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Die Samtgemeinde wird den Anforderungen an eine moderne Verwaltung gerecht

Lindhorst / Andreas Günther (SPD) im SN-Interview Die Samtgemeinde wird den Anforderungen an eine moderne Verwaltung gerecht

Drei Kandidaten befinden sich im Rennen um das Amt des Samtgemeindebürgermeisters in Lindhorst. Die Schaumburger Nachrichten lassen die drei Bewerber im Interview zu Wort kommen.

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Welche eigenen Ziele verfolgen sie, welche Fähigkeiten besitzen sie, und wie positionieren sie sich zu den aktuellen Kernfragen der Lindhorster Politik. Der 54-jährige Andreas Günther (SPD), ist bei der Lindhorster Samtgemeindeverwaltung als Samtgemeindeamtmann beschäftigt.

Herr Günther, warum wollen Sie Samtgemeindebürgermeister werden?
Ich bin gebürtiger Lindhorster, hier ist der Mittelpunkt meines Lebens. Beruflich, privat und politisch. Ich habe eine Fachhochschulausbildung für den gehobenen Dienst absolviert, dazu praktische Erfahrungen in der Verwaltung gesammelt und viele Funktionen in der Gemeinde- und Samtgemeinde bekleidet, die es in sich hatten. Aufgrund meiner Fachkompetenz und meiner umfangreichen kommunalpolitischen Erfahrungen, insbesondere im Kreistag, möchte ich meinen bisherigen Weg gern fortsetzen und meine Chance nutzen.

Was muss ein Samtgemeindebürgermeister ihrer Meinung nach denn mitbringen?
Er muss neben Teamfähigkeit gleichzeitig Führungskompetenz besitzen. Der Samtgemeindebürgermeister muss von allen Bereichen etwas verstehen und in der Lage sein, tiefer einzusteigen. Dazu braucht er Kompetenz, die ich habe. Unabdingbar ist die Akzeptanz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dies gilt auch für das Verhältnis zu den Funktions- und Mandatsträgern, da er auch mit diesen regelmäßig zusammenarbeitet. Bürgernähe brauche ich eigentlich nicht zu erwähnen, das ist für mich gelebte Praxis.

Und was muss eine moderne Kommunalverwaltung leisten?
Die Samtgemeinde hat einen kommunalverfassungsrechtlichen Auftrag, den es zu erfüllen gilt. Wir sind für alle Bürger da und für deren Anliegen zuständig. Sie ernst zu nehmen, ihre Belange an die richtige Stelle weiterzuleiten, sie beraten zu können, sind Vorgaben, die eine moderne Kommunalverwaltung auszeichnet. Da wir diese Voraussetzungen erfüllen, ein guter Service bereits sichergestellt ist, wird die Samtgemeinde aus meiner Sicht den Anforderungen an eine moderne Kommunalverwaltung gerecht. Im Übrigen ist die Samtgemeinde mit modernen Kommunikationsmitteln ausgestattet, da sie sonst die ihr obliegenden Aufgaben nicht erfüllen könnte.

Wie kann die Samtgemeinde Lindhorst ihre Attraktivität steigern und welche Einrichtungen müssen unbedingt erhalten bleiben?
Die Attraktivitätssteigerung der Samtgemeinde Lindhorst kann nur im Einklang mit den Mitgliedsgemeinden erfolgen. Die Infrastruktur der Samtgemeinde ist gut. Aus meiner Sicht müssen die Mitgliedsgemeinden ihre Ortskerne sanieren und haben damit auch schon begonnen. Beispielsweise wird die Gemeinde Lindhorst eine P + R-Anlage bauen und hat ihre Planungen zur Umgestaltung des Marktplatzes bereits aufgenommen. Die Gemeinden Beckedorf, Lüdersfeld und Heuerßen sind in diesem Bereich ebenfalls tätig geworden. Die geplanten Maßnahmen werden die Attraktivität der Samtgemeinde steigern, wobei die Samtgemeinde eine verpflichtende Ausgleichsfunktion hat. Dieser muss sie in erhöhtem Umfang nachkommen, damit die Mitgliedsgemeinden gestärkt werden und die Attraktivität steigt. Erhalten muss die Samtgemeinde ihre freiwillig übernommenen Aufgaben, insbesondere das Freibad und die Bücherei.

Könnte auch ein Jugendtreff dazu beitragen, dass die Kommune attraktiver wird?
Ich bin unbedingt dafür, dass ein Jugendtreff eingerichtet wird. Es muss alles unternommen werden, damit in der Samtgemeinde keine sozialen Brennpunkte entstehen. Voraussetzung ist, dass man Einigkeit schafft, da zunächst die Fragen der Finanzierung und der Trägerschaft geklärt werden müssen. Ich will dies gern auf die Ebene der Samtgemeinde holen, aber dann müssen alle Mitgliedsgemeinden dazu bereit sein.

Wo liegt denn bei der Kinderbetreuung Ihrer Meinung nach der gesteigerte Bedarf?
Einen gesteigerten Bedarf sehe ich bei der Schaffung von Krippenplätzen. Nicht nur, weil ab 2013 ein umfassender Rechtsanspruch abzudecken ist, sondern weil mittlerweile oft beide Elternteile berufstätig sein müssen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Insofern brauchen die Eltern bei der Erziehung der Kinder Hilfe und Unterstützung. Einen gesteigerten Bedarf an Kindergartenplätzen sehe ich nicht, da diese ausreichend in jeder Mitgliedgemeinde vorgehalten werden können. Da Hortplätze ebenfalls ausreichend vorhanden sind, sehe ich einen gesteigerten Bedarf im Bereich der Sprachförderung und der Schaffung von Integrationsplätzen. Diese Bereiche werden von der Samtgemeinde schon finanziell gefördert.

Braucht die Samtgemeinde Lindhorst neue Baugebiete für mehr Zuzüge?
Nein. Wir haben ausreichend Bauplätze. Wir müssen mehr Gewerbeflächen ausweisen. Dass ist hier aber nicht das Thema. Werbemaßnahmen sind sicher nicht der einzige Schlüssel zum Erfolg, um Baugebiete voll zu bekommen. Die Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung, wie ich sie schon beschrieben habe, werden eher zum Erfolg führen. Neue Flächen auszuweisen, macht angesichts der älter werdenden Gesellschaft keinen Sinn.

Wie halten Sie es denn mit der Eigenständigkeit der Samtgemeinde Lindhorst? Es hat ja bereits Fusionsbemühungen gegeben.
Ich möchte, dass die Samtgemeinde eigenständig bleibt. Für Fusionsüberlegungen bin ich zwar offen, aber in einer eigenständigen Samtgemeinde Lindhorst können die Mitgliedsgemeinden ihre eigenen Belange besser vertreten. Ich setze auf interkommunale Zusammenarbeit mit anderen Samtgemeinden, da wo sie sinnvoll ist. Beispiel: Bei der Grabenräumung könnte ein Mähfahrzeug von mehreren Kommunen genutzt werden, beim Winterdienst macht die Anschaffung eines gemeinsamen Räumfahrzeuges aber keinen Sinn, da es sofort eingesetzt werden muss, und somit nicht gleichzeitig mehreren Kommunen zur Verfügung stünde. Es gibt zwar freiwillige Zusammenschlüsse, wie die Fusion der Samtgemeinde Bodenwerder und Polle, aber schon allein der Weg bis zur Fusion hat sechs Jahre gedauert. Ob dabei die erhofften Einspareffekte eintreten, bleibt abzuwarten.

Erwarten Sie auch Veränderungen im Bereich der Feuerwehr?
Ja, ich erwarte Veränderungen. Es ist bekannt, dass ich zu den Wehren stehe, nicht nur, weil sie ehrenamtlich arbeiten und eine Pflichtaufgabe der Samtgemeinde erfüllen. Dies ist nicht hoch genug zu bewerten. Eine andere Frage ist, wie sich die Wehren selbst organisieren. Insofern gehe ich davon aus, dass Veränderungen aus den Wehren selbst heraus kommen können. Dem darf sich die Politik nicht verschließen, und da soll sie sich auch nicht heraushalten, wie Herr Illmer meint. Die Pflichtaufgabe Feuerwehr muss auch bezahlbar bleiben und die Politik hat sie sicher zu stellen. Da ist der Samtgemeinderat gefordert und da darf sich niemand aus der Verantwortung ziehen, ich auch nicht.

Thema Schulpolitik: Es dürfte bald einen Vorstoß geben, die Grundschul-Außenstelle Beckedorf zu schließen. Wie stehen Sie dazu?
Beschlusslage ist, dass der Erhalt der Grundschulaußenstelle Beckedorf bis 2012 gesichert ist. Momentan gibt es keinen Grund, an diesem Beschluss zu rütteln. Ich habe den Anspruch, die Grundschule Beckedorf zu halten. Wenn ich für die Eigenständigkeit der Samtgemeinde Lindhorst eintrete, die Attraktivität der Samtgemeinde Lindhorst gemeinsam mit den Mitgliedsgemeinden steigern will, kann ich auch keine andere Aussage treffen. Wenn man die Samtgemeinde Lindhorst als Solidargemeinschaft begreift, gibt es durchaus die Möglichkeit, den Erhalt der Außenstelle Beckedorf durch Neuzuschnitte der Schulbezirke sicher zu stellen. Wenn die Politik das nicht möchte, dann soll sie es deutlich sagen.

Der Konsens bei Eltern und Politikern ist, dass Lindhorst eine IGS bekommen soll. Welche Möglichkeiten sehen Sie, um dieses Ziel zu erreichen?
Eine Möglichkeit ist, die Landesregierung abzuwählen. Wer den Elternwillen zur IGS so ignoriert und Hürden aufbaut wie beispielsweise die Fünfzügigkeit, der muss mit einer solchen Quittung rechnen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass der Landkreis die Klage gegen die Ablehnung zweiter weiterer IGS gewinnt. Gerade als Kreispolitiker habe ich mich für eine flächendeckende Versorgung mit IGS-Plätzen eingesetzt. Wenn mein Mitbewerber Klaus Illmer glaubt, durch einen Antrag auf Übernahme der Schulträgerschaft nach Lindhorst hier schnell eine IGS einrichten zu können, liegt er daneben.

Die Energiewende ist in aller Munde. Welche Möglichkeiten hat die Samtgemeinde Lindhorst, um erneuerbare Energiequellen zu stärken?
Aus meiner Sicht hat die Samtgemeinde die Energiewende schon seit zehn Jahren eingeleitet. Seit 2001 fördert sie Investitionen für Fassadensanierung, Wärmedämmung und Photovoltaikanlagen der Bürger. In diesen zehn Jahren haben die Förderprogramme der Samtgemeinde Investitionen von rund einer Million Euro für die heimische Wirtschaft ausgelöst. Durch ihre Flächennutzungsplanung wurde der Weg für den Bau von acht Windkraftanlagen geebnet, die 50 Prozent des Strombedarfs der Samtgemeinde erzeugen. Derzeit werden in allen Mitgliedsgemeinden Gespräche für den Bau von weiteren Anlagen geführt. Natürlich werde ich mich dafür stark machen, die Dachflächen der im Eigentum der Samtgemeinde stehenden Gebäude mit Photovoltaikanlagen auszustatten.

Zum Schluss: Welche sonstigen Ziele verfolgen Sie beziehungsweise würden Sie im Fall ihrer Wahl verfolgen?
Ich möchte den politischen Raum noch sensibler für die Belange der Jugend und der älteren Generation machen. Die Jugend braucht bessere Freizeit- und Sportmöglichkeiten. Ein darauf abstellendes Förderprogramm würde ich gern auflegen. Notwendig sind auch kurze Wege für die ältere Generation innerhalb der Samtgemeinde. Als Stichwort würde ich Bürgerbus und Omnitax nennen. Letztlich werde ich mich verstärkt für den ÖPNV einsetzen.

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