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Kindergarten belastet Lindhorster Etat

Gemeinde in Finanznot Kindergarten belastet Lindhorster Etat

Dass die Gemeinde Lindhorst ihren Haushaltsentwurf im Kindergartenausschuss erstmals vorgestellt hat, passt ins Bild. Denn der Etat wird maßgeblich durch die hohen Ausgaben für die Kinderbetreuung bestimmt, die dem finanziellen Spielraum der Gemeinde enge Grenzen setzen.

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Große Investitionen in den Spielplatz gibt der Etat nicht her.

Quelle: kil

Lindhorst. Auch die vom Ausschuss empfohlene Erhöhung der Kita-Gebühren mildert das Defizit im Haushalt nur geringfügig ab. Für die Vormittagsbetreuung sollen Eltern künftig fünf Euro mehr zahlen, Ganztagsplätze werden zehn Euro teurer. Die Gemeinde verspricht sich dadurch jährliche Mehreinnahmen in Höhe von 4500 Euro. Das Defizit im Bereich Kindergarten liegt jedoch auch nach der Anpassung der Gebühren bei 372.300 Euro.

Um die Verluste im Haushalt einzugrenzen, will die Gemeinde die Hebesätze für die Grundsteuer A (+30 Punkte) und B (+45 Punkte) sowie die Gewerbesteuer (+30 Punkte) anheben. Insgesamt knapp 70.000 Euro sollen dadurch in diesem Jahr mehr ins Säckle der Gemeinde fließen. Eine weitere Maßnahme zur Haushaltskonsolidierung ist der Verkauf nicht mehr benötigter Liegenschaften. Investitionen verkneift sich die Gemeinde fast völlig. Doch trotz der Bemühungen ist im Etatentwurf ein Defizit von 323.600 Euro im Ergebnishaushalt eingeplant.

„Mir macht es Angst, dass in dieser wirtschaftlich guten Zeit fast nichts bei der Gemeinde ankommt“, erklärte Matthias Hinse (Grüne). Und die Aussichten für die Folgejahre sind nicht besser: Obwohl die Gemeinde mit weiter steigenden Steuereinnahmen plant, wird der Etat auch bis 2019 nicht ausgeglichen werden können. Zu schwer wiegt die finanzielle Belastung durch den Kindergarten.

Kindergarten-Leiterin beklagt mangelnde Personalausstattung

Dabei, so wurde in der Sitzung deutlich, besteht eigentlich noch Verbesserungsbedarf bei der Einrichtung. Kindergartenleiterin Rita Lachmann berichtete, dass die Personalausstattung unzureichend sei, um den steigenden Anforderungen an die Betreuung der mittlerweile 89 Kinder gerecht zu werden. Zumal viele der Jungen und Mädchen laut Lahmann kein Deutsch sprechen oder einen anderweitigen besonderen Förderbedarf haben.

Eine Mutter brachte in der Sitzung zudem die Unzufriedenheit der Eltern mit der Spielplatz-Situation am Kindergarten zum Ausdruck. Während der große Spielplatz gerade im Winter regelmäßig überschwemmt sei, gebe der kleine Spielplatz ein trostloses Bild ab. „Die Kinder beschweren sich: ,Mama, warum muss ich auf dem kaputten Spielplatz spielen?‘“, berichtete die Mutter. Dass in diesem Bereich bis auf kleinere Verschönerungsarbeiten etwas gemacht wird, ist jedoch nicht nur wegen der Haushaltslage ausgeschlossen. Immerhin steht dort weiterhin der Bau einer Krippe zur Diskussion.

Die Hoffnung, den Kindergarten in neue Trägerschaft zu übergeben und dadurch Geld einzusparen, ist gering. Die Samtgemeinde hatte im vergangenen Jahr dankend abgelehnt. Gemeindedirektor Jens Schwedhelm erklärte im Ausschuss, dass Gespräche mit zwei privaten Interessenten geplant seien. „Wir werden doch niemanden finden, der den Kindergarten unter solchen Bedingungen übernimmt, dass die Gemeinde Geld spart“, meinte Heinrich Widdel (CDU). „Wir werden sehen“, entgegnete Schwedhelm. Dazu Widdel mit Blick auf den Gemeindedirektor: „Euphorie sieht anders aus.“ ber

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