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„Was wir machen, das machen wir gut“

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Johannes Padberg greift gern zu Bildern, wenn er nach dem Unterschied zwischen dem Internethandel und dem Verkauf in einer Apotheke gefragt wird.

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Quelle: pr.

Rehren. Wenn ein Kunde 20 Vitamintabletten benötigt, die drei Wochen ausreichen, dann bekommt er in der Apotheke genau diese 20 Tabletten, sagt der Apotheker. Aber im Internet gibt es nur Großpackungen, die dann ewig und drei Tage lang reichen. Oder: „Ich brauche einen Schreibblock, muss aber gleich 20 davon kaufen. Was soll ich mit 19 Blöcken, die ich nicht benötige?“ Kurzum, sagt Padberg, der Internethandel nimmt den Leuten vor Ort die bedarfsgerechten Mengen weg.

 Es ist keine neue Erkenntnis: Die Einkaufsgewohnheiten der Menschen haben sich stark verändert, Online-Portale erlauben den direkten Preisvergleich, die Wettbewerber sind nur wenige Klicks entfernt. Die Auswirkungen kann man natürlich auch im Landkreis sehen: Wenn in einem Ort der Arzt wegzieht, dann dauert es nicht lange, bis die Apotheke zumacht. Dabei, so sagt Padberg, müsste es doch genau umgekehrt sein: Die Gesundheitsbranche in der Fläche halten oder sie wieder zurückzubringen – man kommt vom Arzt und geht mit dem Rezept in der Hand über die Straße zur Apotheke.

 Und dort, in den Vor-Ort-Apotheken, kann der größte Trumpf ausgespielt werden: der persönliche Kontakt. Denn hier hat der individuelle, der heilberufliche Kontakt zwischen Apotheker und Patient von Angesicht zu Angesicht eine ganz andere Qualität. Und nicht immer geht es um Umsatz, sagt Cornelius Padberg, manchmal muss man dem Kunden auch verdeutlichen, dass das irgendwo beworbene Wundermittel, das Forscher in den Karpaten entwickelt haben und das eine Lebensdauer von 100 Jahren garantiere und in drei Raten bezahlt werden könne, eben doch nur Schwindel sei: Apotheker seien auch Verbraucherschützer.

 Natürlich haben auch die Apotheker längst mit den negativen Auswüchsen des Internethandels zu kämpfen. „Der Beratungsklau“, sagt Cornelius Padberg: „Die Kunden lassen sich in der Apotheke aufklären und bestellen dann im Internet.“

 Oder: „Der Kunde reagiert auf das im Internet bestellte Shampoo allergisch und gibt es bei uns zurück. Natürlich erstatten wir den Preis.“

 Zwar werde auch der Apotheke das Geld erstattet, sagt Padberg sofort, aber der bürokratische Aufwand, den bezahlt niemand. Wenn es einer Apotheke gut geht, sagt Cornelius Padberg, „dann kann man auch mal fünf gerade sein lassen, weil man ja auch um jeden einzelnen Kunden kämpft“, aber wenn die Apotheke erst einmal dicht gemacht habe, dann sei die nächste Notfallversorgung auf einmal 50 Kilometer entfernt. Und mit Blick auf den Notdienst: „Auch hier werden die Entfernungen größer und damit auch die Probleme bei der Versorgung einer akuten Krankheit.“

 Ein weiteres und nicht zu unterschätzendes Risiko sind gefälschte Medikamente. Der kriminelle Handel mit gefälschten Medikamenten ist ein weltweites Problem. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass in Entwicklungsländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas der Anteil der gefälschten Medikamente bei bis zu 30 Prozent liegt. Durch den Internetversandhandel oder Fernreisen erreichen gefälschte Medikamente zunehmend Europa.

 Das größte Risiko für deutsche Verbraucher stellen unseriöse Internetseiten dar: Hier liegt der Anteil gefälschter Medikamente bei mehr als 50 Prozent. Gefälschte Medikamente – echte Nebenwirkungen, die bis zum Tod führen können.

 Besonders häufig werden übrigens die Medikamente gefälscht, mit denen Kriminelle großen Umsatz machen – die also teuer sind oder häufig eingesetzt werden.

 Der Versandhandel führt zu Widersprüchen im System der Arzneimittelversorgung und stellt die Apothekenpflicht infrage, erklärt Christian Splett als Pressereferent der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, denn der Versandweg biete zusätzliche Risiken wie Transportzeit oder Lagerbedingungen und die persönliche Interaktion und Kommunikation, die „Inaugenscheinnahme“, zwischen Apotheker und Patient fehle. Und: „Erforderlich ist der Versandhandel, etwa für bettlägerige Patienten, nicht. Durch den Botendienst der öffentlichen Apotheken ist die Arzneimittelversorgung dieser Patienten auch ohne den Versandhandel flächendeckend gewährleistet.“

 Seit sechs Jahren gibt es Projekte, dass Patienten Arzneimittel in Drogeriemärkten und anderswo bestellen und abholen können – freilich ohne Beratung. Dieses Geschäftsmodell, so erklärt der Deutschen Apothekenverband, „verwässert die bewährte und verbraucherschutzorientierte Apothekenpflicht von Arzneimitteln, weil viele Verbraucher einen Drogeriemarkt ohne pharmazeutisches Fachpersonal mit einer Apotheke verwechseln könnten. Obwohl sich viele Verbraucherschützer und Gesundheitspolitiker einig sind, dass diese sogenannten Pick-up-Stellen ein ungewollter Kollateralschaden des zugelassenen Versandhandels sind, lässt ein entsprechendes gesetzliches Verbot noch auf sich warten.“

 Letztes Jahr ließ ein Bericht aufhorchen. 21 Online-Apotheken wurden durch das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) geprüft. Das Ergebnis offenbarte, dass der Service der Versandapotheken bestenfalls durchwachsen ist. Besonders erstaunte die Prüfer dabei, dass viele Online-Apotheken bei ihrer Kernkompetenz schlecht abschneiden: dem Versand. Zwar würden die Bestellungen schnell und zuverlässig bearbeitet, doch gerade bei den Versandkosten für Erstbesteller seien viele Apotheken „wenig kundenfreundlich“.

 Rund 30 Angestellte beschäftigen Vater und Sohn Padberg in den beiden Apotheken in Rehren und Stadthagen, aber der größte Teil arbeitet im Auetal. Kurzsichtig sei die Bestellung im Internet, erklären Johannes und Cornelius Padberg; nicht nur, weil man eben den Leuten vor Ort die kleinen Mengen nimmt, sondern auch, weil die vermeintlich bequeme und zu kurz gedachte Bestellung im Internet von Menschen, die hier leben und arbeiten, ausgebadet werden muss.

 Natürlich gebe es immer mal wieder Produkte, die im Internet günstiger zu kaufen sein, das wollen beide nicht leugnen, „aber auch wir können Angebote kalkulieren und sind dann unter den fünf günstigsten Preisen“, sagt Cornelius Padberg. Der Junior lässt diesen Satz ein wenig im Raum stehen, überlegt und zieht dann ein Fazit: „Wir machen das seit mehr als 30 Jahren“, meint er, „und in dem, was wir machen, sind wir gut.“ rnk

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