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11:55 30.04.2015
Die B441 ist Fluch und Segen zugleich für den Einzelhandel, der sich links und rechts der Bundesstraße entwickelt. Quelle: jpw
Samtgemeinde Sachsenhagen

Knapp 60 Prozent der Kaufkraft der Einwohner der Samtgemeinde Sachsenhagen bleibt im dortigen Einzelhandel. Das hat das Institut für Regionalwirtschaft, „Cima“, berechnet. Ein Wert, der zum Beispiel auf Augenhöhe mit der benachbarten Samtgemeinde Lindhorst liegt, aber deutlich über dem, was in der Einwohnerzahl vergleichbare Samtgemeinden in Schaumburg erreichen.

 Ohnehin gelten für die Samtgemeinde besondere Voraussetzungen: Mit Sachsenhagen und Hagenburg gibt es zwei Grundzentren – und aufgrund der Entfernung und der Nahverkehrsanbindung zumindest in Hagenburg fließt ein Teil der Kaufkraft nach Wunstorf in die Region Hannover ab. Überdies befindet sich in Fahrradentfernung von Hagenburg mit Steinhude ein Wunstorfer Ortsteil, in dem rund zwölf Prozent der Wunstorfer Verkaufsfläche zu finden sind.

 Trotzdem: Die geschickte Ansiedlungspolitik der neunziger Jahre hat gerade Hagenburg ein ganzes Spektrum von Verbrauchermärkten beschert, was den Kunden eine reiche Auswahl sichert. Rund um den Parkplatz von Edeka-Neukauf und auch am Cord-Bothe-Platz haben sich Verbrauchermärkte mit Spezialhandel gemischt. Vermutlich wird es keinen weiteren Ort mittlerer Größe in Schaumburg geben, an dem es an insgesamt zehn Stellen möglich ist, frische Brötchen zu kaufen. Zu Spezialitäten entwickeln sich mittlerweile der Fischhandel sowie Kürbis und Spargel.

 Seit Jahren deckt der „Kleine Laden“ in Wölpinghausen zumindest einen großen Teil des täglichen Bedarfs für die Einwohner ab. In Sachsenhagen besteht neben wenigen alteingesessenen Spezialläden seit den neunziger Jahren kontinuierlich ein Verbrauchermarkt, der damals mit viel Einwohner- und Politikeinsatz in den Ort geholt worden ist, um weiterhin das Einkaufen für den täglichen Bedarf innerhalb der Stadtgrenzen zu ermöglichen – auch ist im Dülfeld eine kleine Zeile mit einigen Läden entstanden.

 Als lärmender Fluch und kundenbringender Segen zugleich wird vom Einzelhandel in Hagenburg der starke Verkehr auf der Bundesstraße 441 gesehen, verbunden mit einer eher kundenunfreundlichen Parkplatzsituation für mögliche Geschäftsgründungen in der alten, zum Teil leerstehenden Bausubstanz speziell entlang der Langen Straße. Auch die Stadt Sachsenhagen hat mit Leerstand im historischen Kern zu kämpfen.

 Im Ortsteil Nienbrügge besteht seit vielen Jahren mit dem „tret-lager“ ein Fahrradspezialgeschäft, dessen Besitzer das Internet nicht als Bedrohung, sondern von vornherein als ein weiteres Standbein seines Geschäftes empfunden hat. jpw