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Beckedorf Soziale Kriterien berücksichtigen
Schaumburg Lindhorst Beckedorf Soziale Kriterien berücksichtigen
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13:23 11.03.2018
Der Kindergarten Mondschaukel ist nach Worten von Bürgermeister Dieter Wall „rappelvoll“. Quelle: bab
BECKEDORF

Als Beispiel, wie eine solche aussehen könnte, hatte Wall ein Bewerbungsformular aus Stadthagen dabei. Dort wird die „besondere soziale Situation der Familien“ abgefragt. Etwa, ob jemand alleinerziehend ist. Arbeitsnachweise würden dort ebenfalls erbeten. Die Kindergarten-Leitung habe darum gebeten, soziale Kriterien bei der Platzvergabe zu berücksichtigen, weil es in der Vergangenheit häufig Unruhe unter den abgelehnten Eltern gegeben haben. „Mit dieser Reglementierung ist es uns möglich, steuernd einzugreifen und die Entscheidungen auch besser erklären zu können“, betonte Wall.

Ralf Riekemann (CDU) äußerte Bedenken, „dadurch wird das System immer aufwendiger und komplizierter“. Er glaube zudem nicht, dass dies zu weniger Beschwerden führen würde, „es wird immer Unzufriedene geben, die keinen Platz bekommen“.

CDU-Fraktionssprecher Jörg Windheim betonte indes, dass der Vorschlag schließlich von der Kindergarten-Leitung selbst gekommen sei, um eine „klare Handhabe“ zu haben.

Wall plädiert für Änderungen

Und auch Wall machte sich noch einmal für die Änderung stark: „Es ist doch schon ein Unterschied, ob eine Mutter den ganzen Tag zu Hause ist oder alleinerziehend und einer Beschäftigung nachgeht.“ Diese Regelung würde keinesfalls aus dem Rahmen fallen, „das wird in ganz Schaumburg so gehandhabt“.

Ebenfalls strenger eingehalten werden müssten laut Wall die Anmeldefristen. Eltern müssen ihre Kinder bis zum 31. März für einen Platz gemeldet haben. „Wir waren da bisher sehr lax. Um einem Tohuwabohu zu entgegen, muss sich das ändern.“ Ändern soll sich zum nächsten Kindergartenjahr, das am 1. August beginnt, auch die Regelung zu den Sonderöffnungszeiten. Bisher werden diese angeboten, auch wenn nur ein Kind außerhalb der regulären Zeiten betreut wird, künftig sollen es mindestens fünf Kinder sein.

Letztlich wurden die beide von der Verwaltung vorgeschlagenen Regelungen beschlossen. Die neue Satzung soll bis zum Sommer – wenn auch klar ist, wie die vom Land angekündigte Beitragsfreiheit für Eltern aussehen soll – umgesetzt werden. col