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Eltern fordern zweite Hortgruppe

Lindhorst Eltern fordern zweite Hortgruppe

In Lindhorst gibt es Rufe nach einer weiteren Hortgruppe. Einige Eltern nutzten die Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses, um ihren Wünschen Gehör zu verschaffen.

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Das Kindergartengebäude am Grünen Weg stößt an seine Kapazitätsgrenze.

Quelle: gus

Lindhorst (gus). Im Hort könnte es eng werden, denn es liegen acht Anmeldungen vor, es gibt aber zum neuen Schuljahr nur drei freie Plätze. Der Schülerhort ist derzeit ausgebucht, zehn Grundschüler werden dort nachmittags betreut. Ob im Grundschulgebäude eine weitere Gruppe untergebracht werden kann, muss mit dem Landkreis als Eigentümer des Gebäudes abgeklärt werden.

Ein Bürgervertreter nannte die Situation „unbefriedigend“ und verwies auf eine Aussage des jetzigen Samtgemeindebürgermeisters, Andreas Günther, der im Wahlkampf gesagt habe, er sehe bei der Hortbetreuung keinen Bedarf. Dies stimme nicht, meinte der Vater, der auf die Attraktivität Lindhorsts anspielte und an Ausführungen zu Bevölkerungsschwund anknüpfte. Bessere Angebote bei der Kinderbetreuung könnten dem Trend entgegenwirken. In 2011 war die Samtgemeinde erstmals auf unter 8000 Einwohner geschrumpft.

Mangelhaft ist aus Sicht des Vaters zudem die lediglich auf Klasse eins bis zwei beschränkte Hortbetreuung. Eine Mutter appellierte an den Kinder- und Jugendausschuss, sich über diese Dinge Gedanken zu machen.

Gemeindedirektor Jens Schwedhelm verwies auf die schwierige Planbarkeit des tatsächlichen Bedarfs. Oft gebe es Situationen, in denen hoher Bedarf angemeldet werde, dann aber faktisch deutlich weniger Anmeldungen erfolgten. Für eine zusätzliche Hortgruppe sei ein immenser Aufwand von der räumlichen Unterbringung bis zur Betreuung zu schultern.

Schwedhelm verwies ferner auf die beengte Situation im Kindergarten. Dort sei keine weitere Hortgruppe möglich. In die Schule auszuweichen, sei mit einer zusätzlichen Betriebserlaubnis verbunden. Mehrere Eltern regten an, Räume in weiteren Gebäuden anzumieten.

Der Gemeindedirektor dämpfte die Erwartungen. Die Gemeinde nehme die Hortfrage schon ernst, er sprach aber auch die Planungen für einen Krippenneubau an. Wären Rat und Verwaltung seinerzeit den ersten Vorschlägen gefolgt, stünde heute in Lindhorst eine nicht ausgelastete Krippe, da die tatsächlichen Bedarfszahlen nicht den einst skizzierten Erwartungen entsprechen. Kindergartenleiterin Rita Lahmann erinnerte an die Planungen einer Notgruppe, die eingerichtet werden sollte, weil viele Eltern einen Platz darin brauchten. Schließlich sei nur eine Anmeldung eingetrudelt.

Eine Mutter sagte, es gebe eine Umfrage, die den aktuellen Bedarf recht genau darstellt. Schwedhelm bat um die Unterlagen. Eine Kooperation der Kitas in Sachen Hortbetreuung funktioniert nach Einschätzung des Gemeindedirektors nicht, da die Kita Lindhorst die einzige sei, die überhaupt eine Nachmittagsbetreuung anbiete. Andere Kindertagesstätten kämen somit nicht als Hortstandort in Frage.

Schule für Hort opfern

• Gemeindedirektor Jens Schwedhelm erinnerte in der Ausschussdebatte daran, dass der Hort eine freiwillige Leistung der Gemeinde ist, es bestehe Anspruch auf Halbtagsbetreuung für Kinder. Die Nachmittagsunterbringung von Grundschülern ist ein zusätzliches Angebot.

Auch Klaus Baxmann betonte, dass die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde begrenzt sind. Die Engpässe bei der Kinderbetreuung seien auch ein bundespolitisches Problem. Den Ruf nach mehr Handlungswillen konterte der SPD-Politiker mit der Replik: „Woher sollen wir das Geld denn nehmen?“.

Eine Mutter deutete an, sie sei für die Schließung der Grundschul-Außenstelle Beckedorf. „Grundschule Beckedorf, da sieht man doch, wo das Geld hingeht“, meinte die Frau. Den Politikern war die halblaute Aussage offenbar nicht zu Ohren gekommen.

Schwedhelm versuchte, die Eltern zu beschwichtigen. Es sei noch nicht sicher, dass wirklich fünf Hortkinder abgelehnt werden müssen. Die Eltern wünschten sich jedoch Planungssicherheit. Nach Worten des Gemeindedirektors werden seit Einrichtung des Hortes im Jahr 2008 erstmals Grundschüler für den Hort abgelehnt.

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