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Schaumburg Landkreis Themen kauf hier Drei Schließungen in der Fußgängerzone
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11:54 30.04.2015
Während des Wochenmarkts am Donnerstag herrscht in der Bad Nenndorfer Innenstadt auch an trüben Tagen reichlich Betrieb. Bis zur Fußgängerzone verläuft sich der Trubel jedoch meist wieder. Quelle: kle
Samtgemeinde Nenndorf

Bald soll ein neuer Rewe-Markt an der Kurhausstraße entstehen. Zugleich stehen der Fußgängerzone drei neue Schließungen bevor.

 Betroffen sind der Kinderladen, die Modeboutique „Signora Laura“ sowie das Damenbekleidungsgeschäft Astrid Aue. Die gleichnamige Inhaberin will nach 13 Jahren ihr Geschäft schließen. Es sei nun an der Zeit, und auch die Umsätze stimmten nicht mehr. An den Mietpreisen liege das nicht, es fehle schlichtweg die Kundschaft. „Nenndorf wird immer toter“, sagt Aue und fügt hinzu: „Es gibt ja auch keine Attraktion in der Fußgängerzone“. Die Beete sähen nicht schön aus, Spielgeräte für Kinder fehlten ebenso wie Plätze zum Verweilen. „Da muss man sich nicht wundern, wenn die Familien nicht zum Bummeln in die Fußgängerzone kommen“, sagt sie.

 Im Sommer vergangenen Jahres sei eine Woche lang kein einziger Kunde zu ihr ins Geschäft gekommen. Bis zum Ende des Jahres will sie ihr Geschäft schließen, der Ausverkauf mit Rabattaktion hat bereits begonnen. „Die Situation wird sich schließlich wohl kaum mehr verbessern, es werden eher noch weniger Leute in die Fußgängerzone kommen“, sagt Aue.

 Bürgermeisterin Gudrun Olk betrachtet die Entwicklung in der Fußgängerzone kritisch. Zwar gebe es keine ganzen Streckenzüge von Leerständen, doch vereinzelte fänden sie sich immer wieder. Gerade was die Konkurrenz durch den Internethandel angeht, würde sie sich wünschen, dass sich die Bürger nicht vor Ort informieren und anschließend online einkaufen, sondern umgekehrt. Allerdings sollten die Händler auch alle Möglichkeiten nutzen, um die Fußgängerzone attraktiver zu gestalten, indem sie sich aktiv und kreativ an besonderen Aktionen beteiligen – von Werbeaktionen zu verkaufsoffenen Sonntagen bis hin zu Angeboten rund um die Weihnachtszeit. Die Möglichkeiten der Politik seien in dieser Sache sehr begrenzt, glaubt sie.

 Für Haste bewertet Bürgermeister Sigmar Sandmann die Situation als nicht so problematisch. Allerdings sei der dortige Einzelhandel auch eher geprägt durch die Angebote des täglichen Bedarfs, wo eine Wettbewerbssituation zum Internethandel kaum bestehe. Größer sei da schon die Konkurrenz aus größeren Städten. Auftrieb für den örtlichen Einzelhandel habe in diesem Zusammenhang die Ansiedlung des Netto-Marktes und der Tankstelle gebracht, durch die viele Kunden eben doch im Ort blieben. Auch ein gewachsenes Angebot an Dienstleistern mache das Verbleiben im Ort attraktiver, was den örtlichen Fachläden entsprechend zugute komme.kle, on