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Lindhorst Fusion: Richtung zeichnet sich ab
Schaumburg Lindhorst Lindhorst Fusion: Richtung zeichnet sich ab
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00:17 04.06.2018
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Lindhorst

Damit folgte der Rat nicht nur dem Verwaltungsausschuss, der dies ebenfalls befürwortete, sondern entschied ebenso wie die Gemeinde Heuerßen.

Wie Ratsvorsitzender Hans-Otto Blume berichtete, habe der Verwaltungsausschuss so votiert, weil die Konstellation Verhandlungen auf Augenhöhe erwarten lasse. Alternativen wie Gespräche über Fusionen mit Stadthagen, Nienstädt und Niedernwöhren oder mit der Samtgemeinde Nenndorf und Niedernwöhren lehnte die Mehrheit im Gemeinderat ab. Darüber gab es allerdings unterschiedliche Meinungen.

Gemeinde vertut Chancen

Stefanie Sonnekalb-Unruh, Sprecherin von Bündnis90/Die Grünen, erklärte für ihre Fraktion, dass diese es „unsinnig“ finde, sich im Vorfeld schon für eine Kombination zu entscheiden. Denn die Gespräche sollten ja gerade der Sondierung dienen. Ihr Fraktionskollege Andreas Kobel glaubt, dass die Gemeinde Chancen vertut, wenn sie sich der Möglichkeiten beraubt, auch für andere Zusammensetzungen offen zu sein.

Das sieht die SPD-Fraktion anders. „Wir würden uns nicht intensiv genug vertreten fühlen“, sagte deren Sprecher Horst Schimmelpfennig angesichts einer möglichen Fusion mit größeren Kommunen. Die Perspektiven für Lindhorst in einem so großen Gebilde hält er für eingeschränkt.

Die kleinste Gemeinde kann entscheiden

Zudem kam der Hinweis aus dem Rat, dass die Gemeinde Heuerßen zuvor so entschieden hat. Innerhalb der Samtgemeinde wird vorausgesetzt, dass die Wünsche der Mitgliedsgemeinden berücksichtigt werden, also Gespräche und Fusionen auch scheitern können, wenn eine Mitgliedskommune sich quer stellt. „Die kleinste Gemeinde wird das letztlich entscheiden“, sagte Schimmelpfennig.

Zudem glaubt er, dass Niedernwöhren und Sachsenhagen ebenfalls so abstimmen werden.
Für die CDU gibt es außerdem noch einen pragmatischen Grund, sich auf die Gespräche mit Niedernwöhren und Sachsenhagen zu konzentrieren. „Weil die Gespräche sehr umfangreich sein werden“, vermutet CDU-Sprecher Sven Unruh.

Hinse hält nichts von Fusionen

Einen anderen Standpunkt vertrat Matthias Hinse (Die Linke/fraktionslos). „Fusionen sind grundsätzlich das falsche Mittel, weil es die Grundprobleme der Kommunen nicht löst“, ist er überzeugt. Er persönlich habe „keine Lust“, sich mit „diesem Riesengebilde auseinanderzusetzen“. Der Gemeinderat stimmte schließlich bei drei Gegenstimmen für Gespräche mit besagten Kommunen.  bab

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