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Zeit für Verzicht

Thema des Tages Zeit für Verzicht

Schluss mit lustig: Heute ist Aschermittwoch. Die Fastenzeit beginnt – und viele Menschen überlegen sich, worauf sie in den Wochen bis Ostern verzichten könnten. Möglich ist alles, vom Verzicht auf Schokolade oder Alkohol über Konsumfasten bis hin zum Heilfasten mit Gemüsebrühe und Kohlsuppe. Die SN geben Tipps, wie man die Zeit bis Ostern bewusst gestalten kann. Der Härtegrad reicht von 1 wie „Einfach“ bis 5 – „Für Fastenprofis“.

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Alkohol

Der Klassiker bei Erwachsenen.

  • Was es bringt: Gewichtsabnahme, einen klaren Kopf und das Überdenken der Trinkgewohnheiten.
  • Alternativen: Saftschorlen, Wasser mit Zitronensaft und frischer Minze.
  • Härtegrad: 3 bis 5.

 

Plastik

Das Plastikfasten ist ein neuer Trend. Der Verbraucherservice Bayern im Katholischen Deutschen Frauenbund macht es vor und ruft zum Kollektiv-Verzicht auf. Er rechnet vor: Pro Kopf verbrauchen die Deutschen durchschnittlich 65 Plastiktüten im Jahr. „Während der Fastenzeit fallen in einem Vier-Personen-Haushalt rein rechnerisch 35 Tüten an.“

  • Was es bringt: weniger Plastikmüll, bewussteres Einkaufen, gutes Gewissen.
  • Alternativen: die gute alte Einkaufstasche, Papiertüten für Obst und Gemüse, Wachstücher statt Frischhaltefolie, Einkauf auf dem Markt.
  • Nachteile: viele Lebensmittel gibt es nur mit Plastikverpackung, selbst wenn sie „Bio“ sind.
  • Härtegrad: 1 bis 3, abhängig von der eigenen Bequemlichkeit.

 

Schimpfwörter

Unterhaltsamer Wettbewerb vor allem für Familien. Dazu passt die Botschaft von Papst Franziskus, der zu mehr Mitgefühl mit den Armen aufruft. Stärke und Barmherzigkeit statt Egoismus und Gleichgültigkeit. Sein Motto für diese Zeit: „Macht euer Herz stark“. Ähnlich sieht es die Evangelische Kirche in Deutschland. Ihr Aufruf: Sieben Wochen ohne Runtermachen. „Wir laden Sie ein, aus vollem Herzen zu sagen: Du bist schön – zum Menschen an Ihrer Seite wie auch dem eigenen Spiegelbild.“

  • Was es bringt: bewussteren Umgang mit Sprache, Respekt, Kreativität, Familienfrieden.
  • Alternativen: kreative Umschreibungen, tiefes Durchatmen und Lächeln statt Lospoltern, Humor statt Beleidigung – zum Beispiel mithilfe des „Schimpfwort-Generators“ der Kinderzeitschrift Geolino.
  • Nachteile: weniger Möglichkeiten zum Dampfablassen.
  • Härtegrad: Kampf gegen Gewohnheiten, daher 3.

 

Zigaretten

ZIGARETTEN: Für viele ist der Verzicht aufs Qualmen der Einstieg in den Ausstieg.

  • Was es bringt: Bessere Kondition, mehr Geld, frischen Atem.
  • Alternativen: Kaugummis, Lollis.
  • Härtegrad: Je nach Suchtfaktor 1 bis 5.

 

Süßigkeiten

Der Klassiker bei Kindern und Figurbewussten.

  • Was es bringt: Einige Pfunde weniger auf den Hüften. Erholung für die Zähne. Die Geschmacksnerven werden sensibler für Süßes und die Vorfreude auf Ostereier steigt. Außerdem bietet der Verzicht auf Schoki und Co. den Einstieg in eine bewusstere Ernährung.
  • Alternativen: Trockenobst, süße Früchte, Nüsse, Honig, Marmelade.
  • Härtegrad: 5, Versuchungen locken schließlich überall.

 

CO2-Fasten

Gut für die Umwelt. Tipps zum Sparen gibt etwa die CO2-Fastenaktion der katholischen Jugend im Diözesanverband Würzburg.

  • Was es bringt: Bewusstes Auseinandersetzen mit der Frage: Wann wird CO2 ausgestoßen? Nicht nur beim Autofahren, sondern auch, wenn man das Licht einschaltet oder heiß duscht, wenn der Fernseher im Standby-Betrieb ist oder wenn Lebensmittel hergestellt werden.
  • Alternativen: Strom und heißes Wasser sparen, weniger Autofahren, bewusster einkaufen: zum Beispiel Kartoffeln vom Bauern um die Ecke.
  • Härtegrad: 2.

 

 

Autofahren

Gutes Gewissen für Umweltbewusste. Kollektives Autofasten bieten unter anderem das katholische Bistum Trier und die Evangelische Kirche im Rheinland an. Dort bekommen Teilnehmer sogar günstigere Tickets für den öffentlichen Nahverkehr.

  • Was es bringt: Beitrag zur CO2-Reduzierung, stramme Waden und Fitness beim Umstieg aufs Fahrrad, mehr Zeit zum Lesen, Musikhören oder Träumen in öffentlichen Verkehrsmitteln, keine Parkplatzsuche. Und es spart auf Dauer Geld.
  • Alternativen: Fahrrad, Öffentliche Verkehrsmittel, Laufen.
  • Nachteile: unbequem bei schlechtem Wetter, kann etwas länger dauern.
  • Härtegrad: Je nach Fitness 1 bis 5.

Smartphone, Soziale Medien & Co.

Wie das Ausklinken aus der Dauerkommunikation gelingen kann, zeigt die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) mit dem Handyfasten.

  • Was es bringt: Mehr Zeit für Bücher und Gespräche, spannende Entdeckungen in öffentlichen Verkehrsmitteln, Blickkontakt mit fremden Menschen, weniger Ablenkung und mehr Konzentration, außerdem jede Menge Zeit zum Nachdenken.
  • Alternativen: Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, Treffen mit Freunden, Blick aus dem Fenster
  • Nachteile: Langeweile, Verpassen wichtiger Informationen.
  • Härtegrad für Erwachsene: gefühlt 1, realistisch 5, Härtegrad für Jugendliche: „Mama!!!“  kcg/mit dpa
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