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Keine Entscheidung zur Zukunft des Kindergartens

Heuerßen Keine Entscheidung zur Zukunft des Kindergartens

Klare Beschlüsse hat der Heuerßer Rat nicht zustande gebracht. Fast alle Entscheidungen wurden vertagt, weil den Politikern zu wenig Infos vorlagen oder zu viel Klärungsbedarf bestand. So musste auch die Zukunft des Kindergartens vertagt werden, obwohl Bürgermeister Andreas Walter gehofft hatte, endlich „eine Richtung“ vorgeben zu können.

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Heuerßen. Walter hat ein Konzept ausgerechnet, der den klammen Haushalt um rund 25 000 Euro entlasten könnte. Statt 133 000 Euro würde der Betrieb des Kindergartens nur noch 106 000 Euro Miese einbringen. Die Idee: Die Regelgruppe soll von 24 auf zehn Plätze reduziert werden. Dadurch könnte man auf eine Erzieherin verzichten. Günstig: Eine Mitarbeiterin geht sowieso in den Ruhestand. Diese Stelle müsste dann befristet nur noch bis Juli 2016 besetzt werden. Laut Walter ist eine Verkleinerung gerechtfertigt, da viele Kinder gar nicht aus Heuerßen stammen. Aktuell sind es 14 Kinder aus der eigenen und 25 aus fremden Gemeinden. Bis Juli 2016 wären es voraussichtlich 15 eigene und 16 auswärtige Kinder. Dem gegenüber stehen nur zwei Heuerßer Kinder, die in Nachbarkommunen untergebracht sind.

Die Ratsmitglieder waren sich uneinig, ob damit an der richtigen Ecke gespart wird. Für eine Verkleinerung sprach Christoph Meier (CDU): „Die Kita ist der größte Kostenposten im Haushalt.“ Dass so viele auswärtige Kinder betreut werden, „können wir uns nicht leisten.“ Jetzt die Gruppenstärke herunterzufahren, „tut keinem weh“.
Kritisch äußerte sich Harald Abmeyer (SPD). „Es widerstrebt mir“, hier nur betriebswirtschaftlich zu denken. Der Heuerßer Kindergarten sei eben über die Gemeindegrenzen sehr beliebt und für manche Eltern sei es auch aus Jobgründen sinnvoller, ihr Kind nach Heuerßen zu bringen. Seine Forderung: Der Kinder- und Jugendausschuss soll das Thema mit Eltern und Kita-Leitung aufarbeiten.

Gegenwind bekam Abmeyer von Stephen Gritzka (Wählergemeinschaft): „Witzig, wie sich die SPD plötzlich darstellt.“ Bei den vorherigen Punkten (Breitbandausbau, Digitalisierung der Bebauungspläne, Flächennutzungsplan) seien den Sozialdemokraten schon Ausgaben von ein bis 2000 Euro zu viel gewesen. „Und jetzt, wo man mehr als 20 000 Euro einsparen könnte, ohne jemandem wehzutun, da ist es euch plötzlich egal“, kritisierte er. Abmeyer wehrte sich: „Sparen ja, aber nicht bei Kindern, Eltern und Personal.“
Durch die hohe Zahl der auswärtigen Kinder entfachte sich auch die Diskussion über die fehlende Bereitschaft anderer Gemeinden, ihren Anteil zu zahlen. Karl-Heinz Weikert (SPD) haute kräftig auf die Gemeinde Beckedorf drauf: „Die haben immer ihre eigene Suppe kochen wollen.“ Jetzt, „wo ihnen das Wasser selbst bis zum Hals steht“, wären sie vielleicht bereit, ihren Anteil zu zahlen. „Es wird Zeit, dass andere Gemeinden aufwachen.“

Von einem Bürger kam die Frage auf, ob nicht eine Abgabe der Trägerschaft an die Samtgemeinde doch eine Option wäre, um Kosten zu sparen. „Momentan nicht“, sagte Walter und Abmeyer erklärte: Die Idee einer samtgemeindeweiten Kooperation gebe es schon seit vielen Jahren. Aber Beckedorf habe nicht mitziehen wollen. Außerdem wollte und will sich Heuerßen nicht den höheren Gebühren der Lindhorster anpassen.

Einstimmig beschloss der Rat schließlich: Die Erzieherstelle soll befristet bis Juli 2016 besetzt werden. Über die Änderung der Kinderzahlen soll der Kinder- und Jugendauschuss beraten. kil

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