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Weihnachtsmänner auf Wohnungssuche

Thema des Tages Weihnachtsmänner auf Wohnungssuche

Der eine sammelt Kunst, andere Briefmarken oder Münzen. Peter Kluwe aus Grupenhagen bei Aerzen (Landkreis Hameln-Pyrmont) sammelt Weihnachtsmänner. Über die Jahre haben sich rund 1000 Exemplare angesammelt.

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Blick in die Weihnachtsmann-Sammlung: Im Bade-Outfit sieht man die weißbärtigen Männer wohl seltener.

Quelle: sbr

Gemeinsam mit seinem Göttinger Studienfreund Winfried Bornemann und dem bereits verstorbenen Kollegen Ronald Geyer hat der frühere Lehrer Peter Kluwe aus einer Glühweinlaune heraus im Laufe von vier Jahrzehnten über 1000 Weihnachtsmänner in verschiedensten Größen und Materialien zusammengetragen. Zahlreiche Ausstellungen, unter anderem im Uslarer Rathaus und im Kurpark von Bad Oeynhausen, haben die drei Pädagogen mit der ungewöhnlichen Sammelleidenschaft in der Vergangenheit schon bestückt. Nach dem Tod des Freundes habe das hinterbliebene Sammlerduo aber die Lust am Zusammentragen von ausgefallenen Rauschebartträgern verloren, gesteht Kluwe, der bereits seit mehreren Jahren ein neues, dauerhaftes Zuhause für die zahlreichen Weihnachtsmänner gesucht hat.

 
 Ob Santa Claus, Krestman, Papá Noel, babbo natale, père Noël oder Noel Baba, die Herkunft der Herren im roten Mantel ist so vielfältig wie ihr Aussehen. Der Älteste in der ungewöhnlichen Gruppe trägt noch das traditionelle helle Gewand – Peter Kluwe schätzt sein Alter auf etwa 200 Jahre. Die übrigen Sammlerstücke dürften allesamt jüngeren Datums sein, denn sie sind in der heute weihnachtsmanntypischen rot-weißen Farbkombination gehalten, die sich erst am Anfang des 20. Jahrhunderts, nicht zuletzt durch eine Coca-Cola-Werbekampagne, international durchsetzte.

 
„Leider haben wir es versäumt festzuhalten, wo und wann wir die einzelnen Weihnachtsmänner erworben haben, und ob sie bereits eine Geschichte mitbringen. Das macht es nahezu unmöglich, die Stücke als Dauerleihgabe an ein Museum abzugeben“, musste Kluwe bei seinen Bemühungen, eine Bleibe für die Männer mit den roten Mänteln, Mützen und Bärten zu finden, feststellen. Zwischenzeitlich fand er in einem ehemaligen Klassenzimmer der alten Grupenhagener Schule eine Unterstellmöglichkeit für die zahllosen Kisten, in denen die Männer ein wenig weihnachtliches Dasein fristeten. Dieser Platz wird nun aber dringend von der Gemeinde Aerzen zur Unterbringung von Flüchtlingen benötigt, sodass Peter Kluwes Weihnachtsmännern die Herberge kurzfristig gekündigt werden musste.

 
Während eine Kündigung auf dem freien Wohnungsmarkt manchmal einer Katastrophe gleichkommt, könnte man den zwangsweisen Umzug für die Kluwe’schen Weihnachtsmänner als Glücksfall bezeichnen. Sie haben im Laden neben dem Feuerwehrgerätehaus an der Bösingfelder Straße ein neues Dach über dem Kopf gefunden, konnten ihre Kisten verlassen und stehen nun, hübsch aufgereiht und nach Themengebieten sortiert, in Vitrinen und den ehemaligen Verkaufsraumregalen. Peter Kluwe zeigt seine ungewöhnliche Männer-Sammlung gern nach vorheriger Terminvereinbarung (Telefon 0 51 54-7 09 97 59) – nicht nur in der Vorweihnachtszeit.

Von Sabine Brakhan

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