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12:02 30.04.2015
Aldi soll der Anker am Amtsplatz bleiben, finden die örtlichen Händler.  Quelle: gus

Rodenberg. Sie erfüllt dabei nicht etwa die Angst vor einem Konkurrenten, die Geschäftsleute wollen vielmehr, dass sich das Unternehmen zum Standort in der Deisterstadt bekennt, denn sie befürchten, dass sich Aldi aus Rodenberg zurückziehen könnte.

Hintergrund ist der Wunsch des Konzerns nach einem größeren Standort. Die Gespräche dazu laufen nach Angaben von Rüdiger Grohs vom Gewerbeverein Rodenberg (GVR) seit längerer Zeit. „Wie sich in den Nachbarorten Bad Münder und Lindhorst und auch im Auetal gezeigt hat, geht Aldi derzeit daran, die Filialen auf den aktuellen Stand zu bringen.“

Damit dies in Rodenberg gelingen kann, benötige das Unternehmen mehr Platz, zumal der Konzern konkrete Vorstellungen habe. „Wir wissen, dass es mit Grundstückseigentümern am Amtsplatz entsprechende Verhandlungen gibt“, so das GVR-Vorstandsmitglied.

Gelinge es, den Standort im Rodenberger Zentrum zu erhalten, sei dies für die umliegenden Geschäfte ein überaus positives Signal. „Aldi hat eine Ankerfunktion, gleichzusetzen mit großen Ketten in Einkaufszentren“, erklärt Grohs. „Vor dem Hintergrund, dass die Zahl der älteren Menschen steigt, sind wir froh, dass die Kunden derzeit noch viele Produkte in der Innenstadt bekommen“, betont Gabriele Schlüter, Leiterin des Aktiv-Kreises beim GRV.

Zwar sei es keine endgültige Garantie, dass es für die inhabergeführten Geschäfte langfristig so wie bisher weitergehe, „es gebe damit aber viele Voraussetzungen, dass der Einzelhandel vor Ort bleibt und auch Nachfolger gefunden werden können, ergänzt Grohs.

Sollten die Gespräche in Sachen Grundstücksverkauf indes scheitern, drohe Rodenberg langfristig ein Negativtrend, der sich kaum stoppen ließe. „Zieht sich Aldi zurück, haben wir einen großen Leerstand, der auch deutlich wahrnehmbar sein wird“, so Schlüter. Angesichts der Gebäudegröße kämen nur wenige Mieter infrage. Zwar gebe es die Information, dass Rossmann in einem solchen Fall interesse an der Immobilie habe, Grohs und Schlüter setzen jedoch vor allem darauf, dass der Discounter am Amtsplatz bleibt.

Sonst drohe Rodenberg ein spürbarer Abfluss von Kaufkraft, entwirft GRV-Vorstand Grohs ein Schreckensszenario. „Es ist davon auszugehen, dass sich in absehbarer Zeit dann auch der eine oder andere Händler zurückziehen muss.“ Durch den Wegfall von Gewerbesteuer sei dann auch die gesamte Gemeinde von einem solchen schleichenden Niedergang betroffen. Das eine Problem wäre dann der Leerstand, das andere das fehlende Geld für Investitionen in die Attraktivität der Kernstadt.

„Für uns als Gewerbeverein und besonders für die betreffenden Mitglieder ist es daher sehr wichtig, dass wir für eine positive Entscheidung eintreten“, gibt sich Grohs zuversichtlich. Die Aufgabe des GRV bestehe darin, die Belange der Händler vor Ort zu vertreten und vor Fehlentwicklungen zu warnen. bes