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Lindhorst Die ersten Lerngruppen bekommen Nachhilfe
Schaumburg Lindhorst Lindhorst Die ersten Lerngruppen bekommen Nachhilfe
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11:03 18.05.2011
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Lindhorst (gus). Die Premiere entfiel auf die Magister-Nothold-Schule in Lindhorst.

Dort sind drei Gruppen mit jeweils drei bis vier Schülern erstmals von Nachhilfelehrern unterrichtet worden. Die Anträge dafür mussten die Eltern im Vorfeld beim Sozialamt des Landkreises einreichen, das die Federführung nicht nur für dieses Pilotprojekt sondern für den gesamten Bereich des Bildungspakets für den Kreis Schaumburg übernommen hat. Dort und in der Volkshochschule können Anträge abgegeben werden.

Die Antragstellung ist nach Einschätzung der Experten noch immer die größte Hürde und auch der Hauptgrund dafür, dass noch nicht mehr als das knappe Dutzend Lindhorster Schüler den möglichen kostenlosen Förderunterricht in Anspruch nimmt. Bei zwei Elternabenden informierten Frank Rohde (Sozialamt) und Bernadette Unger-Knippschild (Volkshochschule) über das Projekt, bei dem die besagten Lerngruppen gebildet werden.

Darüber, wer Anspruch auf kostenlose Teilnahme hat, waren die Eltern im Vorfeld per Post informiert worden. Dennoch sehen die Verantwortlichen beim Landkreis ein Problem darin, die Kunde über die neuen Möglichkeiten unters Volk zu bringen. Die Stimmung ist allerdings optimistisch: „Das kommt schon noch“, meint Undine Rosenwald-Metz, Leiterin der Kreisvolkshochschule.

Diese koordiniert das Bereitstellen der Nachhilfelehrer. Dafür kommen nach Worten Unger-Knippschilds angehende und ausgebildete Pädagogen, aber auch Fachleute aus den Bereichen Ingenieurswesen und Fremdsprachen infrage. Diese übernehmen dann je eine Gruppe und arbeiten nach dem Unterricht mit den Schülern.

Nach Fächern und möglichst auch nach Alter werden die Gruppen zusammengestellt. Ideal ist es aus Sicht Unger-Knippschilds, wenn die Fachlehrer den Lerngruppen-Pädagogen einen Leitfaden dazu an die Hand geben, was gerade im Unterricht Thema ist.

Auch wenn die Zahl der teilnehmenden Schüler aus alimentierten Familien noch überschaubar ist, steht das Projekt bereits vor seiner ersten Expansion. An drei Stadthäger Schulen (Am Sonnenbrink, Am Stadtturm, Am Schlosspark) und an der Grundschule Meerbeck startet demnächst jeweils eine Lerngruppe. Wunsch im Kreishaus ist es, an allen Schulen nach diesem Muster zu arbeiten.

Erster Kreisrat Klaus Heimann und Sozialamtsleiter Heinz Kraschweski sehen in der Lernförderung für Kinder aus armen Familien eine Chance im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit. Ziel müsse es sein, so viele Jugendliche wie möglich so zu fördern, dass sie im Anschluss an ihre Schullaufbahn eine Lehrstelle finden. Dem komme mit Blick auf die Optionskommune Schaumburg zusätzliche Bedeutung zu, weil der Landkreis dann als alleiniger Verantwortlicher für das Jobcenter noch mehr in der Pflicht ist.

Obwohl auch der Anspruch auf ein Mittagessen für einen Euro in der Schulmensa Teil des Bildungspakets ist, nutzen nicht alle Eltern auch dieses Angebot für die Kinder der Lindhorster Lerngruppen. Obwohl der Förderunterricht nachmittags ist.

Nachfrage steigt an

Die Nachfrage nach Leistungen aus dem Bildungspaket steigt stetig an. Nachdem zunächst nur wenige Eltern auf die kostenlosen Angebote für Hartz IV-Bezieher zugriffen, ist die Zahl der Anträge im Landkreis Schaumburg mittlerweile auf 750 angewachsen. Die sagte Kreissozialamtsleiter Heinz Kraschweski. Dieser rechnet mit einer weiteren Zunahme.gus

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