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Beckedorf Rat stimmt gegen Kinder- und Jugendheim
Schaumburg Lindhorst Beckedorf Rat stimmt gegen Kinder- und Jugendheim
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00:23 10.12.2015
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Beckedorf (kil)

Allein das werfe kein gutes Licht auf die Antragsteller, sagte Bürgermeister Dieter Wall (SPD) dazu. So oder so: Der Rat lehnte das Projekt endgültig und eindeutig ab. Jörg Windheim sprach für die CDU-Fraktion über das Projekt: „Bei ersten Gesprächen sah das noch ganz interessant aus.“ Doch diese leichte Hoffnung auf eine Nachnutzung der Schule, habe nicht angehalten. Nachdem das Konzept im Rat vorgestellt und diskutiert worden war, sei klar gewesen: Das Konzept sei „ziemlich dürftig und nicht sehr aussagekräftig“. Dann hätten die Investoren einen erneuten Antrag gestellt – mit der Bitte, eine Bürgerinformationsveranstaltung anzubieten. Und dass es dort Tumult gegeben hat, sei vielleicht gar nicht schlecht gewesen, meint Windheim, denn das habe doch offenbart, „was nicht hätte sein dürfen“. Das Konzept sei bei der Veranstaltung „auch nicht besser rüber gekommen“.
Zu Beginn erinnerte der Fraktionssprecher noch daran, dass die Gemeinde damals eigens darum gebeten hatte, das Schulgebäude zurückzubekommen, um die Nachnutzung selbst regeln und gestalten zu können.
Wall äußerte sich für die SPD-Fraktion: „Auch bei wohlwollender Beachtung konnten Zweifel (...) definitiv nicht ausgeräumt werden.“ Er argumentierte auch damit, dass viele Bürger versucht hätten, im Internet etwas über die Aurora GmbH zu finden – vergeblich. Zudem kritisierte er, wie sich Opitz gegenüber den Bürgern „aufgeführt hat“. Außerdem sei es schade, dass die Leiterin des geplanten Heims, nie von jemandem befragt werden konnte. „Die Investoren haben alles dafür getan, wenig Gutes für ihre gute Sache vorzutragen.“

Bürgermeister reagiert sauer

Ziemlich sauer hat Bürgermeister Dieter Wall in der Einwohnerfragestunde reagiert. Er fühlte sich offensichtlich provoziert. Der Bürger sprach einen in den SN geschilderten Widerspruch an: dass der Landkreis den Bedeckerdorfer Haushalt als kritisch einordnet, während Wall keine Probleme sieht. „Woher kommt dieser Optimismus?“ Und ob der Landkreis nicht rechnen könne, wollte der Beckedorfer wissen. Wall: Der Landkreis sehe nur die Momentaufnahme und berücksichtige nicht die Entwicklung im Laufe des Haushaltsjahres. Manchmal weise die Satzung ein Minus von 250 000 Euro auf, der Etat schließe dann aber mit einem Plus ab. Weiteres Beispiel: Waren die Steuereinnahmen 2013 gut, steigen die Umlagezahlungen erst für 2015, versuchte Wall zu erklären, verlor dann aber die Fassung: „Ich habe keine Lust, mich in der Öffentlichkeit zu rechtfertigen.“ Er lasse sich von dem Bürger nicht erzählen, ob er Ahnung habe oder nicht. Schließlich sei er seit mehr als 20 Jahren im Rat und wisse wovon er rede. „Und jetzt ist damit Schluss“, würgte er den Bürger ab, der daraufhin den Raum verließ. „Schlaumeier“, und „ich lass mich doch nicht verarschen“, murrte Wall noch hinterher.

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