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Flüchtlinge: Überwältigender Zuspruch

Lindhorster Trachtengruppe und die Mannschaft vom Dönerhaus veranstalten Fest Flüchtlinge: Überwältigender Zuspruch

Dass man sich mit Händen und Füßen, zustimmendem Kopfnicken und einem Lächeln verständigen kann, hat das Fest für Flüchtlinge in Lindhorst gestern bewiesen.

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Rund um das Lindhorster Backhaus feiern Menschen aus unterschiedlichen Nationen gemeinsam ein Fest. 

Quelle: bab

Lindhorst. Die spontane Idee der Trachtengruppe Lindhorst und der Mannschaft des dortigen Döner-Hauses, das Fest für die Flüchtlinge aus dem Hut zu zaubern, war ein voller Erfolg. Das Backhaus an den Eichhöfen platzte aus allen Nähten. Nach groben Schätzungen waren rund 300 Gäste gekommen. Wie Awo-Sozialarbeiterin Friederike Röchter, die in Lindhorst für die Asylsuchenden zuständig ist, angab, waren darunter zirka 50 Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern. Sie sind unter anderem aus Syrien, dem Irak, Kosovo, Serbien, Afrika und Palästina nach Deutschland geflüchtet.

Besonders beeindruckt waren Veranstalter und die Besucher selbst über die große Resonanz. Vor gut einer Woche waren die Organisatoren mit dem Plan für das Fest im Backhaus an die Öffentlichkeit gegangen und wussten bis zur Eröffnung nicht, wer kommen würde. „Das ist ein Überraschungspaket“, sagte Ilka Kobel, Vorsitzende der Trachtengruppe. „Eine Rückmeldung darüber, wie viele kommen, haben wir nicht.“ So war sie selbst am Ende erstaunt, dass der Zustrom der Besucher gar nicht abzureißen schien. Obwohl vor dem Backhaus extra ein Zelt aufgestellt worden war, hatte die Kindertanzgruppe kaum Platz. Und der Gemischte Chor Lindhorst, der sich spontan entschieden hatte, die Gäste mit Gesang zu erfreuen, musste sich neben dem Seiteneingang aufstellen. Musik verbindet, deshalb verteilte der Chor Textzettel, um alle zum Mitsingen zu bewegen.

„Ich bin überwältigt, dass so viele Leute da sind“, gestand Kober bei der Begrüßung. Und die Schlangen an den Essensständen ließen vermuten, dass ein guter Erlös für die Flüchtlingsarbeit erzielt werden konnte.

Helge Krzykowski von der Trachtengruppe war der Meinung, dass das Mehrzweckbackhaus seinem Namen mit der Veranstaltung alle Ehre gemacht habe. Ein Zweck sei, dass Menschen miteinander in Kontakt kommen und das Haus mit Leben füllen. „Und das über die Arbeit“, betonte Krzykowski mit Hinweis auf das gemeinsame Kochen und Backen.

Eyob Brhane, der zusammen mit Frau, Kindern und Schwester vor drei Monaten aus Eritrea geflohen ist, hielt seinen Einladungsbrief in der Hand, ohne genau zu wissen, aus welchem Grund alle sich zum Backhaus begeben sollten. Als er erfuhr, dass es um die Begegnung mit Einheimischen gehen sollte, fand er das „sehr schön“ und fügte ebenfalls auf Englisch hinzu: „Die Lindhorster sind sehr gute und nette Leute.“

Wohl gefühlt haben sich auch Abdalla Nasralla und Walla Joabra aus Syrien, die mit ihren Söhnen Ali und Yusef zum Fest gekommen waren. Das Essen habe jedenfalls geschmeckt wie zu Hause, hat Walla Joabra festgestellt. Und die Kindertrachtengruppe habe ihr ausnehmend gut gefallen.

„Vielleicht ist das ein Anstoß für andere, auch etwas auf die Beine zu stellen“, sagte Kober. Sie sei froh, das Fest initiiert zu haben. 

Sammelstelle ändert Zeiten

Lindhorst. Die Spendenannahmestelle für Flüchtlinge an der Lüdersfelder Straße ändert die Öffnungszeiten. „Wir wollen jetzt erstmal am Ende der Woche zumachen“, sagt DRK-Bereitschaftsleiter Andreas Siebert. Aus Zeitgründen könne die Abgabestelle für Sachspenden an Flüchtlinge nur noch zweimal pro Monat öffnen. Außerdem seien sehr viele Spenden eingetroffen, die sortiert wurden und nun abgeholt werden könnten.

Wie der Kreisvorsitzende des DRK, Bernd Koller, berichtet, werden die Sachen von allen Sammelstellen in Schaumburg demnächst abgeholt und verteilt. „Es kommt nichts um“, versichert er. Noch mehrere Hundert Flüchtlinge würden in Schaumburg erwartet. Das Rote Kreuz habe die vergangenen Wochen gebraucht, um die Spendenflut abzuarbeiten. „Toll, dass die Schaumburger Bevölkerug so zusammenhält“, findet Koller.

Die Lindhorster Sammler mussten bereits Sachen in der leerstehenden Beckedorfer Schule unterbringen, wie Siebert erklärt. Künftigt können Spenden in jeder zweiten und vierten Woche eines Monats jeweils freitags an der Lüdersfelder Straße 17 in Lindhorst abgegeben werden. Geöffnet ist von 8 bis 12 Uhr und von 18 bis 20 Uhr. 

bab

bab

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