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Bauernschaft und Tracht in Lindhorst

Bachelorarbeit Bauernschaft und Tracht in Lindhorst

Was die sozialen Strukturen – besonders mit Blick auf die Bauernschaft – in Lindhorst angeht, hat Tobias Schlüter augenscheinlich mehr Ahnung als so mancher Langzeitbewohner der Gemeinde.

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Acht Wochen intensive Arbeit hat Tobias Schlüter in die Recherche für seine Bachelorarbeit über Lindhorst gesteckt.

Quelle: vr

Lindhorst. Wie das kommt? Der 22-Jährige hat sich für seine Bachelorarbeit acht Wochen lang intensiv mit dem Thema befasst und ein rund 50 Seiten langes Schriftstück mit dem Titel „Die Entwicklung vom Bauerndorf zur Arbeiterwohngemeinde – Beispiel Lindhorst“ geschrieben.

 „Ich habe 20 Jahre in Lindhorst gewohnt, habe dort meine Freunde und meine Familie“, erzählt Schlüter, der inzwischen in Hannover wohnt und zurzeit seinen Master an der Leibniz Universität Hannover macht. Trotzdem hat er immer noch einen engen Bezug zu seinem Heimatort: „Ich identifiziere mich mit Lindhorst.“ Seine Studiengänge sind Deutsch und Geschichte auf Lehramt. Zum Abschluss muss Schlüter eine Bachelorarbeit vorlegen, die sich im Bereich Industrialisierung und der Region Schaumburg bewegen soll.

 Was in der Zeit zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert in Lindhorst passiert ist und wie sich die Sozialstrukturen entwickelt haben, interessiert den Hobbyfußballer. Als Ausgangshypothese stellte Schlüter in seiner Arbeit die kritische Frage, ob die Bauernschaft inklusive ihrer traditionellen Milieus aus dem Dorf verdrängt werde und ob das Schwinden der Tracht mit der Entwicklung der Bauernschaft einhergehe.

 Täglich verbrachte der Student vier bis fünf Stunden in der Leibnizbibliothek Hannover oder im Landesarchiv in Bückeburg. Dort wälzte er nicht nur drei Adressbücher aus den Jahren 1912, 1956 und 1963, sondern auch die Schaumburger Heimatblätter sowie Statistiken, Briefe und Urkunden. Wie viele Bauern, Bergarbeiter und Eisbahnmitarbeiter die Gemeinde hatte, wertete Schlüter aus und studierte ebenso die bauliche Entwicklung.

 Auch mit Gunnar Heine hielt Schlüter regen Kontakt. Der ehemalige Vorsitzende des Lindhorster Trachtenvereins half ihm bei der Zusammentragung der Informationen. Wie viele und wer in der Gemeinde die Tracht trug, forschten sie nach. Fotos die über 100 Jahre alt sind – das Älteste zeigt ein Klassenfoto des Geburtsjahrgangs 1880 – bebildern seine Bachelorarbeit.

 Wie geht es für den engagierten Studenten, dessen Herz für Lindhorst schlägt, nach dem Studium weiter? „Ich würde gerne an einem Gymnasium in Schaumburg arbeiten“, sagt Schlüter. Ein Praktikum hat er bereits an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Schaumburg gemacht und hatte daran viel Freude.

 Für die Zukunft erhofft sich Schlüter: „Ich wünsche mir, dass das heimatliche Geschichtsbewusstsein gestärkt wird und somit auch die Identifikation mit dem Ort selbst.“ vr

Geschichte interessanter gestalten

Tobias Schlüter möchte sich für seinen Heimatort engagieren: Der Hannoveraner Student kann sich gut vorstellen, das Bergbaumuseum im Hof Gümmer zu unterstützen. Er wünscht sich generell, dass die Geschichte der Gemeinde Lindhorst nicht nur Geschichtsinteressierten, sondern auch der Jugend näher gebracht wird. Er würde sich über mehr soziale Treffen, bei denen der Zusammenhalt gefördert und die Dorfgeschichte interessanter gestaltet werde, freuen. vr

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