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„Lange Straße und Amtsplatz können sich absolut sehen lassen“

Kauf Hier: Interview mit Günter Ebertz „Lange Straße und Amtsplatz können sich absolut sehen lassen“

Günter Ebertz ist seit 2009 Vorsitzender des 60 Mitglieder zählenden Gewerbevereins Rodenberg. Bei der Jahreshauptversammlung am 6. März will er sich erneut zur Wahl stellen. Im SN-Interview nimmt der 66-Jährige Stellung zur aktuellen Einkaufssituation in der Stadt.

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Über die Infrastruktur in Rodenberg sagt Günter Ebertz: „Hier hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel zum Positiven entwickelt.

Quelle: rg

Rodenberg. Herr Ebertz, wie beurteilen Sie die aktuelle Einzelhandelsstruktur in Rodenberg?
Angesichts des vorhandenen Branchenmixes ist die Situation insgesamt noch zufriedenstellend, jedoch derzeit leicht rückläufig.

Woran liegt das?
Wenn man mit Händlern spricht, die ihr Geschäft in jüngerer Vergangenheit geschlossen haben, dann werden vielfach die Mieten der jeweiligen Immobilieneigentümer beklagt. Deren Höhe will oder kann sich der eine oder andere einfach nicht mehr leisten.

Kann der Gewerbeverein hier irgendwie Einfluss nehmen?
Wir arbeiten daran, Vermieter und Mieter an einen Tisch zu bringen. Ein solcher Gedankenaustausch könnte mehr Verständnis für die jeweilige Gegenseite hervorrufen. Der Gewerbeverein kann dabei als Vermittler der unterschiedlichen Interessen auftreten.

Was hat sich in Rodenberg in den vergangenen Jahren positiv entwickelt? Wo hapert es?
Womit wir wuchern können, ist die Infrastruktur in unserer Stadt. Hier hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel zum Positiven entwickelt. Insbesondere die Lange Straße und der Amtsplatz können sich absolut sehen lassen und bilden nicht nur sprichwörtlich ein tolles Einkaufszentrum. Ungeachtet dessen haben wir leider zu viele Leerstände. Aktuell trifft dies auf sieben Einzelhandelsflächen im Stadtkern zu.

In welchen Segmenten ist Rodenberg gut aufgestellt? Welche Sortimente fehlen beziehungsweise wären wünschenswert?
Die Nahversorgung mit Lebensmitteln ist meiner Ansicht nach sehr gut. Wünschenswert wäre jedoch beispielsweise ein Schuhgeschäft. Das gibt es in ganz Rodenberg nicht. Und ältere Einwohner beklagen das Fehlen eines Geschäfts für Handarbeiten.

Was könnte Ihrer Ansicht nach zu einer Attraktivitätssteigerung der Stadt beitragen?   

Einerseits benötigt jede Stadt das eine oder andere Zugpferd im Einzelhandelsbereich. Dadurch generiert man zusätzliche Kunden, die dann erfahrungsgemäß auch andere Dinge vor Ort gleich mitbesorgen. Darüber hinaus würden wir vom Gewerbeverein aus gerne eine Leerstandsbörse einrichten, damit potenzielle Interessenten schnell mit den notwendigen Informationen versorgt werden. Dieses Thema werden wir demnächst mit unserem Stadtdirektor Georg Hudalla besprechen.

Das Internet macht den lokal tätigen Einzelhändlern immer mehr Konkurrenz. Warum sollten die Menschen in Rodenberg einkaufen und nicht online vorm heimischen PC?
Eine gute und persönliche Beratung gibt es nur in den Fachgeschäften vor Ort. Die fehlt im Internet völlig. Zudem ist das Einkaufen im Internet in vielen Fällen kaum billiger. Das wird jeder feststellen, der die entsprechenden Preise mal gründlich vergleicht – wobei das Internet genau in puncto Preisvergleich natürlich gut geeignet ist. Und wer seinen neuen Flachbild-Fernseher dann weiter weg zu einem vermeintlich günstigen Preis kauft, der vergisst dann häufig die Fahrtkosten und lässt zudem die Zeitersparnis bei einem Einkauf in Rodenberg außer Acht.

Wie sehr macht der Online-Handel den Geschäften in Rodenberg zu schaffen?
Für die Lebensmittler sehe ich hier kein Problem, für die Elektro- und Fernsehbranche sehr wohl. Ich bleibe aber dabei: Viele Kunden würden überrascht sein, wenn sie sich vor Ort überhaupt mal nach den Preisen erkundigen würden – und die Beratung durch einen kompetenten Ansprechpartner ist dabei inklusive. Und wenn aufgrund steigender Online-Käufe der Einzelhandel vor Ort immer mehr zugrunde geht, leiden letztlich nicht nur ältere Einwohner unter einer mangelnden Vielfalt, sondern die gesamte Bevölkerung.

Andere Städte im Schaumburger Land tun sich schwer mit einheitlichen Öffnungszeiten. Wie sieht das in Rodenberg aus?
Das ist bei uns meiner Meinung nach kein großes Problem. Ich würde es allerdings begrüßen, wenn mehr Geschäfte am Mittwochnachmittag geöffnet hätten. hb

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Konkurrenz durch Internethandel sowie außerhalb gelegene Einkaufszentren, die ihrerseits mit den Wettbewerbern aus dem Netz zurechtkommen müssen, machen dem Einzelhandel in Rodenberg zu schaffen.

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