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Heuerßen Fehlplanung an neuer Kreuzung
Schaumburg Lindhorst Heuerßen Fehlplanung an neuer Kreuzung
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00:16 10.10.2016
Wer von Heuerßen nach Kobbensen fahren will oder umgekehrt, kann nicht unmittelbar geradeaus fahren, sondern muss einen Schlenker nach links machen. Einige Bürger halten das für gefährlich.   Quelle: kil
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HEUERSSEN/KOBBENSEN

Im Falle der neuen Kreuzung an der B 65 zwischen Kobbensen und Heuerßen ist das offenbar nicht gelungen. Mehrere Bürger haben sich an die SN gewandt, weil sie an der Verkehrsführung ein Gefahrenpotenzial sehen.

Die Landesbehörde räumt ein: Das sei blöd gelaufen und sollte so nicht sein. Es soll nachgebessert werden.

Das Problem: Wollen Autofahrer an dieser Kreuzung geradeaus fahren – das gilt für beide Richtungen – müssen sie einen Schlenker nach links machen. Der direkte Weg würde gegen den Ampelmast führen. Ein Heuerßer Bürger sieht darin „einen massiven Planungs- oder Ausführungsfehler“.

Vor allem für Lastwagen könnte diese Verkehrsführung verhängnisvoll sein. „Ein 27 Millionen-Projekt mit einem, mindestens an dieser Stelle, dilettantischen Ausgang“, macht der Bürger seinem Unmut in einem Schreiben an die SN Luft. „Ich bin sprachlos und habe mit einem Freund über eine Anzeige wegen Veruntreuung von Steuergeldern diskutiert“, heißt es weiter.

Die zuständige Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln räumt auf Nachfrage unserer Zeitung ein, dass es sich wohl um einen Fehler in der Planung handelt, den bis dato leider niemand bemerkt habe. Markus Brockmann, Leiter des Hamelner Geschäftsbereichs, erklärt, wie es zu dieser irreführenden Verkehrsführung am Knotenpunkt kommen konnte.

Demnach sollte es nach der ursprünglichen Planung eigentlich eine reine Rechtsabbieger-Spur geben und eine Spur, die sowohl geradeaus als auch nach links führt.

So sei der Knotenpunkt konzipiert worden. Bei der Planung der Ampelanlage ist den Verantwortlichen dann aufgefallen, dass dies so nicht geht. Denn nach neuen Regelungen müssen Linksabbieger eine eigene Ampelphase bekommen, damit es keine Konflikte mit entgegenkommenden Autos mehr gibt.

Folglich können sich Linksabbieger und Geradeaus-Fahrer keine Spur mehr teilen. Diese neue Erkenntnis passte nun nicht mehr mit der Ursprungsplanung zusammen. Darum wurde die Spurenführung geändert – zu einer reinen Links-Abbieger-Spur und einer für rechts und geradeaus.

Das Problem: Die Geometrie passt nun nicht mehr mit der Spurenführung überein. „Das ist keinem aufgefallen“, sagt Brockmann. Nicht einmal dem Auditor. Jener ist eine am Bau- und Planungsverfahren unbeteiligte Person, die sich die Straßenplanung anschaut, um zu prüfen, ob das alles Sinn macht. Denn die Fachleute seien manchmal etwas betriebsblind, räumt Brockmann ein.

Nachdem Brockmann jetzt über diesen Fehler Bescheid weiß, will die Behörde schauen, welche Veränderungen nun nötig und möglich sind, um die Optik und Sichtachsen am Knotenpunkt so zu verändern, sodass sich Geradeaus-Fahrer nicht auf den Ampelmast gelenkt fühlen. Da der betroffene Abschnitt – die Verbindung zur alten B 65 – ohnehin noch nicht ganz fertig ist, könne diese Überplanung in Ruhe ausgeführt werden. kil

Kommentar

Kommentar

von Jan-Christoph Prüfer

Geben wir uns zum Wochenende mal ein bisschen pastoral: Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Wir sind alle Menschen, wir machen alle Fehler, wir sollten anderen die ihren verzeihen können. Amen.

Angesichts der Kreuzungssituation in Kobbensen haben nun Autofahrer geunkt, die Verkehrsführung lasse sie quasi vorsätzlich mit der gegenüberliegenden Ampel kollidieren. Naja. Als motorisierter „Kollege“ ist man da schon kurz geneigt, mit der beschuldigten Behörde sympathisierend zu sagen: Leute, bitte, ihr würdet doch auch im Zweifelsfall nicht eurem Navigationsgerät in den Mittellandkanal folgen, sondern euch auf euren eigenen gesunden Autofahrerverstand verlassen.

Aber ganz so einfach ist es natürlich nicht. Wo aus öffentlicher Hand gepfuscht wird, verbrennen Steuergelder. Das ist dann wohl auch der Unterschied zu unser aller Fehler, die nicht immer alle zwangsläufig kleine aber feine Löcher in unser aller Taschen reißen. Und außerdem ist von fehlerhafter Beschilderung genervt zu sein, auch wieder nur menschlich.

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