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Archäologen entdecken prähistorische Siedlung

Bei B 65-Ausbau Archäologen entdecken prähistorische Siedlung

 Bei Ausgrabungen im Zuge des B65-Ausbaus in Heuerßen haben Archäologen Hinweise auf Siedlungsstrukturen aus der vorrömischen Eisenzeit entdeckt. „Das ist der größte Fund in Schaumburg in diesem Jahr“, sagte Kommunalarchäologe Jens Berthold bei einer Besichtigung der Grabungsstätte.

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An der Verfärbung des Bodens erkennen die Archäologen Gruben, die auf Brunnen, Getreidevorräte oder Ähnliches hindeuten.

Quelle: rg

Heuerßen (kil).  Dabei handelt es sich nicht um einen Zufallsfund. Auf Verdacht haben die Archäologen vor rund drei Wochen mit den Grabungen begonnen – östlich des Lohhofes, dort, wo später eine Brücke über die B65 führen soll. Ausgrabungen gab es entlang der alten Fernhandelsroute „Hellweg“ schon an mehreren Stellen. Allerdings nur mit kleiner Ausbeute, meint der Archäologe. Die größte Hoffnung, etwas zu finden, habe am Lohhof bestanden, weil dort im Mittelalter eine Burg stand. Und tatsächlich sei es dort „knüppeldicke“ gekommen, sagt Berthold. Das Ausgrabungsteam stieß auf die ersten Hinweise auf vorrömische Siedlungsstrukturen in Schaumburg überhaupt. Ein besonderer Fund vor dem Hintergrund, dass es keine schriftlichen Überlieferungen aus dieser Zeit gibt.

 Um die Entdeckungen zeitlich und inhaltlich einordnen zu können, gibt es zwei Bereiche: zum einen die klassischen Fundstücke wie Tonscherben und Münzen. Zum anderen die sogenannten Befunde, die unter anderem Aufschluss darüber geben, wie die Häuser ausgesehen haben.

 Und dafür müssen die Experten gar nicht so tief buddeln. „95 Prozent findet man im oberen Meter“, sagt Berthold. Was für den Laien nach einem ganz normalen matschigen Acker aussieht, bietet den Experten wichtige Infos: Die Verfärbung der Erde zeigt an, wo sich früher einmal Gruben befanden – diese weisen auf Brunnen, Vorratsspeicher oder Löcher hin, in denen einst die Pfosten der Häuser standen, was wiederum Aufschluss über den Grundriss der Bauten gibt. In Heuerßen wurde jetzt eine ganze Reihe solcher Gruben gefunden.

 Hilfe bei der Datierung liefern die klassischen Fundstücke wie Tonscherben, von denen jede Menge zutage kamen. Außerdem fand man Spinnwirtel, die früher zum Weben genutzt wurden. Berthold zufolge ein Zeichen dafür, dass die Bewohner Schafe hielten oder Flachs anbauten. Auch eine blaue Glasperle fand sich im Boden. Glas für Schmuckstücke zu nutzen, sei erst seit etwa einem Jahrtausend vor Christi üblich, erklärt der Archäologe.

 Wenn die Ausgrabungen abgeschlossen sind – vermutlich in rund drei Wochen – wird die Stelle „unwiederbringlich verschüttet“, wie es Markus Brockmann von der Landesbehörde für Straßenbau ausdrückte. Aber die wertvolle Erkenntnis könne einem keiner mehr nehmen, ergänzte Kreisbau-Dezernent Fritz Klebe..

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