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Deutschlands bekanntester Angler kommt aus Lindhorst

Petri Heil Deutschlands bekanntester Angler kommt aus Lindhorst

Lindhorst ist nicht gerade für das Vorkommen natürlicher Gewässer bekannt, dennoch wohnt einer der bekanntesten Angler Deutschlands in der Gemeinde. Klaus Illmer, der im Job Leiter der Bußgeldbehörde der Region Hannover ist, „gilt als einer der Pioniere des modernen Forellenangelns“ liest man im Internet. Und dies ist keine Übertreibung.

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Klaus Illmer hat den Dreh raus. Wo er seine Rute auspackt, landet immer etwas am Haken.  bab

Lindhorst. Der Lindhorster ist Vizeeuropameister im Wettkampfangeln, Autor zahlreicher Reportagen in den größten Fachmagazinen Europas, er gibt Kurse und wurde in einschlägigen Sendungen auch durch Funk und Fernsehen bekannt. Sein gutes Händchen ist keine Glücksache, sondern basiert auf Erfahrung und Wissen.

„Ich habe mit fünf Jahren angefangen“, erzählt der 44-Jährige. Auf Bitten kaufte sein Vater ihm am Gardasee eine einfache Bambusrute. Von da an war seine Leidenschaft entfacht. „Immer zum Geburtstag und zu Weihnachten habe ich mir Angelzubehör gewünscht“, erinnert er sich. Als Heranwachsender hat Illmer in Bantorf gewohnt und keinen Aufwand gescheut, um zu den Gewässern zu gelangen. „Zu den Forellenteichen in Obernwöhren bin ich mit dem Rad gefahren“, sagt er.

Irgendwann habe er dann angefangen, Berichte über das Fischen zu schreiben. Mehr noch, Illmer hat selbst Techniken entwickelt, um das Angeln zu optimieren und über diese neuen Methoden in Zeitschriften berichtet. „Aufgrund vieler Berichte bin ich sehr bekannt geworden“, erklärt er. Das hat nicht nur Vorteile. Der Mann, der in elf Vereinen Mitglied ist, muss seine besten Fanggründe mehr als andere vor Konkurrenten geheimhalten. „Die erkennen schon mein Auto und sagen sich: ,da ist der Illmer‘ und folgen mir.“

Auch mit Tierschützern, die seine Methoden kritisieren, kriegt er es ab und an zu tun. Der Lindhorster versteht sich wie andere Angler auch als Naturschützer, hat aber für einige Regeln in Deutschland wenig Verständnis. Wettkampfangeln sei in Deutschland verboten, deshalb habe er den Titel in den Niederlanden errungen.

Zudem dürfe er in Deutschland keinen gefangenen Fisch wieder zurücksetzen. Aber die glitschigen Tiere entwischen ja recht schnell, wenn man nicht aufpasst. Illmer fischt immer ohne Widerhaken, um die Verletzungen so gering wie möglich zu halten. „Das wichtigste ist Respekt und der Umgang mit dem Fisch“, findet er. Das lerne aber niemand durch den Erwerb des Angelscheins. „Das ist nur Theorie.“ In der Praxis allerdings passieren Dinge, die mancher für Anglerlatein halten würde. So hatte der 44-Jährige einen Aal gefangen, der den Haken zu weit hinuntergeschluckt hatte. Eigentlich ein Grund, den Fisch zu erlösen. „Ich hatte mal gehört, dass der Haken bei Aalen wieder herauswächst“, erzählt Illmer. So hat er den Fisch zu Hause ins Aquarium gesetzt und tatsächlich stieß der Fisch den Fremdkörper nach und nach ab. Seitdem lebt das Tier in der Familie, heißt Aali und frisst Illmer aus der Hand.

„Aale sind mystisch“, findet der Lindhorster, für den diese Art beim Angeln tabu ist. Wer sich mit dem Aal, seinen Wanderbewegungen und Eigenschaften beschäftige, könne ihn weder fischen noch essen. „Es werden immer weniger, sie stehen auf der Roten Liste“, bedauert der Hobbyangler.  bab

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