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12:09 30.04.2015
Claudia und Ulrich Döpke führen Schuh-Peters in der dritten Generation. Quelle: peb
Rinteln (peb)

Das war vor fünf Jahren. Heute kann Schuh-Peters auf eine 80-jährige Geschäftsgeschichte zurückblicken. Claudia und Ulrich Döpke führen den Laden schon in der dritten Generation.

 Im Jahr 1935 gründete der gelernte Schuh- und Schäfte-Macher Carl Peters am Kirchplatz sein eigenes Geschäft. Im Jahr 1960 wurde das Schuhgeschäft in die Enge Straße verlegt, Lederhandel und Schuhmacherbedarf blieben am Kirchplatz. Sohn Erhard Peters übernahm zusammen mit seiner Frau Jutta im Jahr 1966 das Schuhgeschäft. Ende der siebziger Jahre wurde die Damenschuhabteilung zum Marktplatz verlegt, da der Laden in der Engen Straße zu klein wurde. Im Jahr 1992 sind die Schuhabteilungen wieder zusammengeführt worden und Schuh-Peters zog an die Weserstraße um. Nach dem Tod von Erhard Peters führte Ehefrau Jutta das Geschäft weiter, tatkräftig unterstützt von Tochter Claudia und deren Ehemann Ulrich Döpke. Vor zehn Jahren übernahmen Claudia und Ulrich Döpke das Geschäft.

 „Dass die Geschäftsgeschichte heute noch weitergeschrieben werden kann, ist in erster Linie auf die Entscheidung, den Laden in die Weserstraße zu verlegen, zurückzuführen“, sagt Claudia Döpke. „Auch der Umbau der Ladenfläche in moderne Geschäftsräume mit großen Schaufenstern hat dazu beigetragen.“ Und Ulrich Döpke fügt an: „Das Schuh-Sortiment wurde in den Jahren immer wieder dem Bedarf der Kunden angepasst.“ Heute bietet Schuh-Peters eine breite Angebotspalette an, die über das reine Schuh-Angebot hinausgeht. Neben Damen-, Herren- und Kinderschuhen für die unterschiedlichsten Anlässe gehören auch Taschen-Kollektionen, Accessoires, Schuh-Pflegemittel und Schuh-Zubehör zum breit gefächerten Sortiment.

 „Wir legen bei der Sortiment-Auswahl besonders Wert auf qualitativ hochwertige Materialien und eine perfekte Verarbeitung. Hierbei arbeiten wir eng mit den führenden Markenherstellern zusammen, um unsere hohen Qualitätsstandards zu gewährleisten. Schon bei der Auswahl der Lieferanten achten wir darauf, dass die verwendeten Materialien frei von Gift- und Kunststoffen mit gesundheitsschädigenden Weichmachern und Allergieauslösern sind. Unser Sortiment enthält nur Markenfabrikate, deren Passform, Preis und Qualität von uns geprüft sind, stimmen und überzeugen“, unterstreicht Claudia Döpke die Schuh-Peters-Geschäftsphilosophie. „Besonders bei Kinderschuhen ist es enorm wichtig, sie hundertprozentig anzupassen. Falsches Schuhwerk kann hier fatale Folgen haben für die Entwicklung der Füße und damit verbunden für eine gesunde Körperhaltung“, warnt Ulrich Döpke vor dem Kauf ohne Anprobe.

 Der Internet-Schuhhandel sei zwar eine große Konkurrenz, aber die intensive Bewerbung des Produkts „Schuh“ in den Medien kann auch ungeahnte Vorteile haben. „Mit dem Werbe-Slogan ,Schrei vor Glück‘ wurde das Produkt ,Schuh‘ richtig in den Vordergrund gerückt. Schuhe können mehr sein als nur ein Gebrauchsgegenstand. Schöne Schuhe können Glücksgefühle erzeugen. Das wird den Kunden suggeriert und so zum Kauf animiert“, freut sich Claudia Döpke über die kostenlose Werbung. Der heimische Handel leide unter Weltkonzernen, die im Internet Handel treiben. Den Kunden müsse bewusst sein, dass ihre Kaufentscheidung maßgeblich die Zukunft, Prosperität und Lebensqualität einer Kommune beeinflusst“, so Claudia Döpke. „Der örtliche Einzelhandel ist der Motor unserer Städte und Gemeinden. Kommt er ins Stottern, bleibt das Gemeinwesen auf der Strecke“, mahnt sie an. Im Konkurrenzkampf mit dem Internet-Handel müssen Geschäfte wie Schuh-Peters mit Serviceleistungen überzeugen. „Mit freundlicher und qualifizierter Fachberatung, mit einer großen Auswahl an Schuhen auch für Einlagen, mit Schuhen in verschiedenen Weiten, mit Einzelpaarbestellungen, mit Schuhpflegeberatung und mit Kinderfuß-Messung müssen wir unsere Kunden halten und neue dazugewinnen“, weiß Claudia Döpke. Aufgrund der hohen Fachkompetenz wurde Schuh-Peters im Jahr 2012 als Testsieger des International Service Check (ISC) mit dem ersten Platz ausgezeichnet und im Jahr 2014 haben die Döpkes den „Service-Meister Schaumburg“ als Auszeichnung für kompetente und freundliche Beratung bekommen.

 Schuh-Peters kann auf einen großen Kundenstamm blicken. Die Kunden kommen nicht nur aus Rinteln, sondern auch verstärkt aus dem westfälischen Raum. „Auf dem platten Land geben immer mehr Geschäftsinhaber ihre Läden auf. Es fehlt häufig an Nachfolgern. Dadurch profitieren wir. Immer mehr Kunden kommen aus der näheren Umgebung“, verrät Ulrich Döpke. „Besonders in den Frühjahrs- und Sommermonaten bis in den Herbst hinein steigen die Umsatzzahlen an. Viele Touristen und Fahrradtouristen in der Stadt beleben das Geschäft. Rinteln entwickelt sich mehr und mehr zu einer Touristenstadt. Und das ist gut für den Einzelhandel.“

 Ob Schuh-Peters in die vierte Generation geht, das muss die Zukunft zeigen. „Es ist nicht leicht, Nachfolger zu finden. Wer ist schon bereit, Woche für Woche nahezu 60 Stunden nur für das Geschäft da zu sein. Unser Sohn und unsere Tochter hätten zwar die beruflichen Voraussetzungen. Aber sie sind noch zu jung, um sich endgültig zu entscheiden“, blicken Claudia und Ulrich Döpke in die Zukunft.