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Solaranlage: Zoff um Zähler

Kobbensen Solaranlage: Zoff um Zähler

Der Schriftverkehr mit dem Energiekonzern E.on hat bei Harald Abmeyer aus Kobbensen inzwischen einen gesamten Aktenordner angefüllt. Etliche Mahnschreiben und entsprechende Widersprüche sind darunter.

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Harald Abmeyer zeigt seine Anlage und den Bezugszähler, der seit 2008 auf 7,1 Kilowatt steht.

Quelle: bab

Kobbensen. „Ich bin es leid, ganze Romane zu schreiben“, sagt Abmeyer, der seit dem Einbau seiner Photovoltaikanlage Ärger mit dem Energiekonzern hat. Und er ist nicht der Einzige, wie das Bückeburger Unternehmen Ahrens Solartechnik weiß. Es hatte die Solaranlage bei Abmeyer installiert. „Es sind richtig, richtig viele betroffen“, sagt Dieter Ahrens, Inhaber von Ahrens Solartechnik aus Bückeburg.

Abmeyers Problem: Nach dem Einbau der Photovoltaikanlage baute der Energiekonzern 2008 nicht, wie Ahrens empfohlen hatte, einen sogenannten Einrichtungszähler mit Rücklaufsperre ein, sondern zwei getrennte Zähler. Der erste Zähler ermittelt, wie viele Kilowattstunden in das Netz der E.on eingespeist werden. Für Ärger sorgte allerdings ein zweiter sogenannter Bezugszähler, den E.on eingebaut hatte. Dieser sollte registrieren, wenn Strom, der durch die Anlage produziert wird, von Abmeyer selbst verbraucht wird – beispielsweise durch das Display der Anlage selbst.

Dabei speist der Kobbenser die Sonnenenergie zu 100 Prozent ins Netz ein und verbraucht davon kein einziges Watt. Zum Beweis zeigt er den Zählerstand, der von E.on 2008 auf 7,1 Kilowattstunden fixiert wurde und seither dort verharrt. Dennoch soll er Gebühren dafür berappen.

Für den Mess- und Abrechnungspreis der Messstelle waren ursprünglich 22,50 Euro netto pro Jahr vereinbart worden. Ab 2009 folgten widersprüchliche Zahlungsaufforderungen, unter anderem mit höheren Beträgen, und Abmeyer bekam mehrere neue Vertragskonten. Der Kobbenser blieb hart, zahlte nicht und wies E.on auf den ursprünglich geschlossenen Vertrag hin. „Ich habe inzwischen mehr als 20 widersprüchliche Schreiben von denen bekommen“, ärgert sich Abmeyer, der darin einen Vertragsbruch sieht.

Die E.on Energie Deutschland mit Sitz in München erklärt das Gebaren so: „Laut Energiewirtschaftsgesetz kommt durch den Einbau eines Zweirichtungszählers und der Entnahme von Strom aus dem Netz – wenn auch nur für sehr geringe Mengen –ein Stromliefervertrag zustande“, schreibt Pressesprecher Michael Krautzberger. Dem widerspricht Abmeyer aber. Krautzberger räumt ein, dass E.on Energie Deutschland schließlich „nach langer Diskussion“ dieses Vertragskonto 2014 geschlossen habe. „Wenige Wochen später meldete uns der Netzbetreiber diesen Zählpunkt wieder für die Grundversorgung. Wir verschickten daher an Herrn Abmeyer erneut ein Begrüßungsschreiben und legten einen Abschlag von sieben Euro pro Monat fest.“ Die E.on müsse „die vom Netz berechneten Kosten“ nämlich weiterreichen. Mahnverfahren seien jedoch gestoppt worden. Für Abmeyer und „ähnlich gelagerte Fälle“ suche man nun nach „einer für beide Seiten befriedigenden Lösung“.

Laut Ahrens hätte man sich dies mit dem Einbau eines Einrichtungszählers mit Rücklaufsperre alles sparen können. Er sieht in dem Vorgehen der Unternehmen die Absicht, Gebühren zu kassieren, die nicht nötig wären. „Wir haben ja eine Volleinspeisung.“

„Herr Abmeyer erhält künftig von E.on keine Rechnungen oder Mahnungen mehr. Er wird nicht mehr als Kunde in der Grundversorgung geführt“, teilt Krautzberger nach den SN-Recherchen schließlich mit. Abmeyer glaubt dies noch nicht so richtig. „Mal sehen, was die in Paderborn sagen“, ist er gespannt, ob seine Rechnungen demnächst stimmen. bab

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