Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Heuerßen Ratsherren wollen erst Zahlen sehen
Schaumburg Lindhorst Heuerßen Ratsherren wollen erst Zahlen sehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:05 04.04.2012
Noch schwer vorstellbar: Die jetzige B65-Trasse wird in ein paar Jahren eine Nebenstraße sein. Diese soll dann der Gemeinde Heuerßen gehören. Quelle: gus

Heuerßen/Kobbensen (gus). Denn die Ratsherren wissen sehr wohl, dass es um eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen geht. Einerseits klingt es verlockend, den eigenen Besitz aufzustocken und dafür auch noch Geld zu bekommen. Doch andererseits bürdet sich die Kommune zusätzliche Pflichten auf.

 Da wären beispielsweise der Winterdienst sowie die Säuberung in den übrigen Jahreszeiten. Dass die Gemeinde dafür nicht die nötigen technischen Kapazitäten besitzt, war bereits in einer vorherigen Ratssitzung gesagt worden. In Heuerßen und Kobbensen räumen die Fahrzeuge des Bauhofs der Samtgemeinde Lindhorst. Die Kosten für das Räumen der Gemeindestraßen stiegen demnach an, wenn mit der Ex-B65 eine hinzukäme. Und das auf Jahre hinaus.

 Außerdem wären da die Instandhaltungsmaßnahmen. Denn die jetzige Bundesstraße soll nach dem 2+1-Ausbau der neuen Trasse keineswegs nur als Fußweg genutzt werden. Vielmehr ist geplant, den Landwirtschaftsverkehr, Fahrräder und möglicherweise auch Busse dort entlang zu führen. Demnach müsste die Straße in annehmbaren Zustand sein. Die Kosten für Reparaturen blieben dann an der notorisch klammen Gemeinde hängen.

 Und nicht zuletzt ist da das neue Haushaltswesen Doppik. Dabei müssen die Kommunen den Wertverfall ihres Eigentums auf der Einnahmeseite erwirtschaften. Hat die Gemeinde Heuerßen mehr Eigentum, muss sie für einen ausgeglichenen Etat auch mehr Abschreibungen „gegenfinanzieren“.

 Daher warten die Ratsmitglieder mit ihrem Beschluss, bis der Landkreis Zahlen auf den Tisch gelegt hat. Sobald die Heuerßer wissen, zu welchen Konditionen sie die B65 übernehmen sollen, wird darüber im Rat diskutiert. Vorher mache eine Debatte keinen Sinn.