeitung: Lang

Wilde Schafe und grüne Buchen

Zurück zur Natur: Der Wald auf dem Bückeberg hat sich durch menschliches Eingreifen im Laufe der Jahrhunderte stark verändert. Die Buche, die dem Höhenzug seinen Namen gibt, war die prägende Baumart auf dem Bückeberg.

Um ausreichend Holz für den Bau neuer Gebäude und den Bergbau gewinnen zu können, wurden jedoch großflächig schnell wachsende Fichten gepflanzt. Ziel des Kreisforstamtes – der Wald auf dem Bückeberg ist in Besitz des Landkreises Schaumburg – ist es nun, wieder verstärkt Buchen in die vormals reinen Fichtenbestände einzubringen.
Der Wald ist Lebensraum zahlreicher Wildtiere. Außer Rehen und Wildschweinen tummeln sich wilde Schafe zwischen den Bäumen. Der Bückeberg ist Heimat von Niedersachsens größter Mufflon-Population. Etwa 300 Tiere können sich geschützt vor Fressfeinden wie Luchs und Wolf ungestört vermehren.  kcg/pr.

Von Stollen und Schächten

Das Steinkohlerevier am Bückeberg gilt als eines der ältesten in Deutschland. Mehr als 500 Jahre lang haben Menschen dort nach dem „schwarzen Gold“ gegraben und dafür ein riesiges System an Schächten und Stollen in den Berg getrieben. Von 1899 bis 1960 wurde der Kohleabbau im sogenannten Liethstollenrevier industriell betrieben – die Hochzeit des Bergbaus im Schaumburger Land. „Lieth“ ist die Bezeichnung für den flachen Berghang, der sich von Obernkirchen bis zum Kamm des Bückeberges erstreckt. 2300 Meter lang reicht der Liethstollen vom Eingang an der Brikettfabrik in Obernkirchen horizontal ins Berginnere. Von dort führen Schächte vertikal bis an die Erdoberfläche. Eines der letzten Relikte des Bergbaus ist der Bremsschacht 7 in der Nähe des Sandsteinbruches. Von dort wurde die abgebaute Steinkohle unter Tage bis zur Brikettfabrik in Obernkirchen transportiert. Das alte Schachtgebäude dient heute als Winterquartier für Fledermäuse. Im Info-Pavillon, gepflegt vom Verkehrsverein Wendthagen-Ehlen, klärt eine Ausstellung über die Bergbau-Geschichte im Bückeberg auf. kcg/rg

Bückeberg ohne „e“ am Ende

Wer auf seinem Gipfel steht und Richtung Norden blickt, sieht nur plattes Land. Der Bückeberg ist die letzte Erhöhung vor der norddeutschen Tiefebene. Und ja, der Berg heißt tatsächlich Bückeberg, ohne das viel diskutierte „e“ am Ende. Das hat die „Landesvermessung und Geobasisinformation Niedersachsen“ 2005 auf Anregung des Heimatforschers Stephan Walter entschieden. Der Kamm des Berges erstreckt sich auf rund 20 Kilometer Länge von Bad Eilsen im Südwesten bis nach Bad Nenndorf im Nordosten und hat fünf Erhebungen. Höchster Punkt ist mit 367 Metern der Bückeberg, der Große Karl bei Reinsdorf ist 301 Meter hoch. Bei Obernkirchen erhebt sich der Steinberg auf etwa 260 Meter Höhe. Im Norden endet der Höhenzug mit dem Münchhausener Berg (185 Meter) und Heisterberg (170 Meter).  kcg/pr.

Auf Rollen, Rädern, auf Skiern und zu Fuß

Für Wanderer und Radler ist der Bückeberg mit seinem gut beschilderten Wegesystem ein echtes Erholungsparadies. Zahlreiche Rundwanderwege, alle gut mit dem Auto zu erreichen, ermöglichen auch kürzere Touren durch den Wald. Hauptwanderweg ist der Bückeberg Weg, der mit „X11“ markiert ist und das Weserbergland mit dem Schaumburger Land verbindet. Auf einer Länge von 58 Kilometern führt er von Porta Westfalica über Bad Eilsen, vorbei an den Sandsteinbrüchen und dem „Wierser Tor“, bis nach Reinsdorf und von dort nach Bad Nenndorf.
Inline-Skater und Rollski-Fahrer kommen auf der asphaltierten Straße auf ihre Kosten, die vom jbf-Centrum bis zur ehemaligen Raketenstation der Nato führt und vom Ski-Club Stadthagen gepflegt wird. Schneit es im Winter, spuren die Mitglieder des Ski-Clubs eine Trainingsloipe rund um das Sportgelände am jbf-Centrum. Fällt genug Schnee, wird die Langlauf-Strecke mit dem Motorschlitten verlängert und führt dann über den Höhenweg zur Raketenstation und zurück. kcg/rg

Dinos und der berühmteste Sandstein Deutschlands

Vom Bückeberg in die ganze Welt: Nicht nur die Gebäude der Weserrenaissance im Schaumburger Land sind aus dem berühmten Obernkirchener Sandstein erbaut. Das Bremer Rathaus, die Siegessäule in Berlin, der Dom zu Köln und sogar das Weiße Haus in Washington bestehen – zum Teil – aus dem qualitativ hochwertigen Material, das auf dem Bückeberg abgebaut wird. Seinen hervorragenden Ruf verdankt das Sedimentgestein der Entstehung des Bückeberges. In der Kreidezeit befand sich der Höhenzug unmittelbar am Meeresufer. Sand und weitere Ablagerungen, aus denen sich der feinkörnige Sandstein gebildet hat, haben einen vergleichsweise geringen Anteil an Karbonaten und Sulfaten und sind reich an Kieselsäure. Dadurch ist der Sandstein besonders witterungsbeständig und bei Baumeistern und Bildhauern auf der ganzen Welt beliebt.
Schon im 11. Jahrhundert wurden die Steine aus dem Bückeberg gebrochen und über die Weser verschifft. Damit ist der Steinbruch auf dem Bergkamm einer der ältesten aktiven Steinbrüche der Welt. Berühmt wurde das Material durch Kaufleute aus Bremen, die den Handel mit dem Sandstein über Jahrhunderte dominierten. Aus diesem Grund wurde das Gestein zunächst unter dem Namen „Bremer Stein“ bekannt. jbf-Centrum

Der feine Sand aus der Kreidezeit sorgte übrigens nicht nur für hervorragendes Baumaterial, sondern konservierte zahlreiche Fossilien und Fußabdrücke von Dinosauriern. Einen Sensationsfund machen Hannoversche Paläontologen im Jahr 2007. Die Wissenschaftler entdecken gut erhaltene Spuren von unterschiedlichen Saurier-Arten – unter anderem die längste zusammenhängende Raptoren-Fährte der Welt. Einmal im Monat haben Interessierte die Möglichkeit, in die Urzeit abzutauchen und die Dinospuren auf dem Bückeberg zu bestaunen. Die öffentlichen Führungen starten im Info-Pavillon am jbf-Centrum. Eine barrierefreie Rampe führt bis zur Fährtenplatte. Noch mehr Infos zu Urzeitbewohnern und Sandsteinbruch vermitteln die Infotafeln entlang des rund vier Kilometer langen Naturerlebnispfades, der ebenfalls am jbf-Centrum beginnt. kcg/pr. (2)

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Der Media Store ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg in die digitale Welt. Das Angebot reicht von mobilen Endgeräten und Zubehör bis zur passenden Schulung für iPad und Co. mehr

Die SN-Apps gibt es für iPhone, iPad und Android-Geräte. Hier erfahren Sie, was sie bieten und wie Sie sich die Apps installieren können. mehr

Sport, Jugendthemen oder aktuelle Schlagzeilen? Mit acht Facebook-Kanälen bedienen die SN die unterschiedlichen Interessen der Nutzer und treten mit den Lesern direkt in den Kontakt. mehr