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Zeitreise in die höfische Kultur

Schlösser im Weserbergland Zeitreise in die höfische Kultur

Die „Sieben Schlösser im Leine- und Weserbergland“ stammen aus unterschiedlichen Epochen und sind von einzigartiger kulturhistorischer Bedeutung. Im Dreieck zwischen Bückeburg, Hildesheim und Höxter laden sie zu spannenden Zeitreisen in höfische Kultur und Architektur ein. Dabei birgt jedes Schloss einen ganz eigenen Schatz, der es mit dessen Geschichte verbindet.

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Von Maike Lina Schaper

Schloss Bückeburg: Die „Götterpforte“ ist das kostbarste Stück des Schlosses Bückeburg. Dieser Türdurchgang ist ein künstlerisch ausgearbeitetes Ensemble, das aus einer Türschwelle, den zwei Pfosten rechts und links sowie dem Türbogen besteht. Das besondere Merkmal dieses Durchgangs ist die eigensinnige, gar widersprüchliche Gestaltung im Stil des Manierismus. Die Körper der Figuren sind leicht verdreht – die Füße gehen in eine andere Richtung als die Beine, der Oberkörper wieder in eine andere Richtung und schließlich der Kopf in noch eine andere.

Schloss Marienburg: Schloss Marienburg war ein Geschenk der Liebe des letzten Welfenkönigs auf Hannovers Thron, Georg V., an seine Gattin Königin Marie. Doch sie konnten das Schloss nicht lange genießen, denn die anrückenden Preußen trieben sie ins Exil. Ihr Schloss sahen die beiden nie wieder. Heute sind dort die hannoversche Königskrone, das Zepter des Königs sowie die Prinzessinnenkrone ausgestellt. Der endgültige Entwurf für die Kronjuwelen soll von Hofbaumeister Georg Ludwig Friedrich Laves stammen, der schon als Stadtplaner maßgeblich die Stadtentwicklung Hannovers geprägt hatte.

Schloss Hämelschenburg: Einer mutigen Frau ist es zu verdanken, dass Schloss Hämelschenburg heute noch zu besichtigen ist. Anna von Holle kümmerte sich um den Aufbau des Schlosses und führte die Geschicke fort, während ihr Mann als Statthalter in Blankenburg im Harz arbeitete. Als dieser starb, musste sie alleine für ihre 14 unmündigen Kinder und den Hof sorgen. Sie tat dies mit außergewöhnlicher Tapferkeit. Mithilfe des Kaisers befreite sie einen ihrer Söhne aus den Fängen der römischen Inquisition und verhinderte die Plünderung des Schlosses und der Ländereien durch den Feldherrn Tilly im Dreißigjährigen Krieg.

Schloss Bevern: Das Weserrenaissance-Schloss Bevern ist mehr als 400 Jahre alt, doch wurde die Kapelle erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts für kirchliche Zwecke genutzt. Bis dahin war sie noch ein Holzstall. Ihr heutiges Aussehen erhielt sie 1895, während die Erziehungsanstalt Wilhelmsstift im Schloss untergebracht war. Seit der letzten Restaurierung 1984 finden in der Kapelle zwar keine Gottesdienste mehr statt, aber dafür Konzerte, Kunstausstellungen, Vorträge und Trauungen. Die Ausstattung der Schlosskapelle ist über das vergangene Jahrhundert hinaus erhalten geblieben. Die Malereien im Inneren zeigen Ornamente und Motive der Renaissance.

Schloss Fürstenberg: Das Schloss Fürstenberg ist weltweit für sein feines Porzellan bekannt, das dort seit mehr als 265 Jahren hergestellt wird. So ist es wenig erstaunlich, dass die größte Kostbarkeit auf Schloss Fürstenberg ein Porzellanservice ist. Das „ganz verguldete“ Ensemble wurde um 1765 hergestellt und besteht aus insgesamt 13 Teilen. Das Service hat keine Kuchenteller, doch das ist gewollt. Denn zu damaliger Zeit waren Kaffee, Tee und Schokolade noch keine Alltagsgüter, sondern Luxus. Die Tradition des nachmittäglichen Kaffeetrinkens kam erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus England hierher.

Schloss Corvey: Seit 2014 gehört Schloss Corvey zum Weltkulturerbe der Unesco. Schon vor mehr als 1000 Jahren war das ehemalige Mönchskloster eines der bedeutendsten Zentren der Bildung und des Wissens. In der Bibliothek schrieben die Mönche antike Werke mit aufwendiger Schrift und Malerei ab. Erst vor kurzem gelang es Wissenschaftlern in einem Forschungsprojekt, Teile der alten, mittelalterlichen und neuzeitlichen Bibliothek wieder zusammenzuführen. Heute sind die Handschriften und Drucke weltweit im Internet zugänglich. Zu finden sind sie unter www.nova-corbeia.uni-paderborn.de.

Schloss Pyrmont: Der Schatz im Schloss Pyrmont hat mit einem Brunnen zu tun. Vor 2000 Jahren opferten die Germanen ihre Kostbarkeiten dem Brodelbrunnen. Dieser Fund zeigt, dass die Wasser von Bad Pyrmont schon vor sehr langer Zeit bekannt waren und gewürdigt wurden. Unter den Opfergaben fanden sich Fibeln, eine Schöpfkelle und drei Münzen. Die Fibeln wurden zur damaligen Zeit als Broschen genutzt, um die Gewänder zusammenzuhalten. Der Brunnenfund aus dem ersten Jahrhundert nach Christi Geburt ist einer der bedeutendsten frühgeschichtlichen, kaiserzeitlichen Opferfunde Mitteleuropas.

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