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Die Ottenser sind wütend

Feuerwehr vor der Auflösung Die Ottenser sind wütend

 Harsche Kritik hat Lindhorsts Samtgemeindebürgermeister Andreas Günther einstecken müssen. Bei der wohl letzten Hauptversammlung der Feuerwehr Ottensen rückten der Jahresbericht und die Ehrungen in den Hintergrund.

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Gesenkte Blicke: Die Stimmung bei der Hauptversammlung der Ottenser Ortsfeuerwehr ist gedämpft. vr

Ottensen. . Die Auflösung der Ortswehr zum 1. Juli (wir berichteten) sorgte bei den Anwesenden für gedrückte Stimmung.

 Wie berichtet, sollten die Ortswehren Lindhorst und Ottensen dem Feuerwehrbedarfsplan entsprechend fusioniert werden. Da die Beteiligten aber nicht zu einer Einigung finden konnten, beschloss der Samtgemeinderat, die Ottenser Ortswehr aufzulösen.

 „Ich muss zugeben, ich hatte keine Lust auf den Jahresbericht“, sagte Matthias Blume. Der Ortsbrandmeister betonte, dass ihn der Auflösungsbeschluss enttäuscht habe. „Das geht nicht spurlos an uns vorbei.“ Von den 20 aktiven Mitgliedern sind mittlerweile elf ausgetreten.

 Ein Arbeitskreis aus Vertretern der Feuerwehren und der Verwaltung sollte gemeinsam überlegen, wie die Fusion aussehen könnte. Blume: „Alle Vorschläge, die wir gemacht haben, wurden von der Verwaltung abgelehnt – wir haben nichts Unmögliches gefordert“, sagte der Ortsbrandmeister erzürnt. Lediglich der Termin zur Verschmelzung sollte für noch etwas hinaus geschoben werden, um den Mitgliedern eine Eingewöhnungszeit zu ermöglichen. „Dann hätte es vielleicht auch eine freiwillige Fusion gegeben.“

 Blume gab zu, dass auch sein erster Gedanke gewesen sei: „Das mache ich nicht mit.“ Doch dann habe er sich gesagt: Wo er in der Feuerwehr tätig ist, sei zweitrangig. Er wolle Menschen helfen. Deshalb dürfe es kein Kirchturmdenken geben, sondern nur den Gedanken an das große Ganze. „Wir dürfen uns nicht vor Neuerungen verschließen. Es ist egal, in welcher Feuerwehr man ist.“ Dennoch wisse er, dass die Ortsfeuerwehr immer stark in der Ottenser Dorfgemeinschaft verwurzelt gewesen sei. Mit der Auflösung gehe somit ein wichtiger Bestandteil verloren. „Die Gemeinschaft muss dennoch erhalten bleiben.“

 Samtgemeindebürgermeister Günther betonte, dass auch ihm die Entscheidung der Auflösung keineswegs gefalle. Es müsse aber bedacht werden, dass die Feuerwehr eine Zukunft brauche. Wenn ein Feuerwehrbedarfsplan erstellt werde und die Feuerwehr sagt, dass sie diesen akzeptiert, dann müsse die Verwaltung sehen, was aus dem Ergebnis gemacht werde. Als ihm aufgetragen wurde, ein Konzept zur Lösung zu erstellen, habe er gewusst, so Günther: Das wird nicht einfach. Er habe sich damals die Frage gestellt, wie man die gute Gemeinschaft in Ottensen erhalten kann. In mehreren Gesprächen sei auch die Ortswehr Lindhorst auf die Kameraden zugegangen. Den Vorschlag der Ottenser, die Fusion hinauszuzögern, sahen die Verwaltungsmitglieder nicht als zielführend an, erklärte Günther. Da schließlich kein gemeinsames Konzept für ein Zusammengehen vorgelegt werden konnte, sei nur die Auflösung als Option geblieben. „Und das habe ich nicht gerne gemacht“, beteuerte er. Allerdings wies Günther darauf hin, dass noch nicht das letzte Wort gesprochen sein müsse. Die erste Satzung, die die Auflösung beinhaltet, könne noch zurückgenommen werden.

 Diese Worte trafen jedoch auf taube Ohren – niemand der Anwesenden äußerte sich dazu. Stattdessen fuhr ein Mitglied den Bürgermeister wütend an: „Die Verwaltung hat nicht nur die Feuerwehr platt gemacht, sondern auch die Dorfgemeinschaft – damit hat sich Herr Günther ein Denkmal in seiner Amtszeit gesetzt.“ Auch ein Fördermitglied zeigte sich erbost: Es sei mit der Sensibilität eines Elefanten im Porzellanladen vorgegangen worden. Ein anderes Mitglied betonte, man habe sich nicht quer gestellt, sondern lediglich Ratschläge gegeben. Der für 40 Jahre aktiven Dienst geehrte Achim Klose stimmte dem zu: „Mit mehr Zeit hätte man eine Fusion hinbekommen – von heute auf morgen geht so etwas eben nicht.“  vr

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