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11:56 30.04.2015
Passanten betrachten in der Rintelner Fußgängerzone die Auslage eines Schuhhändlers.  Quelle: tol
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Von Stefan Reineking

Rinteln. Von herkömmlichen bis historischen Stadtrundgängen über die vielfältigen Aktivitäten der Vereine bis hin zu den Großveranstaltungen wie ,,Rinteln Mobil“, Weinfest oder den beiden Messen im Mai und November reicht die Palette des Angebotes.

Stadt und Stadtmarketingverein, Stadtwerke und Banken, örtlicher Handel und Kulturvereine ziehen dabei an einem Strang und haben sich alle dem gleichen Ziel untergeordnet: für Einheimische wie Gäste einen Besuch in der Innenstadt interessant zu machen. Der Erfolg gibt den Initiatoren recht. Wann immer Rinteln einlädt, füllt sich die Stadt mit Massen von Menschen, die bummeln und staunen und – was letztlich am wichtigsten ist – kaufen und die heimische Gastronomie beleben.

Bekanntlich kann man die Feste nur feiern, wenn sie fallen, weshalb sich die Frage stellt: Wie sieht es an den übrigen Tagen aus, wenn kein zusätzliches Angebot vorhanden ist? Nun, noch ist die Welt in Rinteln einigermaßen in Ordnung, sorgen Einheimische, Touristen und die vielen Besucher aus dem angrenzenden Lipperland und Westfalen für Belebung. Dabei sind aber die ersten Anzeichen für eine schlechter werdende Situation erkennbar: In den Nebenstraßen sind viele Geschäfte mittlerweile Wohnungen gewichen, in der 2002 eröffneten Fußgängerzone haben einige alt eingesessene Fachgeschäfte geschlossen, erste Leerstände sind unübersehbar.

Eine Entwicklung, die sich auch in den nackten Zahlen niederschlägt, die erst in diesem Jahr vom Institut für Regionalwirtschaft Cima erhoben wurden: Die Zahl der Einzelhandelsbetriebe im Bereich der Kernstadt ging von 2006 bis 2011 von 253 auf 242 zurück; die Größe der Verkaufsfläche sank, ebenso wie der Umsatz im gleichen Zeitraum. Dass der Umsatz je Einwohner um rund 150 Euro auf 5614 Euro stieg, ist nur wenig tröstlich, ist diese Entwicklung doch dem Bevölkerungsrückgang geschuldet.  Andere Städte im Landkreis wie etwa Stadthagen können durchaus mit besseren Zahlen aufwarten: mit mehr Verkaufsfläche, mehr Umsatz pro Einwohner und besseren Kaufkraftkennziffern.

Warum die Entwicklung einen leichten Abwärtstrend aufzeigt? Auch darüber gibt das aktuelle Cima-Gutachten Auskunft: Das Verhältnis zwischen dem Einzelhandel in der Kernstadt und dem auf der grünen Wiese hat sich verschlechtert. Die Verkaufsfläche in der Innenstadt beträgt nur noch weniger als 30 Prozent, was Handelsexperten äußerst negativ sehen. Gesund wären zwischen 30 und 35 Prozent.

Fatal wäre es, daraus zu schlussfolgern, man könne die Innenstadt beleben, indem Einzelhandelsflächen auf der grünen Wiese reduziert werden. Denn im Vergleich der vier Mittelzentren im Landkreis Schaumburg ist Rinteln schon heute das Verkaufsflächen-Schlusslicht: Lediglich 2,27 Quadratmeter Einzelhandelsfläche pro Einwohner hat Rinteln vorzuweisen. Zum Vergleich: Bückeburg liegt gleich auf, Stadthagen bringt es auf 3,3 Quadratmeter und Bad Nenndorf auf fast vier.

Die Gründe dafür sind einerseits das Fehlen großer Möbelanbieter auf der grünen Wiese, andererseits aber auch fehlende Einzelhandelsgroßflächen in der Innenstadt. Lediglich fünf Betriebe in und an der Fußgängerzone verfügen über mehr als 300 Quadratmeter Verkaufsfläche – zu wenig, um gegenüber Städten wie Minden oder Hameln auf Dauer konkurrenzfähig zu sein.
Was also fehlt, ist der gesunde Mix zwischen kleinen Fachgeschäften und einer nennenswerten Anzahl größerer Anbieter, damit Rinteln seinen hohen Stellenwert als Einkaufsstadt behalten kann. Erste Überlegungen dazu hat die Cima angestellt, konkrete Ergebnisse hin zu einer solchen Entwicklung liegen aber noch nicht vor.

So bleibt denn vorerst nur die Chance, mit den vorhandenen Pfunden zu wuchern. Da wäre zum einen das attraktive Veranstaltungsprogramm, das in diesem Jahr noch so zugkräftige Termine wie Herbstmesse und Weihnachtsmarkt bietet.  Zum anderen ist da aber auch die Entwicklung der vergangenen Jahre in einem ganz zentralen Bereich: Markt- und Kirchplatz haben sich zu einem Gastronomie-Schwerpunkt entwickelt. Für jeden Gaumen, für jeden Geldbeutel gibt es ein Angebot. Und das wächst beständig weiter.

Experten sprechen bei einer derartigen Häufung von Clusterbildung und halten diese getreu dem alten Motto ,,Konkurrenz belebt das Geschäft“ für durchaus gut und wünschenswert.

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