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12:04 30.04.2015
Geschäftsführer Andreas Breuer Quelle: js
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Stadthagen

Stadthagen. 1939 eröffnete der gelernte Schäftemacher Wilhelm Breuer mit seinem Kompagnon Karl Schweer das Geschäft. Damals wurden allerdings noch Werkzeuge und Zubehör für Schuhmacher verkauft. Wilhelm Breuers Enkel Andreas bietet heute an gleicher Stelle auf 135 Quadratmeter vorrangig Haushaltswaren und Geschenkartikel an.

4500 Artikel umfasst das Sortiment, darunter Dekorationsartikel wie etwa Willow Tree Figuren sowie Töpfe, Pfannen und kleine Elektrogeräte. „Außerdem haben wir einen Reparatur- und Schleifservice“, erklärt Geschäftsführer Andreas Breuer. „Wir versuchen den Kunden ein möglichst breites Spektrum anzubieten, anders kann man heute nicht mehr im Fachhandelbereich überleben“, meint der 53-Jährige.

Neben der breiten Produktpalette steht die individuelle Beratung im Fokus. Fünf Mitarbeiter kümmern sich um die Belange der Kunden. Erst vor Kurzem habe Breuer ein junges Paar beraten, welches sich ein Vollautomat kaufen wollte. „Nach dem Gespräch stand fest, dass der Mann eigentlich Tee-Liebhaber ist und die Frau gerne Espresso trinkt. Also habe ich eher zu einer kleineren Espressomaschine geraten“, erklärt Breuer. Daran habe er zwar weniger verdient als an einem Vollautomaten, „aber wenn es nicht passt, macht es keinen Sinn. Ich möchte, dass die Kunden zufrieden nach Hause gehen. Und dann gegebenenfalls wiederkommen“.

Dieses Erlebnis passt in die gängigen Erfahrungen, die der Geschäftsführer in letzter Zeit gemacht hat. Er habe eine Gegenbewegung zum Internet festgestellt. „Die Leute merken, dass das Internet nicht unbedingt durch Service besticht“, schildert er seine Beobachtungen. „Ein kompetenter Ansprechpartner lässt sich eben nicht ersetzen.“

Auch die Berichterstattung in den Medien habe dazu beigetragen. „Als bekannt wurde, dass Amazon in Deutschland keine Steuern zahlt, hat viele zum Nachdenken angeregt“, meint er. Doch auch der 53-Jährige kommt nicht um das Internet herum. Seit zwei Jahren unterhält Breuer & Schweer eine eigene Website sowie Facebook-Auftritt. Diese sieht er aber eher „als verbesserte Visitenkarte“, für den relativ großen Einzugsbereich. Durch den Wegfall vieler Konkurrenten reiche dieser von Nienburg bis Hameln und Hannover bis Minden. Den Grund für den Niedergang vieler Kontrahenten glaubt Breuer zu kennen: „Es liegt nicht nur am Onlinehandel. Viele Fachhändler haben Probleme, einen geeigneten Nachfolger zu finden.“

Früher sei es anders gewesen. „Da gab es auch viel Druck von den Eltern, was die Berufswahl und Nachfolge angeht“, sagt Breuer. Heute würden viele junge Menschen die Selbstständigkeit scheuen. Breuer habe das Glück gehabt, selbst zu entscheiden, was er möchte. „Ich hatte überlegt zu studieren. Vielleicht in Richtung Messtechnik, aber hab mich dann doch für Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann entschieden.“

Eine goldrichtige Wahl: „Mir macht es auch heute noch unheimlich Spaß, für Leute Lösungen zu finden und dann eine positive Resonanz zu bekommen.“ Das soll sich auch für die nächsten 15 Jahre nicht ändern – vielleicht mit neuem Sortiment. „Wir sind immer auf der Suche nach neuen Artikeln. Aber bitte mit möglichst geringen Lagerkosten“, sagt Breuer schmunzelnd. Im Moment fühlt sich der Einzelhandelskaufmann für die Zukunft gewappnet: „Ich hoffe, das bleibt auch so.“ Einen potenziellen Nachfolger hat er im Übrigen noch nicht. Breuer: „Aber man weiß ja nie, was sich in den nächsten Jahren ergibt.“

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