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Löcher im Haushalt und in den Straßen

Hohes Defizit Löcher im Haushalt und in den Straßen

Händeringend hat die Gemeinde Beckedorf nach zusätzlichen Einnahmequellen und Einsparmöglichkeiten gesucht. Allein es hat nichts genützt. Für 2016 weist der vom Gemeinderat einstimmig verabschiedete Etat mit 280000 Euro erneut ein hohes Defizit auf. Der Schuldenstand steigt auf 920000 Euro.

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Viele Straßen in Beckedorf sind marode. Der Gemeinde fehlt das Geld für die Sanierung.

Quelle: ber

Beckedorf. „Wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, aber unsere Pflichtausgaben lassen uns kaum Spielraum“, verdeutlichte Bürgermeister Dieter Wall in der Sitzung des Gemeinderates das Dilemma.

 Um die Tariferhöhung für die Kita-Erzieher auszugleichen, hat die Gemeinde die Gebühren für die Ganztags- und Halbtagsplätze um zehn beziehungsweise acht Euro erhöht. Die Mehreinnahmen in Höhe von 8000 Euro decken jedoch nicht einmal die Mehrbelastung durch die Lohnsteigerung in Höhe von 11000 Euro.

Kaum Investitionen

 Investitionen leistet sich Beckedorf kaum. 93700 Euro sind für freiwillige Leistungen eingeplant. „Das ist schon sehr wenig, genau wie in den Vorjahren“, räumte Wall ein. Trotz des Sparkurses fehlt das Geld an allen Ecken und Enden. Angesichts dessen gelte es, auch in den kommenden Jahren Haushaltsdisziplin zu wahren. „Auf der anderen Seite gibt es Dinge, die wir für die Gemeinde erledigen müssen. Wir dürfen uns nicht kaputt sparen.“

 Insbesondere bei der Sanierung der Straßen gibt es – da waren sich alle einig – einen erheblichen Investitionsstau. „Wir beschränken uns auf Flickschusterei“, meinte der CDU-Fraktionsvorsitzende Jörg Windheim. „Ich habe große Sorge, dass unsere Straßen irgendwann schlimmer aussehen als in der ehemaligen DDR. Ich sehe nicht, wie wir das reparieren wollen.“

 SPD-Chef Bernd Gerberding sieht auch für die Zukunft keine Aussicht auf Besserung der Finanzlage. „Eine ständige Unterfinanzierung des Haushalts von 280000 Euro wird nicht durchzuhalten sein.“

Alte Schule nächstes Projekt

 Zumindest bei der Baustelle alte Schule könnte sich bald etwas tun. Nach Angaben von Wall ist die Volkshochschule daran interessiert, drei Räume des leer stehenden Gebäudes für Kurse zu nutzen. „Dafür müssen wir aber etwas Farbe in die Hand nehmen. Im jetzigen Zustand kann man da niemanden reinlassen“, erklärte der Bürgermeister, der zugleich die Hoffnung auf sprudelnde Mieteinnahmen dämpfte. „Wir werden keine Reichtümer erzielen. Es geht eher darum, die alte Schule wieder einem Nutzen zuzuführen.“

 Geradezu kleinlaut wies ein Bürger in der Einwohnerfragestunde auf ein Schlagloch in der Schlesienstraße hin. „Wenn man das so hört, brauche ich eigentlich gar keine Frage zu stellen. Es ist ja gar kein Geld da, um irgendwas zu machen.“

Von Matthias Berger

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