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Lindhorst Gemeindedirektor: Mitglieder winken ab
Schaumburg Lindhorst Lindhorst Gemeindedirektor: Mitglieder winken ab
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20:49 19.09.2017
Das Amt des Gemeindedirektors ist immer noch vakant. Quelle: Archiv
LINDHORST

Der Verwaltungsausschuss (VA) hatte sich in der vergangenen Woche getroffen unter anderem, um eine Möglichkeit für die Besetzung des vakanten Postens des Gemeindedirektors zu finden. „Es wird keiner von den Ratsmitgliedern machen“, sagt Blume deutlich. Das sei bei der Verwaltungsausschusssitzung klar zum Ausdruck gekommen. „Alle haben abgelehnt“, berichtet er. Dies gilt auch für Blume selbst, sodass es in Lindhorst nicht zur Eingleisigkeit kommen wird.

Gemeinde befindet sich in Konsolidierungsphase

Das Amt des Gemeindedirektors öffentlich auszuschreiben, um eine geeignete Person anzustellen, scheidet für Blume schon allein aus finanziellen Gründen aus. „Ich glaube nicht, dass wir bei unserer Haushaltssituation dafür von der Finanzaufsicht grünes Licht kriegen würden“, sagt der Bürgermeister. Wie des Öfteren berichtet, befindet sich die Gemeinde Lindhorst in einer Konsolidierungsphase, in der sie ein Haushaltssicherungskonzept einhalten muss. Außerdem seien bei der Gemeinde bereits zwei Damen angestellt, diese Personalkosten habe Lindhorst schon zu tragen.

Der Verwaltungsausschuss habe sich jetzt darauf verständigt, Gespräche mit Samtgemeindebürgermeister Andreas Günther zu führen. Dessen Urlaubsantritt war mit dem Rücktritt Schwedhelms zusammengefallen. Günther werde ab Donnerstag wieder aus dem Urlaub zurück sein, sagt Blume. Laut Niedersächsischem Kommunalverfassungsgesetz kann der Gemeindedirektorposten auf den Samtgemeindebürgermeister übertragen werden, wenn dieser bereit dazu ist. Blume nennt als Beispiel die Samtgemeinden Nenndorf und Niedernwöhren, in denen der Samtgemeindebürgermeister für bestimmte Orte diese Funktion übernommen habe.

Da beißt sich die Katze in den Schwanz

Wenn dieser ablehnt und sich kein anderer Freiwilliger aus dem „Leitungspersonal der Samtgemeinde“ findet, müsste der allgemeine Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters den Posten übernehmen. Da beißt sich die Katze in den Schwanz, denn das wäre erneut Schwedhelm. Aus dieser Klemme könnte er sich lediglich befreien, wenn er auch das Amt des allgemeinen Vertreters niederlegen würde. „Das wäre die letzte Konsequenz“, gibt Schwedhelm zu.

Zu dieser Situation wolle es der Rat aber nicht kommen lassen, beteuert Blume. „Das macht keinen Sinn“, sagt er. „Man kommt ja nur weiter, wenn man das einvernehmlich macht.“

Der Rat macht sich laut Blume in der Zwischenzeit keine Sorgen um den behördlichen Ablauf. „Es ist nicht so, dass wir nicht mehr handlungsfähig sind. Ich glaube, dass sich alle besonders anstrengen, damit es weitergeht.“ Außerdem gebe es Horst Schimmelpfennig (SPD-Fraktionsvorsitzender) als stellvertretenden Gemeindedirektor und Schwedhelm selbst habe ja angekündigt, die Gemeinde weiterhin zu unterstützen, bis eine Lösung gefunden ist. bab