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Lindhorst Bergbauverein: Kohle reicht für Miete nicht
Schaumburg Lindhorst Lindhorst Bergbauverein: Kohle reicht für Miete nicht
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00:22 20.12.2014
Die Wirtschaftlichkeit des Hofes Gümmer soll im kommenden Jahr auf den Prüfstand gestellt werden. Quelle: kil
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Lindhorst. Der Vorstand hat deshalb einen Antrag auf Minderung oder Erlass der Miete bei der Eigentümerin, der Gemeinde, gestellt. Der Rat hat den Antrag abgelehnt. Laut Lindhorster Verwaltung zahlt der Förderverein 220 Euro Miete pro Monat und 70 Euro Nebenkosten. Der Verein habe nur rund 50 Mitglieder, die jeweils 24 Euro pro Jahr als Beitrag zahlen, begründet Vorsitzender Gunter Ludewig seinen Antrag. Die Einnahmen aus Spenden und Festen seien jedes Jahr rückläufig, schmerzlich seien zudem die Gema-Gebühren.

Das beeindruckte die Politiker nicht. Für das Dorfgemeinschaftshaus werde bereits ein „erklecklicher Teil“ aus dem Gemeindesäckel genommen, sagte SPD-Sprecher Horst Schimmelpfennig mit Blick auf den Haushalt. Es müsse vielmehr geschaut werden, wie der Hof für die Gemeinde Lindhorst noch wirtschaftlicher betrieben werden könne. Ebenso argumentierte Heinz-Dieter Lauenstein (SPD). Die Gemeinde habe mit dem Hof Gümmer ein „hochwertiges Mietobjekt, das für einen ganz geringen Preis vermietet wurde“. Es müsse eher das Gegenteil überlegt werden, nämlich die Miete zu erhöhen.

Erwin Martin (SPD) gab allerdings zu bedenken, dass die Gemeinde die Vereine unterstützen wolle. Gerade der Bergbauverein habe einen hohen Altersdurchschnitt und sei sehr klein. Immer weniger Mitglieder seien bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren. „Ich glaube, dass es dem Verein ganz schön schlecht geht“, befürchtet auch Ratsherr Heinrich Widdel (CDU).
Schimmelpfennig schlug vor, die Finanzen des gesamten Komplexes Dorfgemeinschaftshaus im kommenden Jahr „zu beleuchten“.

Gemeindedirektor Jens Schwedhelm erinnerte daran, dass dies bereits so abgesprochen gewesen sei. „Wir hatten uns geeinigt, dass wir uns nächstes Jahr den Hof Gümmer vornehmen wollen.“ CDU-Sprecher Manfred Richter betonte, dass die Gemeinde den Vereinen gegenüber aber auch eine Verpflichtung habe.

Etwas irritiert zeigte sich Grünen-Ratsherr Matthias Hinse von der Diskussion. Ihm war bis dato nicht bekannt, dass der Mietzins das gesamte Objekt betrifft, also das Museum und das Café „Zum Pferdestall“. Über die Einzelheiten wurde in öffentlicher Sitzung nicht weiter debattiert.

Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung wurde der Antrag des Fördervereins abgelehnt. Ein Ratsherr stimmte nicht mit, weil er zwischenzeitlich den Raum verließ.  bab

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